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literatur
die ich während mai, juni, juli, august, september 2000 las, in
chronologischer reihenfolge:
mr. nice
titanic (das endgültige satiremagazin)
die philosophische hintertreppe
sunzi - die kunst des krieges
darmstädter echo
verbrechen und strafe
high fidelity
brücke über die zeit
die leiden des jungen werther
kosmischer bestellservice
macbeth
lodown 22
anatomie einer sprache der liebe
othello
biografie eines yogis
ein sommernachtstraum
hamlet
man
vergleiche vielleicht auch das zeitgleich entstandene
poster-diary.
ich
grüsse meine mutter und all meine freunde die ich während
dieser zeit so arg vernachlässigt habe. ich gelobe besserung. beim
nächsten mal wird alles anders. bestimmt. jaja...

©
SOMMER 2000 / MacLord
"love is d" ist im frühjahr 2001
bei ZYX-Records erschienen
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prolog:
freitag, 2. juni 2000
ein leeres blatt papier. nicht zum ersten mal sitze ich vor einem solchen.
ich versuche es zu füllen, mit den worten die mir mein magen diktiert.
ich nehme jedoch lediglich dieses leise mantra wahr. ich kenne dieses
gefühl. es ist eben dieser kleine tod, der dir sagt, dass du dich
verliebt hast. oje.
sonntag, 4. juni 2000
ich schaue viel zu oft aus diesem fenster. und jedes mal hoffe ich einen
blick zu erhaschen, von diesem wesen, welches sich mit einer selbstverständichkeit
in mein herz geschlichen hat, die mir den atem nimmt. bin ich denn so
leicht, so spielend einfach zu entflammen? ist das so? einfach so? nun,
es ist ja nicht einfach so. jedenfalls gehört schon jemand dazu,
der einem klar macht, wie wenig worte es doch gibt um solche wesen zu
beschreiben. hier kommt zwangsläufig das göttliche ins spiel.
ich armer tropf. dagegen komme ich wohl auch nicht an. aber es zwingt
sich mir die ewige frage auf, wo dies alles hin führen soll? und
viel wichtiger: ist dies etwas, was nur ich zu bemerken glaube. oder ist
dies alles lediglich ein spiel meiner hoffnung? wo ich doch so garnicht
auf irgendeiner suche bin. und was habe ich hier gefunden? dieses fenster
zur vollkommenheit. hmm, was ist es? bin ich meinem hermaphroditen begegnet?
so fühlt es sich zumindest an. wenn dies aber so wäre, dann
wäre alles ganz einfach. aber wenn es so ist, haben sich zwei absolute
selbst-kontroll-freaks gefunden. eine tragödie, die unweigerlich
ins unglück führen wird, wenn es nicht zu eindeutigkeiten führen
wird. ha! dazu wird es nicht kommen. ich bin zu verstört um signale
zu setzen und meine andere hälfte, nun, ich weiss es nicht, aber
ich vermute mal so etwas ähnliches.
mittwoch, 7. juni 2000 - 20:36 uhr
d.
du stellst mir die frage, warum ich denn heute morgen nicht schlafen konnte
und ich muss mir die frage stellen, warum ich dir nicht die volle wahrheit
sagen kann. ich halte es fast für unfair, dich nicht das alles wissen
zu lassen, was in mir vorgeht. schliesslich bist du der auslöser
dafür. du bist der grund, warum ich kaum einen zusammenhängenden
satz von mir geben kann, ich an latenter appetitlosigkeit leide, verstört,
verträumt durch die strassen wandere, leicht zitternd nach luft ringe
und eben nicht zur ruhe komme. wenn ich es (ich weis nicht wie) schaffe
meinen körper zum schlafen zu zwingen, träume ich von dir und
wenn ich die augen aufschlage, sehe ich dich vor mir. ich habe das gefühl,
dich schon ewig zu kennen, deine gedanken, bewegungen, worte, deine stimme,
dein lachen, die art wie du deinen kopf hältst. habe dieses ur-vertrauen
in mir und fühle mich ständig ertappt, wie ein offenes buch.
ich glaube spüren zu können, wenn du in der nähe bist und
wenn das handy piepelt, weil da eine sms von dir anklopft bleibt mein
herz für einen augenblick stehen. so wie die welt kurz stehen bleibt,
wenn ich dich von hier oben durch die bar schweben sehe. wenn du mich
zufällig, beiläufig berührst, kann ich fast hören,
wie mir die hirnzellen im kopf zerplatzen und ich versuche möglichst
so einen kleinen sicherheitsabstand einzuhalten, weil ich nicht mit einem
platsch vor dir hinknallen möchte, weil gerade der teil meines kopfes
seinen dienst quittiert, der für die grobmotorik zuständig ist.
aber ich will dich berühren, will wissen wie sich deine haut anfühlt,
deine haare, deine lippen. will meine nase an dir reiben, alle deine pfefferflecken
küssen - und eben in deiner nähe sein wärend du "mit
den armen hinter dem kopf verschränkt an einem see liegst, die füsse
im wasser, die augen geschlossen, das geniesst was gerade passiert."
der alte franzose, charles baudelaire, hat einmal etwas über dich
geschrieben:
"in deinem aug' die sonne steigt und sinkt,
verströmst die düfte der gewitternacht;
von deinen lippen man den zauber trinkt,
der helden feige, knaben mutig macht."
es ist tatsächlich so, dass ich mich bislang für den helden
hielt, den nichts umhauen kann. seit diesem tag, als du mich zum ersten
mal direkt ansahst, mich direkt angesprochen hast, weiss ich, dass dies
ein trugschluss ist. und seither beschäftigt mich nur noch diese
eine frage: warum?
warum ist das so?
normalerweise fällt es mir leicht fragen zu beantworten. ich glaube
das liegt daran, dass ich ein bisschen mehr erlebt habe, als die meisten
von uns, dass ich ein bisschen weiter denke und begriffen habe, dass es
sehr, sehr wenige dinge auf dieser welt gibt, die wirklich wichtig sind.
für jeden ist etwas anderes wichtig. glücklich ist der, der
weis, was es für ihn ist. für mich ist es jedenfalls die aufrichtigkeit.
wahrheit, ehrlichkeit hin oder her, mal abgesehen davon, dass dies meiner
meinung nach der einfachste weg ist, durchs leben zu gehen, eckt man damit
auch oft an. ehrlichkeit kann richtig verletzend sein. auch für einen
selbst. ich bin schon oft damit auf die schnauze gefallen. pech. aufstehen
und weiter gehen und aus der erfahrung lernen. ich will mich aber nicht
ändern, mich verstellen.
was hat das alles aber mit dir zu tun? nun, nach platon wurde in der urzeit
die welt von engelsgleichen, ganzheitlichen (eingeschlechtlichen) wesen
bewohnt, den hermaphroditen. die haben aber irgendwas verbockt und wurden
von zeuss arg bestraft und in zwei hälften gespalten. daraus entstanden
die menschen, männlein und weiblein. und sollten sich zufällig
diese zwei hälften einmal über den weg laufen, dann würden
diese sich erkennen, durch ein gefühl, was wir liebe nennen. ich
finde diese vorstellung schön.
gedankensprung:
abgesehen vom sammeln frauenfeindlicher witze und dem ertragen können
im mittelpunkt zu stehen, stelle ich viele verhaltens-similaritäten
zwischen uns fest. ich verzichte auf beispiele, aber quasi jede deiner
erklärungen, warum du dich so oder so verhältst, könntest
du dir sparen, da ich mich genauso in dieser situation verhalte. aber
ich muss gestehen, dass ich garnicht will, dass du sie dir ersparst, weil
ich dir sehr gerne zuhöre. naja, jedenfalls habe ich das gefühl,
dass wir die gleichen ansichten teilen, und auf dem gleichen weg durchs
leben gehen. und da ich mich selbst nur allzugerne vor solch grossen offenbarungen
verschliesse, und ein grosser zweifler bin, habe ich schlichtweg einfach
nur angst, dich zu verlieren. nämlich damit, dass ich mit der tür
ins haus falle und dir all das sage, was ich dir hier oben geschrieben
habe. und wenn ich sage, dass mir sowas bislang noch nicht passiert ist
und ich auch garnicht an sowas glauben kann, muss ich ja auch glauben,
dass es dir genauso geht. sprich: du müsstest dich vor den kopf gestossen
fühlen, bist aus einer langen beziehung (durch dick und dünn)
gerade raus und wenn ich in deiner situation wäre, hmm, ich wäre
wahrscheinlich enttäuscht. ich will dich aber nicht enttäuschen.
was soll ich nur tun?
was richte ich an, wenn ich dir diesen brief gebe? was richte ich an,
wenn ich das alles für mich behalte? das ist eigentlich der einzige
grund, warum ich derzeit mit einer zeitmaschine in die zukunft reisen
will. und du schaust mich an, deine augenfarbe wechselt schlagartig auf
grün und sagst mit einer etwas anderen stimme: "gibt es irgendwas,
was ich für dich tun kann?" ...mir entgleiten alle gesichtszüge,
ich fange an zu schwitzen, stottere irgendwas und denke nur: "halt
mich bitte fest."
freitag, 9. juni 2000 - 18:40 uhr
dieses gefühl, für das es noch keine worte gibt.
der moment, kurz vor dem platzen eines ballons.
der sprung aus dem flugzeug, kurz vor dem einsetzen des falls.
die kraft der schwerelosigkeit. ich kann sie spüren.
21:25
es ist wirklich erstaunlich, wie ich mich plötzlich beruhige und
dann aus dem fenster schaue um zu sehen, dass du gerade hier angekommen
bist. seit knapp 2 stunden kann ich wieder ruhig atmen, denken. nur schreiben
kann ich immernoch nichts. dazu schweifen meine gedanken viel zu hartnäckig
unter das dach dieses alten gemäuers unter meinem fenster. wie ein
geist wandere ich auf und ab, tunlichst bedacht einen abstand zu dieser
fensterfront einzuhalten. ja, ich will dich sehen, aber ich will nicht,
dass du dich beobachtet fühlst. schreckliche trivialitäten die
mir das hirn zermartern. ich möchte so gerne irgendwo da draussen
sitzen, die warme luft um mich spüren. aber dazu müsste ich
von hier weggehen. das kann ich auch nicht. will mich nicht ausserhalb
dieses kreises aufhalten, auf die gefahr hin, mich dort sowieso nicht
wohl zu fühlen. durch diese dämliche hochzeit kann ich noch
nicht mal runter in die bar. naja, spätestens als du da ankamst,
muss der bräutigam schon alles bereuht haben und einen plan aushecken,
wie er mit dir durchbrennen könnte. :-)
die sonne geht hinter einem wolkenschleier unter und ich muss raus. ich
würde dich gerne entführen, jetzt, mit tickets für new
orleans in der tasche...
samstag, 10. juni 2000 - 23:32 uhr
wenn ich es nicht selbst erleben würde, würde ich es nicht glauben.
ich möchte dich in rosenblüten baden, dafür was du mir
gibst, ohne es wirklich zu wissen. und ohne, dass ich es wirklich richtig
begreifen kann. auch jetzt, da ich mich wie eine fontäne des glücks
fühle, habe ich eine ahnung, dass dies erst der anfang war. ich sollte
heute abend nochmal versuchen zu meditieren, aber ich war so emotional
aufgewühlt, dass ich es nicht für möglich hielt, diese
übersprudelnden gedanken zu bändigen. es ging aber ganz leicht
und was blieb, war das reine gefühl, welches mit solch einer kraft
durch mich pulsierte, dass ich glaubte meine adern wären auf das
dreifache angeschwollen. ich lies die gedanken einfach ihren lauf nehmen
und sie verschwanden alle und eine einzige antwort auf all diese fragen
und zweifel wurde klarer und klarer. nun, jetzt arbeitet mein verstand
wieder mit normalen parametern und somit kommt ein zweifel in mir auf.
das ist alles viel zu krass, viel zu viel. zu viel um es dir "anzutun".
was aber, wenn du damit einfach so umgehen kannst? was wenn ich wirklich
keinen fehler machen kann? ich will dir alles geben was ich habe und wovon
ich im moment am meisten habe ist eben dieses gefühl. ich glaube
du kannst es ertragen. denn es ist unfassbar und ich habe keine ahnung,
wie ich dir das vermitteln soll. ich werde es einfach versuchen.
sonntag, 11. juni 2000
die stadt ist voller gespenster. und ich bin eines davon. leere hüllen
ohne kontur huschen durch meinen blick, der starr durch die grauen massen
hindurch stiert.
ich bat dich heute morgen schnell auszusteigen und als ich die worte ausgespochen
hatte, bereuhte ich sie schon. du stiegst aus, verschwandest aus meinem
blickfeld und eine kalte hand griff nach meinem herzen. ich wollte dir
nachlaufen, dich festhalten, nie mehr loslassen. aber ich klammerte mich
an das lenkrad, kämpfte um diese kontrolle, die ich für ach
so wichtig halte. aber meine hände riechen nach dir und ich nehme
einen tiefen atemzug, kann deine haut spüren. das kann man, kann
ich, nicht kontrollieren. will dich wieder schlafend in meinem schoß
liegen haben. über dich wachen, die gespenster vertreiben und deinen
herzschlag spüren.
ich sehe dich vor mir sitzen im schwarz-weiss café, kann meinen
blick kaum von dir wenden. lasse mich regungslos von diesem schlag treffen,
wenn du mir unvermittelt in die augen schaust.
aber bei alle dem, fürchte ich mich davor, dich zu erdrücken.
grüble darüber nach, ob und wie ich dir irgendwas von alle dem
zurückgeben kann. dieses kontrollzentrum, dieses zweifeln, es kann
auch böse nach hinten losgehen. und eben weil wir uns so ähnlich
sind, glaube ich, daß auch du an deinen zweifeln "ver-zweifelst".
ich kenne das, du kennst das. wir haben unser beider leben darum aufgebaut.
die furcht dieses gerüst könnte zusammenbrechen, ich kenne sie.
ich wünschte ich könnte sie wegwischen, wie ein haar, daß
auf deine stirn fällt. ich wünschte ich könnte dir beibringen,
wie man von dieser sicheren brücke springt und darauf vertraut, das
bungee-seil wird dich halten. hmm, dieses vertrauen braucht man nur für
diesen kurzen augenblick, der rest passiert von ganz allein. es ist fast
leichter als die richtige "apfel - alt - shift"-kombination
zu drücken. naja, vielleicht auch nicht.
es ist jetzt 18.53 uhr, mein magen hat sich eben schlagartig beruhigt.
woran mag das wohl liegen? muss mich wieder am tisch festklammern, ein
schub drückt sich durch meinen körper, ich weis wieder, das
ich mich garnicht daran gewöhnen kann. kann es nicht ignorieren,
es haut mich einfach um. dafür danke ich dir. möchte dir zeigen
wie es sich anfühlt. du bist viel stärker als ich, das weiss
ich. ich habe selbst ein chaos in mir. hmm, habe ich das wirklich? ich
bin aufgewühlt und nur ein ding in mir verströhmt warme ruhe.
das wissen, daß du nichts falsch machen kannst und die hoffnung,
daß ich nichts kaputt machen kann...
donnerstag, 22. juni 2000
eigentlich habe ich garnicht das bedürfnis dir einen brief zu schreiben.
zu sehr bin ich der überzeugung, alles was du wissen musst, weist
du schon (was ein quatsch). also schreibe ich diesen brief wohl für
mich.
thema: farblehre.
bislang gab es nur zwei farbzustände: schwarz und weiss. das ist
fein. mit graustufen kann ich wenig anfangen und mit diesen zwei zuständen
habe ich mein leben ganz gut rumgebracht. mit schwarz oder weiss kann
man den zustand einer sache einfach und prägnant zuordnen. es ist
eben eines dieser ungezählten ying & yangs des lebens. gut oder
schlecht, hell und dunkel, warm und kalt, ja und nein. naja, jetzt gibt
es da wohl eine neue, bislang unbekannte farbe. hihi, davon hab ich keine
ahnung! sonst wäre das ja nichts unbekanntes für mich. sonst
könnte ich ja auch was dazu sagen, was darüber schreiben. kann
ich aber gar nicht. es ist erschreckend und beruhigend zugleich, anziehend
und abstossend, neu und alt, unbekannt und vertraut, verwirrend und klar,
es ist eben die zusammenführung aller yings & yangs, ein geordnetes
chaos und chaotische ordnung. es bleibt mir nichts anderes übrig
als mich zurückzulehnen und zuzuschauen. ich kann noch nicht einmal
das gefühl beschreiben. kann nicht sagen, ob es sich in extrem-bereichen
aufhält, ob es gut oder schlecht ist. es ist wie es ist. ha, ich
habs! wir sind auf dem gleichen weg! ich bin nur ein stück vorraus,
deshalb ist mir all das was du denkst und sagst so vertraut. wie herrlich
einfach. deshalb möchte ich auch, daß du auf diesem weg, den
du eben beschreitest, bleibst. deshalb kann ich voller ruhe und überzeugung
sagen, du hast alle zeit der welt. deshalb kannst du keine fehler machen.
wie simpel. das ist schon alles richtig so. und das aller beste ist: ich
weiss selbst nicht wo dieser weg enden wird. aber ich möchte ihn
mit dir gehen. tu ich ja sowieso.
(dies waren briefe und notizen. ab hier kommt der hauptteil, den ich bislang
als das buch angesehen habe.)
früher einmal, als ich noch mit schreiben etwas erreicht habe,
war alles schwieriger und leichter zugleich. ich brauchte nur das was
in mir war umzufüllen auf papier, um es zu sehen, zu verstehen.
heute ist das anders. heute kann ich noch so viel nachgrübeln,
versuchen zu schreiben, versuchen umzufüllen. das resultat bleibt
eine leere hülle. fühle ich mich in der luft hängend?
hmm, eigentlich nicht. ich habe eine greifbare unbegreifbare realität
vor mir, in mir, die unwirklich, unbeschreiblich und umwerfend ist.
ich bin verunsichert vom unbekannten, was mir dermassen vertraut erscheint,
dass ich mich dazu verleitet sehe, lediglich wissender zuschauer zu
sein. es ist wie eine amnesie, die ständig aufzubrechen scheint,
ich suche ihre nähe und fürchte mich vor der wahrheit. ich
betrachte mein verhalten und kann nichts ungewöhnliches darin entdecken,
bin aber trotzdem befremdet davon, zweifle ob dies auch wirklich in
ordnung ist, prüfe und ärgere mich über die vielen memos,
die der kopf des kontrollrats mir schickt. es wird vorsicht angemahnt,
wo ich keinen mut brauche. vielleicht ist es auch nur dieses schreckliche
gefühl des besiegten unbesiegbaren.
nun, früher einmal, konnte ich seitenweise gedanken aufs papier
sprudeln lassen, heute habe ich die wahl zu denken, ich könnte
besser auf den punkt kommen, oder ich bin gedanklich gelähmt. es
mag ja ganz schön sein, zu glauben man hätte immer eine wahl,
aber im moment würde ich lieber... - ...in deinen armen liegen,
deine hände auf meinem gesicht spüren und wissen, dass die
zeit stillsteht während sie in unglaublicher geschwindigkeit ausserhalb
dieser blase die uns umgibt dahinrast.
es ist die zeit der sinnlichkeit und nicht die der analyse. ich weis
zwar nicht, was ich mit dieser aussage anfangen soll, aber ich glaube
sie stimmt. es ist die zeit des erkennens und ergebens. vielleicht ist
das die bedeutung einer bindung. dieses ding was mir still dieses vertrauen
eingibt, an welchem meine zweifel sägen können wie sie wollen.
ein lächerliches unterfangen, welches ich an mir zeitweilen mit
belustigung beobachte. was ist das für eine einstellung? bin ich
das wirklich? lasse ich zu oft die kontrolle fahren? lasse es laufen,
passiv? darf ich das überhaupt? ich, der sich viel zu oft für
die welt verantwortlich sieht? fragen, fragen, fragen.
ich möchte festhalten was ich loslassen sollte. loslassen? ich
möchte es mir schwer machen, was ich mir zu leicht mache, bin verantwortungslos,
sollte standhaft sein, wo ich mich fallen lasse, sollte aufstehen wo
ich liegen bleibe. wer sagt das eigentlich, was ich tun sollte? führen
wir etwa ein überflüssiges weil unsinniges gespräch?
ich möchte schweigend mit dir in eine richtung blicken, das gleiche
sehen, was du siehst und wissen, dass es gut so ist, wie es ist: zeitlos
schön. ich finde keinen grund, womit ich das verdient haben sollte,
suche, denke, zweifle. weis, dass ich nicht zweifeln soll, nicht denken,
nicht suchen, kann nichts dagegen tun. prüfe und tadle. wie kann
ich mir so sicher sein?
aus der bar plärrt aerosmith: "...i miss you babe...and i
dont wanna miss a thing..." ich träume davon dich in den armen
zu halten, dich an mir zu spüren. träume wie du durch die
tür kommst, mich anschaust, mir das gefühl vermittelst, du
könntest es ertragen, diese brett, welches sich durch meinen körper
pflügt, ganz sacht. ich halte mich selbst fest, halte mir vor,
ich stehle dir die zeit, eben diese zeit die steht und fliegt. ich sehe
dich vor mir, wie du auf dem chefsessel sitzt, mich durch dieses schimmernde
licht, was zwischen uns im raum hängt, anschaust. regungslos, sprachlos,
zeitlos. ich spüre diese unheimliche kraft, die mich aus dem sofa
hebelt, auf dich zuzieht, meine hand an dein gesicht führt, sehe
wie du dabei aussiehst. der kleine tot, er wohnt in meiner brust. jeden
tag, jede nacht.
ich finde, du musst das wissen, glaube du weisst es, möchte nichts
sagen, dir alles geben, nichts ersparen, fürchte mich vor zu vielem
auf einmal. weiss, du bist viel stärker als du glaubst, möchte
dir... - ich will, dass du weisst, dass ich nicht verrückt bin.
wovor soll ich mich schützen? und wovor musst du dich schützen?
oder noch viel besser: wozu baust du einen schild um mich auf? ich gebe
zu, ich tue das gleiche. wozu dient dieser schutzschirm, den wir beide
haben? ...und was soll ich hier überhaupt schreiben, was du nicht
sowieso schon weisst? hauptsache mal was gesagt? yo! so schauts aus.
sorry, dass ich dir diesen tag gestohlen habe, sorry, dass es mir nicht
sonderlich leid tut. der tag sollte wirklich 80 stunden haben.
ich bin mit der erwartungshaltung an den rechner gestürzt, hier
ansatzlos weiter schreiben zu können. dabei habe ich den fehler
gemacht, die zeilen hier oben nochmals zu lesen. jetzt sitze ich schmunzelnd
da und finde, es ist alles gesagt. und natürlich nichts! ha! ausser,
dass ich mir wünsche ich könnte dir die hälfte meiner
tagesstunden schenken. ich komme mir fast (nur fast) schäbig vor,
dass ich mir so viel zeit für mich nehmen kann. zeit die du für
dich nicht hast. aber, hmm, nichts aber!
wenn ich mir so anschaue, wie ich mich verhalten, gefühlt habe,
als ich dich heute mittag vermisst habe, auf dich wartete, dann wundere
ich mich ein bischen über mich selbst. ich HASSE warten & ich
mache mir sofort SORGEN. normalerweise. mit einer engelsgleichen ausgelassenheit
sah ich die zeit verrinnen, trug dich in mir, las "high fidelity",
lachte, dachte und sah mir zufrieden selber zu. bedauerte dich dafür,
dass du so lange in dem hässlichen betonkasten schmoren musst,
roch an den rosen und sandte dir dieses gefühl, lächelte dich
an und war des lebens froh. das nenn ich mal naturstoned. aber es fiel
mir auf, dass ich hätte eigentlich nervös werden müssen,
mir mächtig sorgen machen müssen, auf und ab gehen müssen.
hmm, ein geiles gefühl, dies nicht tun zu MÜSSEN. wieder einmal
ein fettes danke, an die person die mir mit sanfter, weicher stimme
schöne lieder vorsingt. mi alma, te quiero.
es ist jetzt kurz nach halb zwei, der lärm aus der bar, die hochzeit,
sie übertönt die musik aus meinen boxen. ich sitze hier und
träume mich in dich hinein, versuche dir energie zu schicken, hoffe,
dass du schon längst nach hause gegangen bist, schläfst. träume
davon, dich auf meinem schoß liegen zu haben, dich in den schlaf
zu streicheln, dir dabei zuzusehen, wie du vor dich hinschlummerst.
versuche kaum zu atmen dich nicht zu stören, achte darauf, dass
dich keine fliege in den po piekst. bin selbst müde und höre
deinem atem zu. träume dich weg von dem lärm, dem regen. sehne
mich nach der sonne auf deinem gesicht, die deine augen in tiefes grün
taucht. bewundere deine lachfalten, grüble nach einem derben witz,
bin fasziniert, möchte deine lippen berühren. dich an mich
ziehen. möchte die sonne mit dir aufgehn sehn, und wieder unter
gehn sehen, mit dir die sterne zählen, vermisse dich.
die musik aus der bar ist verstummt, und nur das klappern der leeren
bierkästen kracht durch die nacht. ich bin immernoch hier, ziemlich
weich in der birne und lasse das gefühl durch mich hindurch dümpeln.
es ist kurz nach vier und die müdigkeit will mich in eine horizontale
position zwingen. das wäre ja gelacht! jedes geräusch im treppenhaus
schiesst mir das adrenalin durch die brust. boom, boom, boom. ich möchte
jedenfalls, dass du die blumen zuhause hast. sie riechen wirklich lecker.
passt zu dir.
szenenwechsel:
habe ich das gefühl, du könntest das gefühl haben, ich
würde dich nicht ernst nehmen? hmmmm... wenn man sich gerade mit
unkontrollierter hirnwichserei in ein stadium der selbstverstümmelung
treibt, ja dann kann man auch vieles einfach nur falsch verstehen, falsch
sehen, falsch interpretieren. aber, was ist denn richtig und was ist
falsch? a loop is a loop is a loop. egal was der auslöser ist,
es dreht sich doch immer nur um das eine, um die frage nach der moral,
dem was unter dem strich rauskommt. blablabla.
ich weiss, ich würde eine kugel für dich einfangen, will dich
vor allem unheil bewahren. ja das weiss ich. aber: ich möchte dir
nicht im wege stehen, bei den erfahrungen, die du machen musst. das
ist die ganze krux an der sache. ich möchte immer an deiner seite
sein und vielleicht dich auf dinge aufmerksam machen, die gerade im
begriff sind, dir voll in die fresse zu hauen. (auch wenn nur du es
bist, die dir in die fresse haut) du musst dich lediglich ein wenig
zur seite drehen, womöglich mit einem deiner unwiederstehlichen
"uh's", um der sache auszuweichen. aber ich möchte dich
nicht am arm packen, dich zur seite zerren und oberlehrermässig
dir etwas nehmen, was nichts für dich ist. "du bist ein maikäfer.
was soll ich bloss mit dir machen." - "lass ihn fliegen."
du kannst fliegen, du tust es jeden tag. auch die tage, bevor ich da
war. und es ist wie immer das gleiche: das weisst du nämlich alles
selbst schon. aber manchmal ist es eben ganz gut so, wenn man das von
einem andern hört. ich weiss.
die welt um mich, um dich, um uns herum versinkt in bedeutungslosigkeit.
keine kontur, kein inhalt, kein sinn. in den wenigen klaren momenten
die ich habe, stelle ich mir die frage, ob das richtig sein kann. ob
ich mich verloren oder gefestigt fühlen soll. oh, ich fühle
mich unverwundbar wenn ich dir in die augen schaue. mehr brauche ich
nicht. wirklich nicht.
ich bin nur für ein paar stunden von dir getrennt und stelle genüsslich
fest, wie sehr du mir fehlst. dieser unsichtbare sog, der mich und meine
gedanken zu dir hinzieht ist - krass. mit ultra-breitem griensen sehe
ich mich die stufen vom parkplatz zur bar hinauf springen, mich auf
einen der stühle pflanzen und mit wohliger unruhe das breite portal
anpeilen. ich rühre in meinem cappucino, falte das papier der naps
und warte. warte bis du durch mein blickfeld schwebst. und was soll
ich sagen, meine mundwinkel zeigen schnurstracks gen himmel als du,
ganz in schwarz gekleidet, wie ein fels in der brandung, auf panthers-pfoten-gleich,
besagten catwalk auf mich zu kommst. ich kann sehen wie sich die matrix
um dich schmiegt, hauche ein jämmerliches "wow" in den
wind und bin froh zu sitzen. spüre die schwerkraft an meinem magen
zerren, spüre diesen leichten schauer, wie er mir vom nacken bis
in die fussspitzen streicht. achte angestrengt darauf, die kinnlade
eingeklappt zu halten, will mein gesicht in deinen bauch drücken,
dich zu mir ziehen, deine hände, arme, schultern fassen, TILT.
aber nein! ich bin cool. coooool. zwinge meine mundwinkel in eine horizontale
position und versuche mein "ich kann kein wässerchen trüben
blick" ins gesicht zu meisseln. ich muss mir eingestehen, es macht
mir spass. es ist gut. eine gute übung. blaa.
huaa, welch süsser hirnaussfall war das denn? da ist mir doch von
jetzt auf vorhin die uhr um 20 minuten vorgesprungen?? und in der tat,
heute war ein wahrlich aufregender tag. hmm, so wie immer. schon gut.
ich hör schon auf zu schreiben.
heute wurde ich von meiner sonne geweckt. wurde von ihr beim frühstücken
angestrahlt, konnte sie sehen wenn ich von meinem buch aufsah, ach,
kurz: ...! ich werde mir gerade meiner sprachlosigkeit bewusst. da bin
ich vollgestopft mit bildern, emotionen und gedanken und kann sie nicht
formulieren, nicht wenn ich dir gegenübersitze, nicht wenn ich
hier alleine am rechner sitze. schon dumm das, irgendwie. aber ich bin
viel zu sehr in gedanken um jetzt was zu schreiben. punkt.
du sagtest was vorhin von wegen du hättest dich "fehl am platz"
gefühlt, oder so was in der art. dies ist ein derart abwegiger
gedanke, dass ich mich damit nicht weiter beschäftigt habe. aber
jetzt ist es mir wieder eingefallen und ich runzle die stirn. ich gab
dir als antwort, dass du an meiner seite niemals "falsch plaziert"
sein kannst. hmm, ist das eine zufriedenstellende antwort? es ist nunmal
so, ha, ganz einfach! du hast mich heute mit den worten geweckt: "hier
ist deine sonne." ein (sagen wir mal) tolles gefühl, mit welchem
ich gut und gerne den rest meines lebens aufwachen möchte. kurze
zeit später sass ich im quartier und in der tat, als du urplötzlich
vor mir standest (und ich wusste ja, dass du kommen würdest) traf
mich dieser wow-schlag, den ich gut und gerne für den rest meines
lebens erleiden möchte wenn ich dich sehe. tja, dann gingen wir
ins vivarium, setzten uns vor die flamingos. ich las "high fidelity"
und die zeichnetest. ach was soll ich sagen, mit dir am see liegen,
dich aus selbigem im gegenlicht der sonne steigen zu sehen, auto fahren,
eis essen, shoppen, frühstücken, die sonne aufgehen sehn,
hinter dir die treppe hinauf gehen, sich in der bar (heiliger boden
- highlander) an-coolen, dich vermissen wenn du mal für königstiger
bist, italienisch lernen, dir einfach nur zuhören, durch die felder
laufen, dich im arm liegen haben, schlafend oder wach, deinen körper
entlang streichen, deine lippen am hals spüren, deine stimme zu
einem lied im bauch hören können, dich küssen, in dich
hineinkriechen wollen, die haare zerzausen, dir dabei zuzusehen, mich
von dem gefühl überrennen lassen, über dich herfallen
zu wollen, milchkaffee trinken, mich anstrahlen lassen, von augen die
grün-weit-tief einen ergrauten typen gegen herabhängende äste
laufen lässt... es ist nunmal so, dass ich dir ständig (ohne
pause) sagen könnte, wie wohl ich mich in deiner nähe fühle,
wie sehr ich es geniesse mich in deiner gegenwart zu baden, welch schönes
gefühl du mir gibst, lalalala. ab einem gewissen grad wirken solche
"confessions" lächerlich, unglaubwürdig oder einfach
nur zuviel. ich will dich nicht erdrücken, will dir nicht ständig
immer das gleiche wiederholen. und es wäre noch nicht einmal "immer
das gleiche", es wären eben nur immer die gleichen, beschränkten
worte, die eben nicht dafür geschaffen scheinen dieses gefühl
zu fassen, zu beschreiben. und, last not least, ich bin nicht verrückt.
ich wäre verrückt, wenn ich das alles nicht mitnehmen würde,
ein HONK, oje! und ja, es scheint eine höhere macht zu geben, und
ich muss nur noch rauskriegen, was ich denn so übermenschlich-ultra-heldenhaftes
gemacht habe, damit ich die gegenwart von jemandem wie dir verdient
habe. jaja, das klingt krass und du wirst innerlich den kopf schütteln
und das ganz anders sehen. (wehe wenn nicht!) aber deshalb empfinde
ich es eben so. du gibst mir (einfach so) dieses sichere gefühl,
dieses alles-ist-gut-du-kannst-keine-fehler-machen-ding. nimmst meine
hand und nichts kann passieren. wir lehnen uns gegenseitig aneinander
an. ha! deshalb ist es auch doof zu denken du würdest dich von
mir durch die gegend kutschieren lassen. vergiss das, so ein quatsch.
ich mache mir darüber keinerlei gedanken. und du solltest das auch
nicht tun. du nutzt mich nicht aus. nimm es einfach als gegeben an,
dass es UNSINN ist, sowas zu denken. jaja, ich weiss, und ich will nicht,
dass du (oder sogar ich) das gefühl hast, von irgendwas abhängig
zu sein. grrr, und auch nicht denken, du würdest mir die zeit stehlen.
wenn ich keine zeit habe, dann werde ich das schon sagen. immer die
gleiche leier. ich hör schon auf. jaja, ist ja schon gut.
jedenfalls denke ich darüber nach, den titel des buches umzuändern
in: "hirnwichserei - auf papier und zum nach hause tragen".
hmm, klingt ganz nett. vielleicht ein bischen krass, aber nun, "es
ist, was es ist", sagt erich fried aka die liebe.
deine berührung kam unvermittelt, plötzlich und wie eine welle
der wärme. auf dem weg vom see nach hause hielt ich deine hand
in meiner und nur das alleine schickte mich an den rand des platzens
vor glücks.
auf meine frage, ob der "heilige boden" auf die rest-welt
ausgedehnt werden soll, sagtest du: "ja." du wünschst
dich in den zustand zurück "bevor wir bei mir im büro
auf dem boden lagen." ich habe einen grossen schalter in mir, auf
dem steht der titel "respekt". dieser steht seit anbeginn
dieser beziehung die keine ist, auf "an". das ist gut so.
haha, ich versuche gerade mal wieder mit sachlicher logik einen sachverhalt
darzustellen, den ich nicht mit sachlicher logik darstellen kann. das
habe ich schon die vorangegangenen seiten versucht. wieso sollte es
mir jetzt gelingen? weil der titel "der weg ist das ziel"
lautet? weil ich hier lediglich den weg beschreibe. hmm. also gut. nachdem
ich dir sagte ich sei glücklich und du mir sagtest, dies sei gut
so, nach ein paar von aussen kommenden abturns und ein paar locationwechseln
stelltest du mir die masterfrage: "womit habe ich das verdient?"
ich interpretierte die frage so, dass sie so gemeint wäre: "womit
habe ich jemanden wie dich verdient, der all diese dinge tut, die mir
gut tun, ohne etwas dafür zu verlangen..." ziemlich eingebildet,
aber so habe ich es verstanden. jetzt, nachdem die franzosen europameister
geworden sind und ich alleine vorm rechner sitze, kann die frage auch
anders interpretiert werden. (der schalter im hirn auf dem steht "wichsen"
ploppt auf "an". d: "womit habe ich es verdient, dass
ich so durcheinander gebracht werde, dass du nicht auf mich eingehst,
mich ignorierst, übergehst." hmm, depp. vergiss es. viel interessanter
ist meine antwort gewesen, die mich selbst ein wenig überraschte.
(wieder mal etwas, was ich von dir bekommen habe, ohne, dass du es bemerkt
hast, ohne dass ich es dir gesagt, gestanden habe.)
ich sagte dir (nach reiflicher überlegung und reformulierung, um
etwas die schärfe und brettigkeit aus der sache zu nehmen) du hättest
das wohl verdient, weil du meine kleine welt gerettet hast. naja sieh
es einfach so. ich lerne jeden tag, den ich mit dir verbringe, etwas
dazu. und zwar über mich, das leben und wie ich es verbingen möchte.
du bist offen, ehrlich, sinnlich und strahlend. ich habe manchmal angst
davor, wann dieser zeitpunkt kommen wird, an dem du ausgebrannt sein
wirst. mir wird das bewusst, wenn ich wieder alleine bin, und die eindrücke
des tages durch mich hindurch ziehen und du deine spuren in mir gräbst.
wenn ich eine hoffnung habe, dann die, dass es andersrum ähnlich
ist (auch wenn ich mir nicht vorstellen kann, was das denn sein sollte
- ein brötchen aus der küche vom quartier holen kanns ja wohl
nicht sein!). ich hoffe, es ist so und ich merke es einfach auch nicht.
ich hoffe, das bleibt so, dass jeder von uns beiden das richtige für
den anderen tut, ohne darüber nachzudenken, ohne kalkül, ohne
die frage nach dem, was denn dafür zurück kommen wird, oder
kann oder "wichs-wichs".
ich stehe noch immer im see und drücke deine körper an meinen.
kann dabei keine formen spüren, nur dich in meinen armen, mich
in deinen armen, kann sehen wie du sekunden zuvor auf mich zugeschwommen
kommst, du schaust in meine augen, ich kann dich spüren. das alles
hat nichts mit dem letzten haken (den es noch abzuhaken gilt) zu tun.
ich frage mich, warum du so oft daran denkst. welcher druck, von wo,
auf dir lastet. der kreis schliesst sich und ich sehe wieder den schalter
vor mir, auf dem steht: "respekt".
es kommt mir immer wieder diese innere checkliste in den sinn. die liste
der rollen die du für mich besetzt. die des besten freundes (geschlechtslos),
die der mutter, der tochter, des partners, der lehrers, des schülers,
der heiligen und hier klafft die lücke: die hure bist du nicht.
selbst wenn ich den screenshot (die screenshots) vor augen habe, wie
du dich bebend unter meinen berührungen windest, stöhnst und
lustvoll, begehrenswert, sexy und ... aussiehst. die vorstellung mit
dir zu schlafen hat nichts mit "kommen" wollen, sollen, müssen
zu tun. nichts mit rammeln, schwitzen, zerren, grabschen und ... ja
eben nichts mit diesem banalen "höhepunkt". vielleicht
einfach noch nicht. mag vielleicht sein. aber es ist wie es ist. für
mich. ein ding, was sich meiner vorstellung entzieht, und das ist auch
gut so. ja, ich will mit dir schlafen. und ich kann mit dir schlafen.
irgendwann. aber nicht dann, wenn irgendeine "frist" abgelaufen
ist, ein herbeigeredeter termin, eine stimmung "erzeugt" wurde.
no way. es wird passieren, wenn wir uns in die augen sehen und es wissen
werden. vielleicht wird dieser moment auch nicht kommen. vielleicht
wird dieser moment nicht klar sein, durch vorsicht, angst, berechnung,
erfahrung getrübt, verschleiert. vielleicht sollte ich dir das
einfach mal so sagen, wie das hier steht. ich tue mich so unheimlich
schwer, solche dinge zu "bereden". da habe ich nun die venus
im sternzeichen und dann sowas!
und ich habe eben eine definition für unseren undefinierbaren zustand
gefunden. ich würde es "eine romanze" nennen. von meinem
empfinden aus ist dies eine passende beschreibung für etwas was
zeitlos, sinnlich, nahe, vertrauensvoll vertraut, emotional tiefgreifend,
verständnisvoll weit und unbegrenzend glückseelig, unbeschränkend,
sicherheit gebend, unverletzlich frei ist. was für ein brett und
ich darf sowas erleben. wer hätte das gedacht?
fuck it? really? faktor x-y-z? wir sind dermassen damit beschäftigt,
den anderen vor etwas zu bewahren, zu schützen, dass wir unseren
eigenen weg und womöglich unser eigenes ich allzu oft vergessen?
kann ich überhaupt für "uns" sprechen? also spreche
ich von mir: als du eben hinter deiner haustür verschwandest, sah
dein lächeln gequält aus. ich hatte den eindruck, dass du
eine erwartung in mir entdeckt hast, ein eindruck den ich nicht erwecken
wollte. ach, blaaaaaa. fakt ist: manchmal ist es eben besser zu schweigen.
jedes wort scheint mir zuviel. dein gesicht redet bände, ich muss
noch nicht einmal in dieses offene buch hineinschauen. der einband sagt
alles. hmm, oder ich kann nicht lesen?
20 minuten später...
alles wieder ok. scheiss hirnwichserei. immer das gleiche. FUCK IT!
aber es ist wahr, dein gesicht spricht bände und manchmal spiegelt
es eben auch einen schmerz wieder. und dann ist es schwer für mich,
damit besonnen umzugehen. weiss nicht, warum das so ist. ich möchte
dich dann drücken, halten, dir sagen "lass ihn gehn",
ich weiss nicht. möchte ihn wegküssen. aber das gehört
dazu, ich darf nichts dagegen tun. ich leide mit dir, weiss nicht warum.
ich habe doch schon so viel gesehn, warum ist das denn so schwer? ich
will dich anrufen, darüber sprechen, dich ablenken, alles falsch.
ich könnte dich zulabern. nope, was für ein bankrott. ich
könnte auch denken meine gegenwart zieht dich am ende runter. da
ich aber offensichtlich mega-egoistisch bin, tue ich nichts dagegen.
wie leicht kann man mich eigentlich umwerfen? wo sind wir denn hier?
im kasperle-theater?
fuck it! fuck it! fuck it!
du fragtest mich vorhin im quartier, ob ich dir etwas vorspielen würde,
wenn ich dich mit verdrehten augen und entgleisstem gesicht angrunze,
nachdem du irgendwas (ahem) "erotisierend-lustvolles" mit
mir angestellt hast. hui, was für eine umschreibung. anders gesagt:
wie es in mir aussieht, wenn du mir plötzlich (mit einem grrrr)
z.b. in den hals beisst. nun, eigentlich habe ich dabei/danach nur einen
gedanken: "mach weiter!". und so ein kleines kollaps-gefühl.
und ja, es fühlt sich traumhaft an, und ja, ich bin ein totaler
depp, dass ich dir das nicht zeigen kann, nicht sagen kann. mir bleibt
die luft weg. auch das ist nichts was mir leicht fällt. ach ich
bin durcheinander, ich hör auf zu schreiben.
heute bin ich nicht von meiner sonne geweckt worden. ich bin ohne meine
sonne eingeschlafen und habe nicht von dieser sonne geträumt. das
erwachen war ein kritisches, ängstliches, verlorenes. aufstehen,
anziehen, rausgehen, ein toter automatismus. auf dem weg in die wackerfabrik,
dachte ich darüber nach, ob ich mich melden will, ob du dich melden
wirst. ich habe den eindruck, dies wird ein test-tag. ein tag, an dem
wir uns selbst testen wollen. hier mein zwischen-test-ergebnis: ich
vergehe innerlich, es ist kein zerfliessen, es ist ein zerren und zerreissen.
eine leere blase füllt meinen kopf, die stelle in meiner brust,
die du nunmal inne hast, brennt und klopft. es ist schrecklich. ich
sehne mich nach deiner nähe und ich finde keine ablenkung von diesem
sog, diesem magnetismus, den ich nicht kontrollieren kann. ich möchte
mich hinlegen, die augen schliessen, mich verschliessen vor diesem gefühl,
was ich nicht in den griff bekomme. es ist eben nicht etwas, was man
mit dem kopf steuern kann. da muss ich aber durch. wie kann es sonst
sein, dass ich mich von der hirnausfall - ...
wie dämlich, so ein testtag. mir ist danach dich zu sehen, dich
zu hören, spüren, schmecken. aber ich unternehme nichts um
diesen zustand zu erreichen. ich halte mich zurück, weil ich glaube,
du brauchst das gerade. wieso glaube ich das? weil du das vielleicht
wirklich brauchst. und ich mich eher in der position sehe, etwas kaputt
machen zu können, ohne das zu wollen. ich habe das gefühl,
nur noch fehler produzieren, oder gar provozieren zu können. also
leide ich lieber selbst, als dass ich dir einen/hunderte gründe
liefere zu leiden.
die sehnsucht pocht durch meine adern und ich schnappe nach luft. habe
screenshots im kopf, deine stimme im ohr und dein gesicht in den händen.
habe das gefühl, dich verletzt zu haben, bin ein häufchen
elend, was mit eiserner miene, in der wacker, am rechner sitzt und stoisch
auf die tastatur hämmert. was hindert mich daran dich anzurufen?
angst oder vorsicht? die überzeugung, dich alleine lassen zu können?
willst du das überhaupt? brauchst du das? zweifel über zweifel.
das ist zwar für mich ein gutes zeichen. aber es ist und bleibt
ein schreckliches gefühl. ich will keine fehler machen, dich nicht
unter druck setzen, nicht egoistisch sein.
ich komme zur tür rein, im weststadt-büro, und habe deinen
duft in der nase. das schiesst mich teils hoch und und zieht mich teils
runter. bin ich denn soo tief drinn, in dir, dass ich deine körperliche
abwesenheit nicht mehr ertragen kann? hmm, sieht verdammt so aus. ich
trage dich in mir, wohin ich gehe. verliere kraft dabei. really? seems
so! i just donno. wie kann es sein, dass meine hände nach dir riechen?
(das tun sie wirklich, habe es eben nochmals gecheckt). bin ich am durchdrehen?
was für ein wirrer y-faktor ist das denn? arghl. ich verliere die
kontrolle, ich kann es spüren. und wenn ich die kontrolle verliere,
verliere ich dich. ich taumle zwischen x entscheidungen:
1. ich gehe weg.
2. ich steh das durch.
3. ich geh weg und steh das durch.
4. ich bleib hier und steh das nicht durch.
5. ich drehe durch und bleib hier und bin weg und steh das durch.
6. reiss mich mal zusammen, was geht hier ab? wer bin ich denn? jetzt
hör schon auf.
schluss aus. was haben wir denn da? also, ich liebe dich. ich weiss
das, du kannst es bestenfalls glauben. du kannst damit aber nichts anfangen,
weil du eben in dieser ziellosen, orientierungslosen, sinnlosen und
inhaltslosen phase steckst, die einen gefangen hält, nachdem man
kürzlich aus einer tiefen, prägenden beziehung herausgegangen
ist. in dir herrscht ein chaos, was ich nicht zu verantworten habe,
was ich dir nicht ordnen kann (aber insgeheim will), was du nicht ordnen
kannst (aber insgeheim willst), und was dir die augen vor dieser erkenntnis
verschliesst, die du dahinter vermutest. wie kann ich so dreist sein,
hier in ein paar sätzen deine situation beschreiben zu wollen?
ich arschloch!
offensichtlich verliere ich die geduld. ich hasse mich dafür. was
ist passiert, dass es jetzt so sein muss?
ich komme immer mehr zu dem hirngespinnst, dass es im long-run besser
wäre, jetzt einen cut zu machen. kurz davor, ist es am schönsten.
ich für meinen teil bin über diesen punkt hinausgeschossen.
ich habe keine hoffnung, dir etwas anders geben zu können als enttäuschung
und schmerz. weil ich eben auch ein angsthase bin, weil ich dich um
nichts in der welt verletzen möchte. punkt. ich habe herausgefunden,
dass es etwas neues, atemberaubendes, wertvolles und eben schützenswertes
im leben gibt. ich will nicht irgendwann aufwachen und feststellen,
dies zerstört zu haben.
das kann doch alles nicht mein ernst sein? wozu prüfe ich mich
allmorgentlich? um so eine scheisse von mir zu geben? ich höre
mich diese bedeutungsschwangeren worte sagen: "...will dich lieben
und ehren, in guten wie in schlechten zeiten, bis dass der tot uns scheidet..."
stehe neben mir und kann sehen, wieviel ich von dir weiss, ohne dass
du ein wort sagen musst. sehe dich vor mir, wenn meine hände zu
dir sprechen, spüre deine hand in meiner, wenn die aussenwelt verschwindet.
hmm, ich kann das garnicht beurteilen. das kannst nur du. irgendwann.
neuer ansatz:
du triffst aussagen, betreffend dingen, die noch nicht passiert sind,
die schon passiert sind, vom zerfliessen, vom sterben, angst, schutz,
in tausend kleine lichtkugeln zerspringen, anziehung, abstossen. ich
verstehe was du sagst. weil es mir genauso geht. also geht es dir wie
mir. also haben wir beide nicht gelernt, wie man mit sowas, mit dieser
situation wie der unseren, umgeht. was passieren wird, welche auswirkungen
was haben wird, wo es hinführt, was es bedeutet. wir haben die
gleichen ängste, zweifel, bedürfnisse, hoffnungen. wenn das
so ist, gibt es keine entscheidung, die es zu treffen gilt. daher bin
ich mir auch so sicher. krass. mit dem ausschreiben dieses wortes "sicher",
sind alle zweifel und hirnwichsereien plattgewalzt, unter diesem fundament
begraben. wow, was für ein geiles, breites, warmes gefühl.
ich möchte dich damit überschütten, dich darin baden,
es mit dir teilen. sicher!
später am abend rief ich dich an, du hattest ein kreativ-loch und
ich holte dich ab. wir gingen ins quartier und später ins büro,
wo wir die nacht durchmachten. um 7 uhr war frühstück angesagt,
also ab ins schwarz/weiss. dort bekamst du einen laberflash und erzähltest
mir aus deinem leben mit deinem exfreund. ich weiss ich war hundemüde,
sah endscheisse aus und überhaupt. aber, der punkt ist der: kein
wort von dir kam mir unverständlich vor, keine reaktion von dir
ungewöhnlich, keine erfahrung unbekannt. ich spürte wie mir
die tränen in die augen schossen, weil mir ständig dieser
eine gedanke an die hirnrinde klopfte. "das kann es doch nicht
wirklich geben!!" ich kam mir vor wie ein dj, der ständig
diese eine stelle auf der platte scratcht: "deshalb liebe ich dich,
de-de-deshalb liebe ich-ich-dich, de-de deshalb, auch deshalb..."
wie kann ich dir beibringen, dass alles (in worten ALLES) was du sagst
PERFEKT ist. ein traum, den ich aufgegeben habe zu träumen, eine
hoffnung die längst begraben war. ich will mit dir zusammenleben,
alt werden. wenn du so mit deinem leben umgehst, wie du es beschrieben
hast, dann wird es einfach keine probleme geben und irgendwann wirst
du dich nicht mehr erinnern können, wie es war, ein schlechtes
gefühl zu haben. ich bin im geiste fünf mal vom stuhl auf
die knie gerutscht und habe dir einen antrag gemacht, mir diese unfassbarkeit
vor augen geführt, während ich dir zuhörte, meine eigenen
erfahrungen dagegen halten konnte, wusste wie ich mich verhalten hätte,
brauchte schon garnicht mehr zu nicken, möchte dir zeigen, wie
es sein kann. du hast mein fundament der sicherheit mit stahlbeton fünffach
untermauert. einfach so. ich sitze nur da und schüttle den kopf.
ZUCKER!
dann fuhr ich dich an die uni und mich nachhause. nun, ich wollte mich
für ein stündchen hinlegen, ausruhen. ich hab bis kurz vor
6 gepennt. gepennt ist der falsche ausdruck. ich habe dieses gefühl
geträumt. ich weiss nur noch, dass es hell und warm war. ich bin
zwischen drin ein paar mal aufgewacht und spürte wie sich mein
lächeln ins gesicht geprägt hat. es hat sich angefühlt,
so, wie ich es mir vorstelle mit dir zu schlafen. ich meine im gefühlsmässigen
sinne. eben diese confession, diese totale nähe die schon eher
eine, hmm, verschmelzung darstellt. ich stand dann auf, machte mir ein
paar brötchen und du riefst an. schon verrückt, ich empfinde
deine stimme engelsgleich, wenn ich dich berühre, dann kommen mir
vergleiche mit himmel & unendlichkeit in den sinn, aber ich lasse
dich das nicht spüren. wie scheisse eigentlich. kommt noch. =)
als ich endlich bei dir in der tür stand und dich in den armen
hielt, nun, es war wie wenn man auf dem schmalen gipfel eines berges
steht, um sich herum nur den gähnenden abgrund der bedeutungslosigkeit,
der sich spiralförmig um uns dreht. als du dich auf der couch um
mich gewickelt hast, war das so, als ob es nur einen geist gibt, der
uns beide steuert, der weiss, wie etwas sein muss, dass es eben perfekt
ist. ich möchte mich ein paar tage mit dir irgendwo einschliessen
und diesen geist ein bischen machen lassen. ich sehe dir zu wie du durch
die wohnung springst, spüre diese reine freude in mir, wenn ich
dir zusehe, wenn du deinen kopf zur tür herein streckst. spüre
dieses fette "ja" in mir, bei allem was du tust. kann mich
nicht von dir losreissen, will das auch garnicht, kann nicht sagen:
"los! mach jetzt!" muss dich küssen, zerspringen, muss
dich lieben, ein süsses muss, ich kann mich nur ergeben. sweet
surrender.
später in der bar (schickes fahrrad) beugst du dich vor mir hin,
und ich kann dein decolteé bewundern, kann deine brust noch in
meinen händen spüren, lalle ein paar worte hervor und hänge
wie ein nasses handtuch in einem dieser überteuerten nasse-handtuch-halter.
ich will dich tanzen sehn. deinen körper, wie er sich in meinem
schoß streckt. heute hätte die bar ruhig geschlossen bleiben
können. du hättest da liegen bleiben können, wo du lagst,
ich will dir zeigen was ich meine, wenn ich es fühle, dieses ding,
dieser satz, mit den drei worten.
boxenstop 1
ich habe nach beendigung des vorangegangenen schriftwerks das ding ausgedruckt
und als ich es gerade am verpacken war, hörte ich deine schritte
im treppenhaus. also fuddelte ich hastig die blätter in einen umschlag,
drehte mich seitwärts zu tür und konnte die sonne aufgehen
sehn. ich wollte aufspringen, mich um deinen hals werfen, blieb aber
kleben und machte mir sorgen über dieses vorhaben, dir diese seiten
zu geben. ich weiss nicht warum, schliesslich wollte ich, dass du das
alles weisst. aber ich machte mir sorgen wie du auf die "weggeh-geschichte"
reagieren würdest. aber es ist wie es bleibt, ein teil von mir,
und somit etwas was du wissen MUSST. ich sah dir zusammengesackt beim
lesen zu, studierte deine gesichtszüge, und mit schwindender seitenzahl
wurde ich immer nervöser. irgendwann muss doch die stelle mit der
aufzählung kommen? irgendwann brachst du in lautstarkes lachen
aus und prustest hervor, dass du eben an besagter stelle angelangt bist.
ich hätte mit vielem gerechnet, (was mich eben zu diesen zweifeln
geführt hat) aber diese reaktion; nun sie war wie immer, diese
zuckersüsse in milch und honig gedippte sahneschnitte. wie konnte
ich nur so dämlich sein zu glauben - naja, schwamm drüber.
ich hatte erwartet du würdest garnichts sagen, du hast nichts sagen
müssen, ich wollte nur dass du es weisst. statt dessen fragst du
nach mehr. ich bin glücklich. mag dich nur noch an mich drücken
und eben dich von aussen an dich von innen drücken. der puls an
meinem hals droht mir den kopf abzusprengen. ich ziehe dich mit letzter
kraft zur couch, halte dich im arm und sterbe vor mich hin. bei dir
zuhause angekommen stehe/hänge ich ziemlich flau im raum. ich möchte
dich ausziehen, dich aufs bett ziehen, auf den timetrigger drücken
und die zeit anhalten. aber ich möchte es von dir hören. stattdessen
wanke ich zur tür heraus, drücke dich, verabschiede mich (oh
ich HELD) und werde irgendwie wieder in den raum bucksiert. lasse mir
noch ein paar skizzen zeigen (und ja ich werde nie wieder was zeichnen.
ich unwürdiger) (höre das streitgespräch dieser beiden
jungs, die links und rechts auf meiner schulter sitzen - aber hallo?
die streiten ja garnicht! die sagen beide: "los jetzt! na mach
schon! es ist RICHTIG! du depp!") höre mich nochmals von der
bezaubernsten, anziehensten, wunderschönsten frau verabschieden,
wuchte mich abermals auf den flur und schleiche mit schlackernden beinen
die treppe hinab. und ja, sie sieht mir nach und ich ziehe mich mit
den händen das treppengeländer hinunter, in die richtung in
die ich nicht will. steig ins hirnamputierten-mobil ein und fahre nachhause.
WO IST MEIN ORDEN? nun, mein blutdruck liess mich nicht sofort einschlafen
und ich konnte mich nicht umdrehen, schliesslich lagst du ja noch in
meinen armen und ich hielt dich da bis ich irgendwann am morgen aufwachte.
und ich hielt dich da bis ich dich loslassen musste, weil ich blöderweise
aufs klo musste. ich stand auf, stieg ins auto ein, schrieb dir eine
sms und fuhr in die stadt. mir war nach sonnenblumen. gedacht, gesagt,
getan. jetzt wurde es schon schwieriger. da du dich in der zwischenzeit
noch nicht bei mir gemeldet hast musste ich davon ausgehen, dass du
noch (mit an die nase gezogener "weichen, großen" (da
passen auch zwei drunter) decke, schläfst. ein bild, welches ich
als schön und wohlig empfinde und dich auf gar keinen fall da rausholen
mag. ich fuhr zu dir hin, der parkplatz-gott hatte mir direkt vor deinem
haus ein plätzchen reserviert und parkte ein. was soll ich nur
tun? die blumen vor die tür legen? sms schreiben? und dann schnell
weg? ich weiss, du bist angenervt, wenn man dich aus dem bett schmeisst,
du jemanden in der bude sitzen hast und noch nicht geduscht hast, jaja,
ich weiss. aber ich denke mir mal, für mich kannst du ja eine ausnahme
machen. ich ruf an, du gehst ran, und (traraaa) lässt mich nicht
gehn. die gleiche bezaubernde, unwiederstehliche, wunderschöne
frau vom vorabend macht mir die tür auf. ich spüre sie in
meinen armen, lasse mich von ihr auf die couch ziehen, lasse sie um
mich wickeln und geniesse diese gerade-aus-dem-bett-gefallen-stimmung.
wenn mir jemand einen murmeltiertag schenken kann, dann bitte diesen
hier!
natürlich kann ich die frage nachvollziehen, ob ich denn nicht
ein wenig übertreibe. und ja, ich fühle mich ziemlich ausgeknocked,
geschossen. aber nun, wenn ich nicht solch ein eiserner kontroll-kontroll-freak
wäre, dann läge ich bereits im koma, und zwar mit einem ziemlich
lustigen, verdrehten gesichtsausdruck. dieses breite, schwere (leichte)
fundament drückt mir sacht auf den magen, kann kaum essen, trinken,
reden. meine empfehlung auf einen bh zu verzichten macht die sache auch
nicht besser. - wie ist das eigentlich? wissen frauen wie man sich die
brust so ganz beiläufig auf den arm drücken muss, um diese
in die form zu bringen, die einem y-chromosom-verseuchten die schweissperlen
auf die hirnhaut treibt? gibt es da lehrgänge, oder ist das ein
geheimnis was von der mutter zur tocher weitergegeben wird?
ich möchte niemals dieses gefühl verpassen, dich anzusehen
und zu wissen, dass ich nichts mehr weiss, weil mein hirn aussetzt.
(grrrr)
ich habe das gefühl, mein körper ist von sauerstoff-bläschen
durchsetzt als ich dich zuhause absetzte, du hattest einen sparkassen-abturn
und einen durchgeknallten chauffeur neben dir. und wenn ich mir so überlege
was ich hier gerade geschrieben habe, dann fällt mir auf, dass
es nur szenen-beschreibungen sind, die ich heute zustande bringe. das
liegt daran, dass ich heute auf dem waschmaschinen-im-bauch-drehzahlmesser
ausschliesslich im roten bereich unterwegs bin. ich kann im kopf nur
noch lallen. ich muss mir mal eins überbraten, ach was, muss ich
nicht. freue mich auf die bar. bis gleich...
ich hatte nur einen kurzen moment die gelegenheit einen blick von dir
zu erhaschen. das reichte mir schon um mich für den rest des abends
von der bar fern zu halten. diese sehnsucht ist nahezu krankhaft. ich
beginne mir sorgen zu machen. nicht einmal steffies fortsetzung ihrer
lebens-tragödie schafft es, mich gedanklich, emotional von dir
fern zu halten. haha, wie witzig! von dir fern halten!! zum auf die
schenkel klopfen. was ich meine, ist das, dass ich dich zwar immer in
mir trage, aber eben manchmal nicht dermassen bewusst, deutlich, hoppla!
ach vergiss es einfach. ich kann mich einfach nicht daran gewöhnen
wie es sich anfühlt dich zu vermissen. ich wünsche ich würde
urplötzlich deine arme um mich spüren, könnte dich ein
wenig näher ziehen, deine haare an meinem gesicht, dein duft steigt
mir in die nase, ich schliesse leicht die augen. wie soll das weiter
gehn? ewiges löcher-in-die-luft-starren-und-dabei-milch-und-honig-mässig-griensen?
ich muss was arbeiten, ich muss mich zusammenreissen, ich muss, ich
muss, ich muss. ich glaub ich leg nochmal kurz auf die couch. das wird
nix mehr mit arbeit heute...
...fuck, 4 uhr morgens, ich wache auf der couch auf. der erste gedanke: "wo bist du?" wird mir das alles zu viel? das gefühl
bohrt sich in meine brust. möchte dich auf mir spüren. ich
schleiche zum fenster, in der bar brennt noch licht, glaube nicht, dass
du noch da bist. jemand steht auf meinem fundament und schlägt
mit dem pickel darauf ein. ein kleiner schmerz, verglichen mit dem großen
ding in mir. aber er ist da. trauer, sehnsucht. habe ich da einen anspruch?
ich schüttle mich vor diesem gedanken, kann ihn nicht abschütteln.
mir schnürt sich die brust ein wenig zusammen. ein wenig nur, aber
es ist so. was kann ich diesem gefühl positives abgewinnen? wo
kann ich hierüber augenzwinkernd schmunzeln? ich versuche es garnicht
erst. bin zu müde. werde mich anziehen und nach hause fahren. pick,
pick...
...beim licht ausmachen wollen, streift mein blick unzufällig die
fenster der bar, ich sehe einen schatten dort sich bewegen, für
den bruchteil einer sekunde. er bewegt sich so, wie nur du dich bewegen
kannst. mein herz bleibt einen moment stehen (proof). die breakbeats
dieses liedes in mir stimmen dieses crescendo ein, was mir diesen leichten
schlag in den nacken gibt. depp. egoist. immer das gleiche. schäme
mich. falle, träume. schiebe mein schwächeln auf meine müdigkeit,
die nach diesem visuellen gong in schwingungen von mir fährt, und
doch wieder nach mir und meinem verstand greift. ich will nicht mehr
arbeiten müssen, will nur noch schreiben, irgendwo in der sonnne,
am meer, auf der terrasse meines hauses. wenn ich durch die fenster
schaue, aus denen lange, weisse streifen leichten stoffes wehen, kann
ich dich hin und her laufen sehen. ein wandelnder sonnenschein im kühlen
schatten. ein wink, der mir sagt, es gibt noch...
...noch leben auf dieser welt?
...etwas erstrebenswertes.
...agagaga...
mache ich es dir zu leicht? ich weiss nicht, aber dies ist ein ding,
was mir in dem gespräch mit steffi hängen geblieben ist. dieser
reiz, dieses ungewisse, eben dieser kitzel. das habe ich für mich
einfach übersprungen. und ich bin der überzeugung, dass dies
etwas ist, was kein mensch wirklich braucht. naja, ich brauch das nicht,
dieses spiel, dieses necken. hmm, schön dass wir mal darüber
gesprochen haben.
auch wenn du heute den eindruck hattest, ich wäre weich in der
birne, du keine lust hattest dich mit dieser weichbirne auseinanderzusetzen,
bin ich der meinung, ich bin ziemlich konkret, aufmerksam und bewusst.
heute hielten wir uns von, hmm, also du warst der meinung du hälst
mich von der arbeit ab, und ich bin der meinung ich halte dich von dem
uni-krempels ab, den du dir vorgenommen hast. aber was heute wirklich
war, ist der beweis gewesen, wie ein "normaler" tag miteinander
aussehen kann. mit morgenmuffeln, frotzeln, reden, unterwegs sein, sich
vor lachen wegschmeissen, leben eben. auch wenn dabei für mich
dazu gehört, dass ich dir beim essen gegenüber sitze und dir
beim zuhören schlicht erkennen muss, dass ich dir nichts beibringen
kann, dir nichts (ausser einer roadrunner-imitation) geben, nichts erlebt
habe, was ich dir erzählen könnte, nichts aussergewöhnliches
beherrsche, und lediglich einen glanz ausstrahlen kann, weil du neben
mir stehst. das ist kein jämmerliches selbstmitleid. dies ist eine
erkenntnis, die ich auch nach blitzmässigem nachdenken bestätigen
kann. ich frage mich, was du in mir siehst. mag sein, dass du mich sexy
findest, mag sein, dass ich eine gewisse ruhe und sicherheit ausstrahle,
mag sein, dass ich dich direkt ansehen kann, dir in die augen schauen
kann. mag sein, dass ich dir in der denkweise bislang hundertprozentig
(meine einschätzung) ähnle, aber wo ist mein ziel, dich weiter
bringen zu wollen, oder gar zu können? mag sein, mein anliegen
dich von jeglichen ketten, klammern und steinen frei zu halten ist ein
ritterliches, aber ich kenne niemanden dem man dies so leicht und mühelos
zugute kommen lassen kann, wie eben dir. selbst meine glanzrolle, die
der kritischen opposition, konnte ich noch nicht besetzen. es ist doch
vielmehr so, und das hat mir der heutige tag mal wieder deutlich gezeigt,
dass ich ein praktikum bei dir viel nötiger hätte, als anders
herum. hui, wie krass mag das wohl klingen? ich glaube die mischung
machts! so denke ich zum glück nicht den ganzen tag. wenn das der
fall wäre, oh gott... es ist ein schönes gefühl, dich
heimlich zu bewundern, so wie es ein schönes gefühl ist, heimlich,
unbewusst auf dich aufzupassen, unbewusst sich zu freuen, wenn du aus
der bank heraus kommst und du dich suchend umschaust, mich siehst und
auf mich zukommst. so wie es eben ein gutes gefühl ist, in der
bar abzuhängen und du mich, ich dich ignorierst. ein gutes gefühl,
wenn sich der vorhang der umkleide-kabine beiseite schiebt und du mich
fragend anschaust, du mir die abendkleider beschreibst, die du anziehen
wirst, wenn wir in der spielbank einfallen, ein gutes gefühl das
handy auszulassen, obwohl man weiss, da läuft gerade einer amok,
weil ich mich nicht melde. mach nur weiter so.
liegt es an deiner reaktion, deinem zuspruch, betreffs dieses "tagebuchs",
dass ich mich noch stärker an den rechner (zum schreiben) hingezogen
fühle, odderr wie, odderr was? eigentlich habe ich ja garnichts
neues zu berichten, zu verarbeiten. es ist nach wie vor dieses fette
gefühl in mir, was mir mit einer breiten, ruhigen, vertrauenswürdigen
stimme sagt: "yooo!" die mich schiebt und pusht, drückt
und hält. das gefühl, welches mich herzfrequent nach oben
ballert, wenn ich glaube ein geräusch im treppenhaus zu hören.
ich höre mich sagen, bei deinem eintreten: "schön, dass
du da bist." und wenn ich es ausspreche, merke ich, dass ich mich
wiederhole. aber nun, es ist die wahrheit. ich muss lachen, bei der
vorstellung, wie ich vorhin in der bar sass, nach einem heineken schon
angeheitert, mir dinge ausdachte, die ich jetzt anstellen mag. beobachtete
die jungs, die irgendwas bei dir bestellten, konnte das leuchten in
ihren augen sehn, und wenn du dich umgedreht hast um an die theke zu
gehn, beugten sie sich hastig zu ihrem kollega und blubberten ihm die
ohren voll. hmmm, sehr geistreich was ich hier schreibe. vielleicht
sollte ich einfach jetzt nach hause fahren und eben nicht darauf warten,
ob du nochmal reinschaust. sollte mich diesem "huaaa-wie-fehlst-du-mir"
feeling aussetzen. allerdings würde das auch heissen, ich würde
mich mit absicht weichkochen. da lasse ich doch viel lieber die screenshots
von heute revue passieren, freue mich, dass es dich gibt, bin dir für
den tag dankbar, freue mich über jeden stich im magen, der sich
zu den screenshots in selbigen bohrt um mir zu sagen: "yoooooooooooohooo!"
die frage, wie lange wir schon zusammen sind gibt mir einen merkwürdigen
kick im kopf. auf meine frage hin, ob dich sowas annervt, sagst du lapidar:
"das geht die doch garnichts an." schlicht und ergreifend,
die passende antwort. wieso habe ich das gefühl, so nicht in deiner
gegenwart auf diese frage antworten zu können? immerhin war das
das erste was mir durch den kopf schoss, und das erste ist doch immer
das richtige. statt dessen will ich versuchen dieses ding, was ja wirklich
keinen was angeht, zu erklären. aber ich weiss doch selbst, dass
man das keinem aussenstehenden erklären kann. es tut mir leid,
manchmal bin ich eben noch so auf normale menschen eingestelt, dass
ich lieber nichts sage, als diesen auf die füsse zu steigen, oder
gar um dich vor etwas zu schützen. ich gewinne den eindruck, dass
wir zusammen eine gute durchschlagskraft entwickeln können, wenn
ich es nur endlich mal auf die reihe bekomme, spontan diesen schutzinstinkt
auszulassen. oder habe ich das gefühl, wir wären "zusammen"?
logo hab ich das gefühl. und das wird so lange sein, bis einer
von uns einen rückzieher macht, und dies ausspricht. steht natürlich
auf einem anderen blatt, wovon man hier einen rückzieher machen
soll. und wie das überhaupt vonstatten gehen soll. ich habe ein
mulmiges gefühl im bauch bei diesem gedanken.
hirnwichserei:
mal angenommen, du würdest jetzt diese "entscheidung"
treffen, dir ist alles zuviel, du willst alleine dein ding machen, eben
ohne diesen druck der von aussen, von dir und von mir irgendwie da ist,
obwohl er nicht da ist, obwohl du und ich drüber stehen wollen,
können. was würde ich dann tun, wie würde ich reagieren?
meine welt würde untergehen, ich müsste wieder diesen kontrollchip
in mein herz pflanzen. schliesslich wird es mir schwer fallen, deine
entscheidung nicht zu verstehen. vielleicht wäre dies das erste
ding, was ich nicht verstehen kann? ich müsste viel energie aufwenden,
um dich aus mir heraus zu schaufeln. wozu? weil ich dir sonst nicht
das gefühl vermitteln könnte, dich auf deinem weg unterstützen
zu wollen, oder gar zu können. was für ein hartes brot, dies
hier jetzt schreiben zu müssen. ich weiss nicht wie es sein würde.
ich glaube nicht, dass du dich getrieben fühlst, eine definition
und somit eine entscheidung treffen zu müssen. naja, ich für
meinen teil habe immer öfter das gefühl, meinen herzens-status
dich betreffend in die welt hinaus schreien zu wollen. aber irgendwie
habe ich auch den eindruck, die welt könnte damit garnichts anfangen.
wenn ich mir den umgang untereinander da draussen so anschaue, liegt
das auf der hand. wenn ich mit dir zusammen unterwegs bin, dann spüre
ich eben, dass es nichts vergleichbares in meiner erfahrung, meinem
umfeld gibt. du machst mich offen und frei. insofern geht es keinen
was an, da es an grips und erfahrung da draussen fehlt. wie schade.
ich habe meine entscheidung getroffen. ich möchte, dass du diesen
spross, der wohl in mir schlummerte, hegst und pflegst. (oh girl, i
love you so, so feed my love and let it grow) will mich dir gegenüber
niemals verstellen, dir niemals etwas vorenthalten, mich frei fühlen
und deshalb immer freiwillig zu dir zurückkommen, obwohl ich niemals
weg gegangen bin. dich in mir tragen, mit der gewissheit, dich dabei
nicht festzuhalten, weil du selbst fliegen kannst. dir zeigen, was es
heisst, geliebt zu werden.
eigentlich versage ich hier, beim versuch dir diese entscheidung auszuformulieren.
es ist einfach so, dass ich meine hand in deine lege und gleichzeitig
deine hand in meiner liegen habe. es ist ein "ineinander-liegen".
und wenn man spürt, dass man seine hand gedrückt bekommt,
schüttet sich diese goldene substanz in den körper, füllt
jeden winkel aus, erblüht. man ist sonne und regen, blume und erde
in einem.
boxenstop 2
ich habe gerade "high fidelity" zuende gelesen. ich las die
letzten worte und später wurde ich von hinten an der schulter gezupft:
"willst du noch was trinken?" hier wurde mir klar, dass ich
wohl selbst in einer zeitblase gefangen war, in der ich durch die fenster
der bar in den stürmischen, wolkenverhangenen herbsthimmel dieses
deutschen jahrhundertsommers starrte und meine gedanken fliegen sah.
ich dachte an den morgen, diesen morgen, der mir eine weitere schicht
aufs fundament zementierte. diese schicht trägt den namen "hör
auf zu suchen". was ich suchte? ich suchte den haken an der ganzen
sache. als ich aus der bar ging, durch die strassen lief, nachdachte
worüber ich wohl gerade nachdenke, noch nicht zurück ins büro
wollte, weil ich wusste, dass wenn ich zur tür hereinkomme, du
mit john telefonieren wirst, ich aber eigentlich nicht mich (wie es
ich aber jetzt doch mache) an den rechner setzen wollte, weil ich es
dir viel lieber direkt ins gesicht sagen wollte. ich kann dir ja nicht
einfach das telefon wegnehmen. obwohl mir danach wäre, mag mich
dir an den hals werfen und versuchen dir das zu erklären, mag mit
dir irgendwo sitzen, bei zwei - drei kerzen, einer flasche wein und
dir alles sagen, alles was mir durch die leere birne schwirrt. hrgl,
ich sitze mit dem rücken zu dir und werde von deinem lachen abgelenkt.
klammere mich innerlich an den schreibtisch, will dich (grrrr).
ich höre natalie merchant's neunte runde, lasse mich von ihrer
stimmung mitziehen. das zeigt mir allerdings nur, dass mir eigentlich
danach ist, mit dir einen sonntag im bett zu verbringen. danach ist
mir. und du sagtest, wir würden sowieso nur das tun, wonach uns
ist. blarabahrber...
ich hatte heute morgen darüber nachgedacht, nichts mehr zu schreiben,
weil mir für einen kurzen moment die gefahr zu groß erschien,
du könntest etwas nochmals so "anders" verstehen, als
ich das gemeint habe. und ja, ich habe darüber nachgedacht, ob
ich mir etwas schönrede, und ja, a loop is a loop is a loop! dabei
kam aber der titel der vorherig schon genannten fundament-schicht heraus.
hmm, ich glaube, ich will nicht aufhören zu zweifeln, ich glaube
ich will aufhören zu zweifeln. also was ist es wirklich was ich
will? es ist wohl das was alle wollen. (...und eben habe ich es auch
noch gewusst, mist, das kann doch nicht sein! jetzt habe ich es doch
glatt vergessen!!) ich glaube es war sowas wie: "ich will wissen
wie es weitergeht." und wenn es eine konstante im leben gibt, dann
die, dass man es immer herausfinden wird, wie es weitergeht. man muss
noch nicht einmal etwas dafür tun. bin ich nicht der welt gescheitester
philosoph? idiot!
ich möchte gerne wissen, wie dieses tape zustande kam (dein tape).
was ist denn das für eine frage? eine ganz einfache. ich habe mir
keine gedanken darüber gemacht. ich fand, dass es einfach gut passte.
aber jetzt, mit meinem "high fidelity-wissen", kommt mir diese
frage eben in den sinn. und ich würde dir gerne meinerseits ein
tape aufnehmen. und in der tat, das war es gewesen, was mich in dieses
abwesende zeitloch zog, vorhin, in der bar, mit dem buch in der hand.
ich ging meine cd's im kopf durch, machte ein tracklisting, stellte
den schmerzlichen verlust so mancher perle meiner sammlung fest, machte
eine neues arrangement, wusste nicht, was für eine aussage aus
den gewählten liedern herauskäme, welche stimmung.
48 stunden liegen zwischen dem vorangegangenen satz und diesem hier.
es kommt mir so vor, als ob mal wieder 2 wochen verstrichen sind. es
ist viel passiert, die festplatte ist voller neuer screenshots und eindrücken.
du bist weit entfernt und nicht messbar nahe. gestern waren wir in der
sauna und es gelang dir nicht, richtig abzuschalten. heute ist der letzte
tag vor deiner uni-abgabe. ich merke gerade, dass ich eigentlich nichts
aufschreiben mag. heute war so ein tag, an dem jeder von uns sich selbst
nervlich zusammen halten musste. nun, sowas kommt vor. als ich endlich
aus der wacker rauskam, um die pappen und lack zu besorgen, die gayheftchen
und layoutpapier, spürte ich, wie der druck, der stress von mir
abfiel. teils, weil ich endlich von diesen vielen schwarzen löchern,
die die wackerfabrik durchziehen loskam, teils weil ich endlich die
möglichkeit hatte, etwas gegen deine downstimmung zu tun. es zerriss
mich förmlich, dich heute morgen beim frühstück so zu
sehen, fühlte mich hilflos angesichts deiner motivations- und lustlosigkeit,
war zutiefst gerührt von deiner eier im glas aktion und angenervt
von meiner scheiss laune. wollte dich entführen, dein gesicht in
die sonne drehen, dich lachen hören, die zeit anhalten und war
selbst ein schwarzes loch. eben eins, was einem die energie absaugt,
je näher man ihm kommt. ich wäre gern das gegenteil. zumindest
für dich. erinnere mich an deine worte, von vor zwei tagen im quartier,
als du den zweiten boxenstop gelesen hattest. ich würde dich übergehen.
ich traue mich kaum, meine gedanken zu äussern, muss lachen, wenn
du es dann für mich tust. bedaure, dass wir wohl einen ziemlich
ähnlichen biorythmus haben. will heissen, wenn es mir scheisse
geht, kann ich davon ausgehen, dass es dir auch scheisse geht und wenn
du gestresst bist, kann man wetten, dass es mir genauso geht. da sind
kräfte am werk, die sich gegenseitig aufheben. ist das so? naja,
nicht immer, ok. vielleicht liegt das aber auch an dieser unsichtbaren
verbindung, die einem eben solche stimmungen vermittelt, ohne sie verbal
dargestellt zu bekommen, eben mit diesem feeling. vielleicht ist ja
auch diese infrarot-standleitung dafür verantwortlich, dass ich
im quartier, als ich auf deinen salat & ananassaft wartete (und
auch vorher, als du mich ständig anriefst, um deine bestellung
zu erweitern), wieder von warmen, sonnenstrahlmässigen gefühlen
durchflutet wurde. wollte dich nicht mehr "in-ruhe-lassen",
wollte dich in den armen halten, deinen körper an mir spüren,
meine nase in deinen bauchnabel stecken, an dir schnuppern, reiben,
küssen, lieben. eben ein paar stunden, tage, wochen, mich mit dir
weg-tilten... (monate, jahre, leben...jajaja!)
die müdigkeit steckt mir in allen gliedern und ich sitze in der
wacker, bin seit 10 minuten da und schon nichts mehr zu tun. deine sms
kam auf der fahrt hierher und ich las sie beim fahren. batsch, batsch.
also langweilte ich dich mit selbsverherrlichungen!
punkt 1:
eigentlich, bislang konnte ich mit kritik solcher art nicht umgehen.
ich dachte immer, wie denn solch ein kritiker sowas beurteilen kann,
zu solch einem "zerschmetternden" urteil gelangen kann. bei
dir hat das zur folge, dass du mal wieder ein paar punkte aufs "respekt-konto" von mir verbucht bekommst.
punkt 2:
womöglich hast du recht? vielleicht habe ich diese form der selbstverherrlichung
gebraucht, um mir die energie zu verschaffen, weitermachen zu können.
oder eben dampf abzulassen (was ich bislang geglaubt habe)
punkt 3:
mein gehirn ist noch im sleep-mode und somit kann ich nur aus dem bauch
heraus etwas dazu sagen: wow, respekt! es ist ein gutes gefühl,
wenn man gezeigt bekommt, es mit einem menschen zu tun hat, den man
gestern als traumfrau bezeichnet und diese einem promt weitere wichtige
details zur bestätigung dieser theorie liefert.
aber sowieso hast du heute morgen (beim absacker frühstick im s/w)
den ultimativen hit gelandet. du kennst das wort "achtung"
und kannst es einem menschen zusprechen. aber ich lasse das schreiben
lieber erstmal, bin noch zu müde und das ist zu wichtig.
"Stier ( 21.04. bis 20.05. ) Horoskop vom 13.07.2000
Lass die Sonne in Dein Herz...! Sie haben Angst um Ihre Glaubwürdigkeit,
denn gestern wirkten Sie noch so stark und unbesiegbar. Und heute? Der
Mond lässt Sie straucheln, killt Ihr Selbstvertrauen. Halten Sie
sich an Ihren Erfolgswillen, dann kann Ihnen beruflich und in der Liebe
nichts passieren."
die sonne. jene, die um diese jahreszeit einem eigentlich das hirn aus
dem schädel brennen sollte, versteckt sich hinter extrem dicken
regenwolken, welche einem quasi permanent regen auf den kopf prasseln
lassen. und der mond? den kann man auch nicht sehen. mein selbstvertrauen?
macht mich nur das wetter melancholisch? ...hält mich davon ab,
mich auf meinem hafen der sicherheit auszuruhen... du hast gesagt, du
hättest angst, mir mit deiner entscheidung weh zu tun. ich habe
den eindruck, du hast dich noch nicht entschieden. und wenn ich dich
nicht dränge, dann weiss ich nicht, ob das richtig so ist. wenn
man an horoskope glaubt, dann gilt obiges für uns beide. lass die
sonne in dein herz.
als ich uns in die wacker fuhr, du mich beim fahren von der seite angeschaut
hast und ich deinen blick in meinem herzen spüren konnte, hatte
ich den eindruck, die sonne bräche in mein herz, oder in deines,
oder beides. ansonsten sahst du aber heute sehr bedrückt aus, und
wenn ich dich darauf ansprach reagiertest du recht unwirsch. du warst
der meinung, ich würde dich mit einem suchenden blick durchbohren
und ich prüfte dies und dachte, dass es nicht so wäre. nun,
wie gesagt, auf dem weg in die wacker sagtest du, ich solle den tag
als test-tag sehen. ob ich meine alltäglichen sachen auch ohne
dich geregelt bekäme. nun, ich kann meine alltäglichen dinge
ohne dich regeln, bin ich denn, mache ich den eindruck ich wäre
ohne dich nicht mehr lebensfähig? nur weil ich dir sagte ich hätte
das starke bedürfnis dich an mich zu drücken? weil ich heute
so schräg drauf war? weil ich heute morgen, am telefon, als ich
deine stimme hörte, mir wünschte neben dir zu liegen? dich
anfassen zu können? ich empfinde diesen gedanken nicht als schlimm,
oder in irgendeiner form negativ, oder belastend, oder druck erzeugend.
viel mehr fände ich es schlimm, wenn es nicht so wäre. eine
binsenweisheit. ich hatte einfach diesen (klassischen) über/unterdruck
in der brust. den habe ich sehr häufig in dieser stelle. da trage
ich dich in mir. auch wenn du sagst, dass du heute sehr gut "damit"
umgehen kannst, spüre ich diesen schutzschild, den ich respektieren
will. in den letzten tagen hast du mir dinge gesagt, über dich,
über mich, die meinen respekt-stand dir gegenüber extrem nach
oben gepusht hat. ich stammelte zum beispiel was von wegen du wärst
meine traumfrau. ich muss mir eingestehen, ich habe gar keine traumfrau,
hatte nie eine. vielleicht bist du einfach nur ein mensch, der mir dinge
erzählt, von denen ich bislang noch nicht zu träumen wagte.
krass? ich sollte ja eigentlich von nichts mehr überrascht sein,
was du tust, was du denkst, im positiven sinne dieses "wow-das-kann-doch-mal-wieder-garnicht-wahr-sein-effekts".
und ich bin es trotzdem. weisst du, es ist eben so, dass ich es einfach
nicht fertig bringe, dir das in seiner vollen tragweite zu beschreiben.
ich habe dabei immer das gefühl, ich müsste dich davor bewahren,
dir eben solche geständnisse anzutun. ich suche den haken, suche
den punkt den ich kritisieren könnte. und ich finde ihn nicht.
ich kann lediglich (innerlich) den hut vor dir ziehen. aber ich glaube
auch, dass du es einfach spürst und dann dich trotzdem unwohl fühlst.
eben weil das alles so - hmmm - unglaubwürdig ist. ich denke zu
viel nach. denke wohl über die falschen dinge zu viel nach. ich
dachte ich wäre frei davon. muss noch viel an mir arbeiten.
ach was soll ich sagen? ich liebe dich einfach. will dich nicht verlieren
und möchte dir so vieles geben. mehr als du annehmen willst oder
kannst? heute habe ich dich seit langem (hihi, seit einem tag, zwei
tage??) lächeln sehen. ein offenes lächeln. eben ein lachen,
was deine innere schönheit nach aussen dringen lässt. ich
habe diese zwei tage damit verbracht, darüber nachzudenken, ob
ich etwas auf dich projeziere. nämlich das was in mir ist. wenn
ich recht überlege, habe ich das wohl getan. auch das ist etwas,
was mit einer besseren kontrolle meinerseits vermieden werden könnte.
aber es ist nunmal so, dass ich dieses verhältnis zu dir nicht
durch kontrolle (falsches verhalten), und somit auf einer falschen basis
aufbauen mag. mag sein, dass ich mich selbst zu oft beim "zurückhalten"
ertappe, aber nun, ich möchte dich eben nicht erdrücken. und
ja, es ist immer das selbe, ich glaube du kannst es ertragen. aber jeder
muss für sich selbst wissen, was er sich selbst zutraut, was mich
angeht, ist meine vorsicht bislang auf diesen positiven, glücklichen
überschwang begrenzt. selbst hier, in diesem dokument, kann ich
nicht alles beschreiben, diese hochschüsse, die ich zwar selbst
zu verantworten habe, die aber eigentlich auf dein konto gehen. bestes
(aktuelles) beispiel ist die sms, die ich erhielt, als ich mein gespräch
in der wacker heute morgen/mittag hatte. ich wollte dich gleich danach
anrufen, machte das handy an und es fing an zu piepeln. das was da stand
war, wie soll ich dir das beschreiben? nun, es war ein gefühl in
meinem bauch und ich wusste sofort, dass ich es eben nicht in worte
packen kann. ich würde sagen, die blumen können das besser.
sieh sie dir an und schau was sie dir für ein gefühl vermitteln.
das müsste dann so ungefähr hinhauen, als beschreibung.
jetzt ist es etwas später, die sonne will bald untergehen und ich
sitze in der weststadt, spüre das zwicken und zwacken in mir und
revidiere meine heute gefasste meinung, ich hätte mich an dieses
gefühl gewöhnt. mit nichten! floh hat eben angerufen und ich
werde ihn besuchen gehen. das gefühl verstärkt sich schlagartig
und dieser magnetismus baut sich weiter aus. bislang hatte ich den eindruck,
dass es eben so ist, weil ich dich (ständig) sehe und erlebe. hmm,
nun, tjaaaa, heute habe ich dich gerade mal eine stunde erlebt und nun...
es ist der abstand der die spannung auf dieses seil gibt. ich vermisse
dich und finde das wort vermissen lä-cher-lich. ich muss über
diese stimmungsschwankung lachen (vor dem rechner sitzen und laut auslachen
- ergo: ich lache mich aus). die energie die gerade in mir freigesetzt
wird bringt meinen körper leicht zum zittern. POWER. da fällt
mir ein, wie ich wohl vorhin, bei meiner kurzen s/w mittagspause ausgesehen
haben muss. ich hatte das gefühl, permanente gesichtsakrobatik
vorzuführen. jeder muskel im gesicht war am zucken, eben aus dieser
unkontrollierbaren verzückung heraus. (diesmal muss ich noch mehr
lachen). jetzt mal spass beiseite. du lieferst mir nur gründe mich
gut zu fühlen. und ich sitze immernoch irgendwo alleine da und
komme auf hirnwichsereien über die ich selbst sauer reagiere. ach,
du hättest mir dieses wort nicht sagen dürfen. ich hätte
das alles als völlig normales nachdenken empfunden, wäre womöglich
auch noch stolz gewesen. am ende bleibt nur noch die frage: womit habe
ich das verdient. loop - loop.
ich weiss jetzt, warum ich mich so zurückschraube, mit kontrolle
und kraft. weil du mir sagtest du hättest angst mich zu verletzen.
wie kann man mich verletzen? wenn ich weiterhin so offen bin, noch weiter
aufmache, dann bin ich noch verletzlicher. und weil ich nicht will,
dass du darüber nachdenkst mich verletzen zu können... aber
dir muss doch klar sein, dass du mich schon lange verletzen könntest.
du hast es aber nicht getan. und vielleicht ist das auch so ein haken
auf dieser liste, den es noch abzuhaken gilt. vielleicht muss ich diesen
schmerz spüren. dann wäre jeglicher zweifel (an mir &
von mir) über die wahrhaftigkeit meiner gefühle aus der welt
geschafft. und ich würde nicht sagen, dass ich zum leiden geschaffen
wäre, oder dass ich das brauche. hmm, was für ein abstruser
gedanke. ich werde es rausfinden. wie alles andere auch. punkt.
nochmal später. ich bin so schlau wie zuvor. eben habe ich mir
alles nochmal durchgelesen. es gibt nur zwei emotionen in mir. die eine
ist dieses nahe, ewige, sichere ding. die andere ist die vorsichtige,
loslassende, nicht versagen wollende. erstere zieht mich nach oben,
die zweite hält mich am boden. dazwischen liegt das gefühl,
mich gehen lassen zu wollen. und dazwischen liegt die heilge kontrolle.
habe ich denn jetzt schon gelernt damit umzugehen? bin ich denn der
trottel für den ich mich hielt, als ich darüber nachdachte.
eben ein trottel zu sein, wenn ich die kontrolle wieder überhand
gewinnen zu lassen? diese liste, die dich so zum lachen brachte, sie
ist noch immer aktiv. ich mache es mir immer zu leicht. das ist eine
meiner schwächen. und ich kann hier wieder anfangen immer die selben
zweifel aufzuzeigen. ich kann es aber auch lassen. eben wie ich es unterlasse,
dir weiter "zuzusetzen", indem ich dir nicht mehr diese reaktionen
stehle. dadurch erhalten deine aktionen einen viel grösseren wert.
und ich brauche mir keine gedanken mehr zu machen, was ich dir denn
geben kann. ich mache es mir mal wieder zu leicht. im gegenzug denke
ich aber viel zu viel nach, eben so viel, dass du mir so oft sagen musst,
ich soll es lassen. wie oft willst du mir das noch sagen? wo ist sie
denn, meine ach so tolle kontrolle? dieses "ich kann keine fehler
machen"-denken/wissen/glauben ist gefährlich. es lullt mich
ein, wiegt mich in sicherheit. so dass ich glaube, ich bemerke nicht
einmal, dass ich gerade scheisse baue. mittlerweile habe ich den eindruck,
dass diese vorsicht wohl dazu gehört. die angst, dir weh tun zu
können. eine verantwortung, ich muss es zugeben, die ich tragen
möchte. solange ich angst davor habe, ist es richtig so. solange
ich zweifle und nicht verzweifle ist es richtig so. eben solange, wie
ich hier versuche die ultimative, einzig wahre, richtige aussage zu
treffen, ist es RICHTIG so. für mich, auf meinem weg. und der weg
ist das ziel.
(abschrift von bierzetteln aus dem quartier latin):
"16/7/00 - ich sitze im ql und sterbe diesen süssen tod. schrecke
bei jedem geräusch auf, halte den atem an und starre auf die tür.
die sehnsucht projeziert dein bild dort hin. ich möchte von meinem
buch aufblicken und dich vor mir stehen sehen. möchte dich an mich
ziehen, mein gesicht in dir vergraben, bändige mein herz, das mir
die brust zu sprengen scheint.
deine sms kam gerade an. du wirst diesen, meinen traum erfüllen.
all die zärtlichkeit die in mir ist kann ich nicht in dieses handy
tippen. das können nicht einmal meine hände. ich will bei
diesem versuch alt werden. das ewige gefühl mit in die ewigkeit
nehmen. ich liebe dich."
das habe ich zwischen zwei oder drei uhr heute mittag aufgeschrieben.
jetzt ist es elf uhr abends und ich habe dich gerade zuhause abgesetzt.
du weisst noch nicht, was du machen willst. aber du wirst es dir gemütlich
machen. ich weiss auch nicht was ich noch machen will. aber ich werde
es mir wohl gemütlich machen. ich habe den screenshot von dir im
kopf und im bauch, im herzen und in den armen, wie du dich halb an mir
anlehnst, halb auf mir hängst, in diesem eiscafe in zwingenberg.
es sah so aus, als ob wir es uns gerade gemütlich gemacht hätten.
du auf deine art und ich auf meine. es stand keine forderung, keine
erwartung und kein zweifel im raum. aber du magst mich nicht in deiner
wohnung haben. du kannst mit "dem körperlichen immer weniger
umgehen". ich sagte dir, ich hätte diese entwicklung, hier
in diesem "buch", den "wiederaufbau des schutzschildes"
genannt. ich glaube ich habe das noch gar nicht aufgeschrieben. jetzt
habe ich die wahl zwischen hirnwichserei, oder dich anrufen, um dich
zu fragen was du damit meintest. einerseits mag ich diese hirnwichserei
nicht, und ich weiss auch, dass ich garantiert nicht die richtige antwort,
die wahre antwort, durch nachdenken erhalten werde. andererseits mag
ich dich nicht stören, wie immer. dich nicht drängen und behutsam
sein. was ich nicht bin, es eben aber sein will. eigentlich hast du
gesagt, dass du dich immer weniger mit dem körperlichen auseinandersetzen
magst. hmm, und dir widerstrebt mein "bohrender blick", der
kein bohrender blick ist, denn ich schaue dich nur dann so an, wenn
mir mein herz gerade die kontrolle entreissen will. diese empfindung
hat weniger mit bohren oder suchen zu tun, als mit erkennen und ergeben
(im positiven sinne). also ist meine entscheidung folgende: ich werde
dich nicht anrufen und keine hirnwichserei betreiben. es ist so schön,
wenn man sein gefühl entscheiden lässt. aber (ein aber musste
es ja geben!), denke ich da mal wieder nur an mich? oder andersrum:
denke ich zuviel an dich? und am allerbesten: (jetzt habe ich dich vor
einer halben stunde zuhause rausgelassen) ich vermisse dich...
es ist schon eine selbstverständlichkeit für mich, dass ich
hier an den rechner gehe um weiter zu schreiben. jetzt merke ich aber,
dass ich dir das was mich beschäftigt vorhin schon gesagt habe.
hmmm. wiederholen brauche ich das ja wohl nicht. wozu? ich weiss es,
du weisst es. also schreibe ich es hier nochmals auf? obwohl es schon
in diesen vielen vorangegangenen zeilen steht und wohl auch in den folgenden
nichts neues an erkenntnis zu berichten geben wird? naja gut, also,
der kern der ganzen sache ist die, dass ich von dir wissen wollte, ob,
wenn ich schon selbst an meiner glaubwürdigkeit zweifle, du das
ebenfalls tust. hmm, war es das, worum es mir ging? nun ja, im grunde
wollte ich sicherstellen, das du dir eben sicher sein kannst, dass ich
so empfinde wie ich das tue (näherer erläuterung bedarf es
angesichts dieses schriftstücks ja wohl nicht) und trotzdem mich
dabei nicht aufgeben werde. ich weiss nicht, ob das etwas positives
ist. eigentlich ist diese "selbstaufgabe" etwas, was die menschheit
als teil dieser ganzen definitions-arie um das thema der liebe einschliesst.
oder eben dieses "kompromiss-ding". bislang habe ich noch
keinen kompromiss eingehen müssen, mit dir. das ist es, was ich
meine, wenn ich das alles als "so leicht" beschreiben will.
zu leicht? oder zu gleich? ich habe den eindruck, du glaubst, du würdest
mir etwas "schwer" machen, wenn du dich weiterhin so verhälst,
wie du das nunmal tust. indem du dir zeit lässt, indem du dich
vor unsicherheit schützt. auch das ist etwas, von dem ich glaube
es nicht ausprechen zu müssen, aber damit tust du mir einen gefallen.
auch wenn ich fest davon überzeugt bin, dass es keine fehler zu
entdecken geben wird, so bin ich doch kein freund von hastigkeit und
unüberlegtheit. auch wenn ich ein "bauch-mensch" bin.
(das gefühl (für dich) ist ja sowieso nicht im bauch - wie
praktisch)
wie kann ich es dir anders beweisen, dass es gut so ist (für mich),
als wie ich es gerade tue? yo, das geht garnicht anders. nun, ich kann
garnicht anders und das ist der punkt. selbst wenn du den schutzschirm
hochgefahren hast, fühle ich mich dir so nahe wie mir selbst, spüre
dich in mir und spüre mich in dir. das einzige irritierende ist
dein eindruck, ich würde etwas suchen. was bin ich denn für
ein gefühlsbauer!! da setze ich mich (unbewusst) den ganzen tag
mit dir auseinander und ich setze mich damit garnicht auseinander!?
tue ich diese aussage von dir damit ab, dass ich mir denke (unbewusst
auch das), du würdest eben (unbewusst) erwarten, dass ich so langsam
die nerven verliere und dich so langsam mal "drängen"
müsste, weil das eine ganz normale reaktion, ein normales verhalten
wäre? was soll ich denn überhaupt suchen? (hier folgt eine
unbestimmte zeit des grübelns). hey! ich werde mir nicht deinen
kopf zerbrechen. und ich werde jetzt auch nicht irgendeine, an den haaren
herbeigezogene sache hier hin schreiben. der punkt ist der: du gibst
mir nicht die möglichkeit/anlass/notwendigkeit etwas suchen zu
müssen, wollen, sollen. grrr, mal wieder so ein pluspunkt. schon
wieder... let it flow. ich geh ins bett und freue mich aufs frühstück,
drücke dich in gedanken sanft an mich, streiche dir über dein
gesicht, küsse dich. das ist nichts körperliches, das ist
etwas sinnliches.
heute morgen, beim frühstück, sah ich seit langem wieder einmal
dieses wechselspiel der sonne auf deinem gesicht. ein strahlen, was
von dir ausging, was eine reflektion darstellt oder was weis ich. etwas,
von dem ich bemerkte, dass ich es vermisste, oder andersherum, was mich
freuen ließ, es wieder sehen, erleben zu können. jetzt bin
ich seit ein paar stunden von dir getrennt und das drückende gefühl
in meinem bauch breitet sich aus. ja, ich wäre gerne mit dir heute
in high fidelity gegangen und ich habe keine zeit dafür, heute.
hätte ich sie mir nehmen können? ich denke nicht. aber nun,
es ist halt so. eine latente arbeits-lustlosigkeit macht sich in mir
breit und ich sehne mich nach dir, nach deiner nähe. ich glaub,
ich verschiebe den fritz-krempel auf heute abend. hihi, das schickt
mir ein griensen in den bauch. viel besser!
ich muss ehrlich zu mir selbst sein. und wenn ich das jetzt im monent
bin, dann spüre ich etwas merkwürdiges in mir. ich habe ein
komisches gefühl, welches ich nicht einfach in die "vermiss-schublade"
stecken will. also was ist es? mache ich mir sorgen? nope. habe ich
angst? nope. fühle ich mich unverstanden? nope. fühle ich
mich falsch behandelt? nope. eifersucht? nope. (die aufzählung
ist ja jetzt schon lächerlich - ich erspare mir weitere punkte)
WAS IST LOS? ich hänge in der luft? weil du dich immer mehr zurück
ziehst? ich projeziere etwas auf dich. was, ist mir völlig egal.
das ist jedenfalls ein fehler. ich könnte mir dafür in den
arsch treten. was stimmt nicht mit mir? gehört das überhaupt
hier her? nun, da es sich ja auch um meinen weg handelt, der hier (aus
meiner sicht) beschrieben wird, wohl ja. das ist magen-wichserei. das
ist einfach nur scheisse. da hab ich ja gar keinen bock drauf. stehle
ich mich aus etwas heraus, wenn ich sage, ich hätte keinen bock
drauf? ojeeee, jaja, ich hör ja schon auf. (wie peinlich...)
auch wenn ich dir heute mit der "auf-die-knie-rutsch-und-antrag-mach"
geschichte recht deutlich meine meinung zu deiner "spiegel-vorhalt-aktion"
gesagt habe, bin ich doch noch nicht ganz zufrieden mit mir. na gut.
ich bin schon so ziemlich selbstzufrieden mit mir, jaja, aber nun, ich
kann es eben nicht fassen, dass du das schon richtig gemacht hast. eigentlich
wollte ich dir ja auch erklären, warum ich mich über mich
selbst geärgert habe, weil ich nicht mit sowas gerechnet habe,
wo ich doch damit hätte rechnen können. aber das fällt
wohl in diese mystische abstinenz von erwartungen. herrlich. und was
noch herrlich heute war, war deine umschreibung die du mir zugedacht
hast. ich bin ein versuchskaninchen. (jetzt isser völlig durch)
und sowieso, ich glaube ich muss hier nicht nochmals mein verständnis
für dein verhalten beweisen, durchkauen. tu est mi alma. wie kann
ich dir nur vermitteln, dass du mir mit deiner "vorgehensweise"
einen grossen gefallen tust, mit den grenzen, die du dir gesteckt hast,
und du mir somit den freiraum gibst, unbefangen offen und unverkrampft
ehrlich mir dir umgehen zu können. und ja, ich vermisse dich in
meinen armen, die möglichkeit, dein gesicht streicheln zu können.
aber ich sitze nicht in einer ecke und verzehre mich danach. (bin halt
ein geniesser) wie kann ich mich in dir verlieren? mit sicherheit gibt
es menschen, in denen ich mich verlieren könnte, aber dazu müssten
diese selbst verloren sein. für mich stehst du relativ geordnet
da (mag sein, dass es dir anders vorkommen mag), aber ich meine das
auch eher im sinne von: "bei dir weiss man, woran man ist." wenn man weiss wo/wer man ist, ich sehen kann wie du mit mir umgehst,
kann man sich nicht verlieren.
woaaaaaaah!!
als ich dich eben in der bar habe sitzen sehen traf mich ein schlag,
ich weiss nicht wie!
ich weiss gar nicht wo ich da anfangen soll. (verdattert sei).
nun, also, ich schlenderte ultra-relaxed & cool in die bar um mir
eine leckere afri-cola zum fritz-abgabe-feiern zu holen, lehnte mich
lässig an die theke und schüttelte andy die hand, als ein
gleissendes licht im raum meinen blick ansog. ich konnte förmlich
hören wie mir mit einem doppelten "pling" die sicherungen
durchknallten. wenn es auf der welt eine brutal-schöne, positiv-leuchtende,
ultra-coole, in-sich-ruhende, extrem-anziehende frau gibt, dann bist
du das. (die jury hat d:22,95 auf der 10er skala notiert) ich sehe mich
vor mir, wie ich auf dich zustrauchle, vor dir zusammensacke und mich
an deinem stuhl festhalten muss. ich spürte förmlich wie mir
die augen aus den höhlen springen, mein gesicht vor unkontrollierbarer
freude / überraschung / schwäche zitterte. du hättest
nicht erwähnen brauchen, dass du ein schönen tag hattest.
das hat wahrlich ein blinder sehen können. sorry für diesen
schrägen auftritt. haha, ich sitze immernoch hier und kann nur
den kopf schütteln. und ich dachte ich hätte einen grossen
wortschatz! und ich dachte ich könnte dich in der bar kontrolliert
an-coolen. ojeee, wie bitter! was für ein screenshot! (peitsch,
peitsch)
huaaaa, so, jetzt wieder sachlich sein, wo sind wir denn? also, was
habe ich da vorhin gestammelt? ich muss mich mit händen und füssen
wieder runter holen. die sicherung wieder reinschrauben. sowas sollte
mir in der öffentlichkeit nicht passieren. wenn ich nach wie vor
dein handeln so einschätze, wie ich handeln (denken) würde,
dann müsstest du jetzt eher sauer als geschmeichelt gewesen sein.
lieber wäre mir aber, du könntest mit mir darüber lachen.
nimms mit humor, alles andere ist unsinn...
...so, jetzt bin ich ca. 3 kilometer im büro auf und ab gegangen
und gebe auf. mir ist eingefallen, wie ich auf der intergroove festivität
über die wiese geschaut habe und mir vorhestellt habe, wie du wohl
tanzt? ich wollte dort abseits auf meiner decke liegen und dich alleine
tanzen sehn. wie würdest du dich bewegen? was würdest du austrahlen
dabei? muss ich dabei angekettet sein? ich glaub ich geh mal besser
ins bett. ab morgen / nachher hab ich eine praktikantin.
die fritz-produktion ist vorbei und ich sitze nun in der wacker. mir
fällt auf, dass ich schon lange nicht mehr die muße hatte,
etwas zu schreiben. meinen kopf umzufüllen. und es ging doch einiges
in mir vor, was ich nicht als plumpe wiederholung bezeichnen würde.
in den tagen der fritz-produktion habe ich dich kaum zu gesicht bekommen,
konnte mich kaum deinem charme aussetzen und mich kaum von deinem bezaubernden
wesen überrennen lassen. ich spürte dich ständig an dieser
stelle in mir, machte ordentlich meinen job und war in gedanken oft
bei dir. ich dachte darüber nach, ob und wie nach dieser vielen
zeit die ich in deiner nähe verbracht habe, ich mit dieser "abwesenheit"
klar kommen werde. ganz sachlich festgestellt muss ich mir eingestehen,
dass ich dies ohne am rad zu drehen "durchgestanden" habe.
ich machte mir sorgen, hatte angst vor dieser situation. eben die, dass
ich (ich mache was ich will) nicht die zeit habe, die ich gerne mit
dir verbringen würde. mal abgesehen von meinem "rückschlag"
gestern abend, hatte ich das gefühl, sehr entspannt damit umzugehen.
auf der anderen seite, will ich aber garnicht, dass es so aussieht,
als ob ich mich irgendwie "zurückziehen" würde.
ich habe für meinen geschmack schon viel zu viel kontrolle in meine
empfindungen eingebaut, will heissen, dass ich den eindruck habe, dass
diese kontrolle meine ehrlichkeit einschränkt. auch wenn ich glaube,
man kann mir "die wahrheit" in den augen ablesen, so trage
ich einen "bretter-verschlag" in mir, der sich eben nur verbal
& habtisch von mir vermitteln lässt. ach jaa, das ist es was
ich meine, wenn ich sage, ich vermisse es, dein gesicht zu berühren.
(jetzt muss ich lachen, weil mir dein auspruch: "ich vermiss es
nicht" wieder einfällt.) jetzt hast du kopfschmerzen und als
ich dich vorhin nach hause gefahren habe, fing ich an, dir die schläfen
zu massieren. ich würde dir gerne die kopfschmerzen wegmassieren
und ich musste in die wacker, scheisse. ich taumle durch diese gedankenvolle
gedankenlosigkeit. wie soll ich das beschreiben? ich habe das gefühl
ich nehme alles wie es kommt, aber mache mir ansatzweise gedanken darüber.
über den ansatz komme ich nicht hinaus, weil ich sofort merke,
dass ich mir darüber keine gedanken machen kann, oder sogar will?
aber was ist das für eine einstellung? keine gedanken machen wollen?
es ist wohl so, dass mich mein "kontrollverlust" in der bar
gestern abend ziemlich ärgert. wo ich dann auch gleich wieder am
anfang allen übels wäre. nämlich der frage nach dem "was
kann ich dir geben?" oder anders herum: "das hast DU nicht
verdient" wenn ich zu dem eindruck gelange, dich durch unkontrolliertes
verhalten zu nerven, will ich lieber ganz auf kontakt verzichten. aber,
fuck it! es ist wie es ist, eben ein teil der wahrheit. und ich habe
einfach keine lust, dir etwas vorzumachen. das ist jetzt zwar nicht
meine geliebte zurückhaltende gentleman-art, aber nun, es gehört
zu mir. ich bin kein cooler typ, dem alles am arsch vorbei geht. was
soll ich denn machen? dieses "gefühl", diese "verbindung",
diese "nähe", dieses "grünweittiefe" was
du für mich bist, einfach ignorieren, übergehen, beiseite
schieben? ist das etwa eine erwartung?
womöglich hattest du recht mit der feststellung, heute wäre
ein scheiss tag. aber ich will auch scheiss tage mit dir verbringen.
ich bin keiner von den bar-fuzzies, die sich in das bild von dir verlieben,
das sie sich in bar von dir gemacht haben. auch wenn die zeit, die ich
dich nun kenne, zu kurz erscheint um die bretter die ich dir gestanden
habe, zu rechtfertigen, oder als wahrhaftig gelten zu lassen, so weiss
ich ganz genau, dass es stimmt. ich weiss das, weil ich mir selbst nicht
glauben wollte / konnte, dass ich mich ständig prüfe, argwöhnisch
nach dem haken suchte, dein verhalten trotz allen emotionen die damit
einher gehen, versuche so objektiv wie mir das möglich ist, aufzunehmen,
eine bestätigung darin habe, dass ich mich nicht irre.
der tag ist nun vorbei. und ich kann sagen, es war ein schöner
tag, eben ein tag mit dir. die sonne kam zum vorschein, deine kopfschmerzen
liessen nach, wir drückten uns beide vor dem ersten praktikums-tag
und ich konnte die sonne auf deinem gesicht lachen sehen. ach ja, und
ich möchte an deinen handgelenken riechen. ich spüre, wie
müde und schwer meine knochen sind, mag mich in deinen schoß legen und einschlafen.
heute war der tag, an dem du mich verarscht hast. du nanntest es "deine
schauspielerischen fähigkeiten testen". man nenne es wie man
will, ich habe, wie schon so oft, etwas gelernt. über dich, über
mich. und wie mir das so klar wurde und ich dich vor mir sitzen sah,
schossen mir, wie schon so oft, amors pfeile durch mein herz. wehmütig
muss ich aber feststellen, dass ich, wie schon so oft, an diesem einen
gedanken hängen bleibe. eben dieser eine zweifel, was ich dir denn
überhaupt zurückgeben kann. ich sitze lediglich da, sehe wie
die sonne vor meiner nase aufgeht. ich stelle mir die frage, wie ich
überhaupt auf den gedanken kommen konnte, mich in ihre corona zu
begeben. und jetzt, da ich schreibe, klopft die frage an mein hirn,
ob ich mich verbrennen werde. lassen wir mal die äusserlichkeiten
beiseite, bist du ... mi alma. und das ist nur ein frommer wunsch, denn
auch wenn ich das gefühl habe, dich (und somit dein ganzes volumen)
in mir tragen zu können, so liegt das wohl daran, dass ich so leer
bin. (bin ich gar nicht). von der gefühlsmässigen seite, fühle
ich mich aber randvoll, sodass es mir zuweilen mit überdruck durch
die adern ballert. aber was versuche ich denn hier jetzt tiefsinnig
zu analysieren. wenn ich ehrlich bin ist es doch nur so: dein duft hängt
mir in der nase, ich möchte dich an mich drücken und nur lange
einatmen. möchte dieses gefühl in meinem herzen (und da ist
es gerade sehr intensiv) geniessen. möchte dir vermitteln, dass
ich das nur dir zu verdanken habe. möchte dir ein gutes gefühl
geben, oder zwei, oder tausend. möchte dich bei mir, in mir wissen,
spüren. das gefühl ist zu gross um jetzt zu schreiben...
dein bild hat sich mir in die pupille gebrannt. dein name steht auf
meinem herzen geschrieben. meine hände wollen nur dich spüren
und mein sinn steht nur nach dir. ich habe diesen duft in der nase,
kann ihn an meinen händen riechen. ich sehe dich vor mir, im gegenlicht,
ganz nah. wenn ich in deine augen schaue, die einfach tief, die sonne
auf ihrer oberfläche spiegeln, kann ich eine kraft in dir spüren,
die mich beruhigt, meine hand an dein gesicht führt, es berührt,
kann diese klarheit anfassen, samt und seide, durch meine finger gleiten
lassen, ewig-vertraut, gewiss und leicht.
ich sagte dir heute, du hättest tausend gesichter und du fragtest,
ob das gut oder schlecht sei. ich denke weder, noch. ich denke da nicht
an die reine äusserlichtkeit, sonder das, was du ausstrahlst. ich
meine das nicht wechselhaft, sondern vielfältig schön. heute
morgen beim frühstück warst du die reinheit eines klaren frühlingsmorgens,
rosig, duftend, frisch und zart. im laufe des tages wurdest du zum sommer,
zum ährenfeld, stark und leuchtend. auf dem weg in die bar, (nach
diesem schönheitsschlaf, den du gewiss nicht nötig hast) warst
du die diva, die muse, das meer, die geniale zeichnung einer sonne bei
nacht. dazwischen, in vielen augenblicken, alle elemente dieser welt.
in einem augenblick. und ich war dabei um ihn zu erleben. jedes mal.
ich empfinde das alles als normal. als fassbar. ich kann nicht aufschreiben,
wie mich das alles umhaut, oder verwirrt. das tut es nämlich nicht.
ich finde es nicht merkwürdig, lediglich unbeschreiblich. alles
passt, fordert kein nachdenken. ich kann sein wie ich bin. vertraute
entspannung pur. die bar zieht mich an. ich möchte mich dort am
rande über einen dieser überteuerten sessel hängen und
schlafen, musik hören und nur am einatmen merken, dass du vorbei
gegangen bist, möchte die augen aufschlagen, du weisst schon.
der lärm aus der bar plärrt zu mir herauf. ich glaube du hattest
mir heute schon gesagt, dass du keine lust hast. mir kommen wieder unzählige
verrückte entführungsgedanken und es ist wahr: ich will dich
entführen. an einen ort, weit entfernt von all diesem unsinn. auch
weg von mir, weil ich dir auch nicht gut tue.
ich war später noch in der bar, pflanzte mich in die äusserste
ecke und schlabberte einen milchkaffee. als du gingst, kamst du zu mir
und sagtest: "ich lass mich jetzt von stefan heimfahren. ist das
ok?" ich nickte dir zu und sagte: "ok." sah dich aus
der bar schweben und fragte mich mit einem anflug irritation, wieso
du mich gefragt hast, ob das "ok" ist? zum einen brauchst
du gewiss nicht mein ok, um dich nach hause fahren zu lassen, zum andern
musst du mir das nicht erzählen. es ist ein schönes gefühl,
wenn du mir erzählst was du tun wirst, ja. aber ist das jetzt auch
wieder nur hirnwichserei, wenn ich mich frage, warum du das tust? wäre
jetzt ein normaler zeitpunkt eifersüchtig zu sein? auf was auch
immer? nun, das sind jetzt meine mit ansporn vorangetriebenen gedanken
um eine aufzählung hin zu bekommen. ich sass als du gingst noch
immer in der bar, mein zweiter milchkaffee kam und ich trank ihn ohne
hast und ohne gedanken (ausser dem einen, der dich in den schlaf wiegt)
in der ecke und betrachtete mir das volk, das sich dort tummelte. stand
eine halbe stunde später auf und fuhr nach hause. legte mich hin
und schlief zufrieden ein. und jetzt kommts: ich denke mal, dass ich
normalerweise argwöhnisch hätte reagieren sollen. ich sollte
eine krise bekommen, wenn ich mitbekomme, dass du mit jemand anderem
lachen, scherzen, glücklich sein kannst. ich sollte peinliche sachen
machen, dumme sprüche und ignorante blicke aufsetzen. ich sollte
ein eifersüchtiges arschloch sein, das neidisch alles überbewertet,
falsch auslegt, dir einen strick daraus dreht.
natürlich sollte ich das nicht tun. das liegt mir auch nicht. aber
vielleicht sollte ich dir bei jedem furz versichern, alles wäre
fein. nein, sollte ich auch nicht. ich gehe einfach viel zu oft davon
aus, dass du weisst, wie ich zu dir stehe und eben auch zu den dingen
die du tust und viel wichtiger: wie du sie tust. ich könnte behaupten,
ich stehe hinter dir. das klingt aber so depp, so rechthaberisch, arrogant,
dass ich es so nicht sehen mag (auch wenn es einfach so ist), denn wer
bin ich denn, das alles beurteilen zu können? also ist es eben
so, dass ich mich einfach nur genauso verhalten würde und da ist
auch schon meine antwort. wäre die situation anders herum, ich
hätte dir wahrscheinlich auch gesagt, dass mich steffi nachhause
fährt, ok? sehen wir also diesen letzten absatz als beweis dafür
an, sich keine gedanken machen zu müssen, weil das schon ok so
ist. ok?
jetzt sitzt du fünf meter von mir entfernt und schreibst eine email.
ha! eben gerade habe ich zur seite geschaut, zu dir hin, habe dir eine
kuss durch den raum geschickt, auf deinen hals und als er dort angekommen
war, fasst du dir an die stelle, so als ob es dort kitzeln würde.
ich bin faziniert. aber was soll ich jetzt schreiben, da du hier bist?
eben in diesen momenten denke ich garnichts. auch wieder so ein merkwürdiges
ding. wie kann ich garnichts denken, wenn du da bist? keine ahnung?
yep!
nun, jetzt bist du nicht da. ich habe dich eben nach hause gebracht
und sitze alleine vorm rechner. zusätzlich zu diesem wohl nie ausbleibenden
gefühl, einen teil von mir zurückgelassen zu haben, wenn ich
von dir weggehe (du fehlst mir), habe ich ein starkes ziehen im bauch.
ich kann das durch nachdenken erklären, indem ich mir vor augen
halte, etwa eine stunde mit dir im auto gesessen zu haben, dein tape
gehört und deiner stimme beim mitsingen gelauscht zu haben. ich
will nicht sagen, dass das unromantisch war, aber es war eben einfach
normal/schön (normal für mich, wenn du da bist). wenn ich
jetzt nochmals darüber nachdenke muss ich mir jedoch eigentlich
eins in die fresse hauen. bla-laber-schwall. scheiss auf die floskeln.
ich vermisse dich und ja, ich will dich nicht mehr gehn lassen und ja
ich weiss, ich will dich nicht festhalten, und ich will nichts fordern,
aber ich will doch alles. mit abstand, von aussen betrachtet, passt
doch nichts zusammen von dem was ich tue. ich habe dieses ultimative
ziel vor augen, dieses tiefe gefühl und verhalte mich dir gegenüber
wie ein stein. ich habe den eindruck, mein schutzschild ist viel stärker
als deiner. wobei das unsinn ist. ich habe deinen schutzschirm schon
lange nicht mehr gesehn. mir wird wieder klar, wie vertraut du mir bist.
wie vertraut es war, dir beim schlafen vorhin zuzusehen, meine augen
auf dir ruhen zu lassen, dir über den kopf zu streichen, als du
dich an mich gelehnt hast. wie gedankenverloren ich sein kann, wenn
du einfach nur da bist. am besten ganz nah.
also ist das ziehen im bauch ein ausleger dieses dings in meiner brust.
wie immer sitze ich jetzt alleine vorm rechner. nur dieses mal, habe
ich keine lust zu schreiben. ich tue es trotzdem. wieso? die antwort
kommt vielleicht beim schreiben:
ich wachte heute morgen auf, lag noch ein paar stunden im bett, dachte
an dich, sah dich vor mir, wollte dich bei mir haben, dich berühren,
jeden deiner pfefferflecken küssen, dich an mir spüren, normal.
dann stand ich plötzlich auf, zog mich an, fuhr in die stadt. ich
wusste nicht wohin, warum. aber gut, ich tat es. ich bemerkte, dass
ich wohl gerade ins schwarz/weiss fahre, als das telefon klingelte.
du warst dran. bingo. also hast du mich über diese unsichtbare
leitung gerufen. wir gingen ins quartier, bestellten milchkaffee &
frühstück und ich spürte diesen magnetismus stärker
werden. johns anruf kam und du zogst dich zurück. ich akzeptiere
das und ich hoffe, er wird bald hier sein.
dann werde ich sehen, ob ich dich wirklich... ob das was ich für
dich empfinde... ob ich dich immer noch loslassen... ich werde sehn.
ob ich sehen werde?
in der zwischenzeit war ich zuhause und habe versucht zu schlafen. keine
chance. irgendetwas zerreisst mich innerlich und ich bin aufgesprungen
und in die stadt gefahren. um 4 uhr morgens. autofahren hilft mir normalerweise.
heute nicht. ich dachte auch darüber nach dich anzurufen. wusste
aber nicht, was ich dir sagen sollte. ausser, dass ich ein beschissenes,
alarmierendes, chaotisches gefühl in mir habe. was sollst du damit
anfangen? ich kann nichts damit anfangen. was soll das? die vögel
fangen an zu zwitschern, am horizont wird es langsam heller. ich erinnere
mich an die zeit, als wir zusammen die sonne hier haben aufgehen sehen.
aber die zeit rast dahin und ich habe das gefühl, etwas gravierendes
sei geschehen. ich wandere im büro auf und ab. fühle mich
wie eines dieser gespenster da draussen. fad und leer. da hatte ich
heute einen sehr entspannenden tag, geistig und körperlich und
dann sowas. der totale absturz. klatsch. das kann ja heiter werden,
heute....
...heiter war nur das wetter heute. mal abgesehen von deiner aussage,
unsere gefühle würden auf unterschiedlichen wegen unterwegs
sein (was schon lange klar ist) und ich dir wohl nicht richtig begreiflich
machen konnte, was gerade in mir vorgeht (obwohl ich das doch ungeschmückt
ausgekotzt habe), ich dir versicherte, dir keine sms mit zärtlichem
inhalt mehr schicken werde, du mir das gefühl vermitteln willst,
ich würde dich nicht verlieren, ich dich nicht mehr küssen
soll, wenn mir danach ist, ich dir an den kopf geschmissen habe, ich
hätte das gefühl du würdest mir nur eine gefilterte wahrheit
offenbaren, ich mir anhören musste, man müsste bei mir nach
allem bohren, ich sowieso zu passiv bin (ausser in liebesbkundungen
wohl?) und ich dich gar nicht verletzen kann, weil du das garnicht an
dich ranlassen würdest, dir aufgefallen ist, seitdem es dir "gut"
geht, es mir "schlecht" geht, und du der meinung bist so ziemlich
geordnet zu sein, war heute ein normaler, offener tag. jetzt sitze ich
im büro und warte auf den schlag, der unweigerlich jetzt kommen
müsste. wenn das denn alles mit rechten dingen von statten gehen
soll. nun, bislang war (für mich) nichts normal und vielleicht
bleibt dieser alles vernichtende schmerz ja auch aus? ich muss zugeben,
wenn er ausbleibt, bin ich enttäuscht von mir. denn wenn das alles
soooo toll sein sollte, dann muss der knock-out dementsprechend daher
kommen (und das darf er ja, ist er schliesslich ein eigenständiges
medium). auch ist mir das alles eigentlich viel zu ernst um hier zu
scherzen.
also, als erstes gebe ich wohl eine abwandlung meines ersten gedanken
wieder, der mir vorhin im quartier bei deinen "das-prallt-von-mir-ab-geht-mir-hier-rein-und-da-raus-will-ich-nicht-haben"-aussagen
in den sinn gekommen ist:
ich willst dir nimmer sagen,
wie ich so lieb dich hab,
im herzen will ich's tragen,
will stumm sein wie das grab.
kein lied soll's dir gestehen,
soll flehen um mein glück.
du selber sollst es sehen,
du fehlst in meinem blick.
und kannst du es nicht sehen,
wer dort so zärtlich spricht,
so ist's ein traum gewesen,
dem träumer zürne nicht.
das hat bestimmt kein stier geschrieben.
ich hatte gehofft, dir würde es gefallen, wenn ich dir diese smse
schicke, weil sie eine beschreibung dessen darstellen, wonach mir war
/ ist. ich hätte dich nicht so eingeschätzt, dass du dich
in irgendeiner form verpflichtet fühlen könntest, darauf zu
antworten, oder irgend etwas in der form (aus dir heraus) wieder geben
zu können. wenn ich jetzt darüber nachdenke, fällt mir
auf, dass du genauso wenig wie ich etwas ohne dies ausgleichen zu können
annehmen kannst und willst. wenn ich mir gedanken über die smse
gemacht habe, dann die, dass sie ein teil meiner wahrheit darstellen
und diese form der "übermittlung" am einfachsten anzunehmen
ist. im moment ist mir danach, dir eine sms zu schicken mit folgendem
inhalt: "ich wünsche dir die galoppierende beulenpest an den
arsch und 1000 flöhe im bett, möge dein kopfkissen kratzen
und die schrecklichsten träume dich heimsuchen ;-)" das wäre
dann allerdings wieder etwas, was du als gott weiss was empfinden könntest.
ich will garnicht darüber nachdenken.
aber du handelst aus dem bauch heraus, aus gefühl. das tue ich
auch. bin ich völlig willenlos, wenn ich mich nicht beschissen
fühle? glaube ich dir etwa nicht? bin ich denn ein griensender
trottel der sich schon längst in dir verloren hat? legitime fragen,
die ich mit einem verzogenen, abfälligen gesichtausdruck niederschmettern
kann: bullshit.
und sowieso, jeder tag ist ein neuer tag und ich bin jetzt endgültig
über meinen tiefpunkt ins tal des "kurz-vorm-komamässigen-einschlafens"
abgerutscht. ich wünsche dir alle sternschnuppen dieser welt, gute
nacht, träum was schönes.
das da oben (2 seiten?) wurde am 31. juli geschrieben.
das was jetzt folgt am 4. august:
was zwischen montag und freitag vorgefallen ist kann ich lediglich als
achterbahn bezeichnen. mir war nach regen zumute und ich nutzte jede
gelegenheit in selbigem spazieren zu gehen. auch die sonne kam zum vorschein,
und auch dieser hielt ich mein gesicht entgegen wann es eben ging. ich
glaube am dienstag war der abend, an dem du mich fragtest, was denn
geschehen müsse, um etwas zu ändern. heute war ich an der
reihe, diese frage zu stellen. gestern war ich noch melancholisch (der
genuss von traurigkeit), heute tat es weh. nun, du dachtest ich hätte
hirnwichserei betrieben. ich wäre froh gewesen, wenn es denn das
gewesen wäre. von den vielen ansätzen die mir mein magen,
mein herz durch den hals in den kopf pumpten blieb nur einer halbwegs
hängen. nämlich der, dass ich dich nie hätte küssen
sollen. warum gerade das? eben darum. bei dem gedanken zerreisst es
mein herz, mal wieder, wie schon so oft heute. und ich erzählte
dir davon, vorhin im quartier und es wurde nicht weiter darüber
gesprochen. statt dessen hälst du mir vor, ich hätte keine
probleme und dürfte demnach garnicht so drauf sein. ich faselte
was von wegen mir fehlt es an ausdrucksmöglichkeiten und somit
an feedback und schliesslich kamen wir zu der erkenntnis, dass jeder
mensch wissen will wo er steht. ob ich weiss wo ich stehe? nein. jetzt,
beim schreiben, muss ich doch tatsächlich lachen, denn kommt mir
doch dieser gedanke: "ich weiss wo ich stehe: auf verlorenem posten!"
ach ja! am mittwoch, auf der after-work-session hatte ich noch so einen
film vor augen. es gab nur eine szene. sie zeigte dich, von den schultern
aufwärts, nackt (oder schulterfreies kleid?), auf mir sitzend,
die hände auf meine brust gestützt, mir in die augen schauend,
und von der körpersprache her mit langsam kreisenden hüften.
und das, nachdem ich dir einen tag zuvor ehrlicherweise erzählt
habe, ich hätte keine gedanken an sex. ich schlief an jenem mittwoch
auf der couch ein und du hast mich dort geweckt und kurz danach, als
du bei mir sasst, sah ich dich in wirklichkeit über mich gebeugt,
deine hände stützen sich neben meinem kopf, dein gesicht ganz
nah vor meinem, dein körper auf meinem bauch. dies sind die momente,
in denen ich dich noch mehr an mich ziehen will, dein gesicht in die
hände nehmen und... aber nein, ich habe gehört, dich zu küssen
ist ein eindringen in deine privatsphäre. mal abgesehen davon,
was ich vom eindringen halte, in deine privatspäre will ich das
nicht. wo stehe ich? neben mir!
also, was hat dieser schmerz zu bedeuten? und warum verdammt noch mal,
hätte ich dich nicht küssen sollen? früher oder später
will jeder wissen wo er steht. und ich glaub ich steh im wald. mit sicherheit
habe ich angst davor, zu wissen wo ich gerade stehe, ich frage erst
gar nicht. auch tröstet mich die aussage nicht, es gäbe noch
andere wie dich. ich bin verwirrt, habe dir erzählt, dass ich den
abstand zu dir, den du haben willst, den ich versuche zu halten, als
zu gross empfinde. manchmal durchbrichst du einfach so diese grenze.
eine grenze, die ich mir gesetzt habe, eine kontrolle, die du umgehst,
die ich nicht verletzen will. nicht schon wieder. ich weiss nicht warum
ich so auf diese selbst-geisselung stehe. und es ist wahr, ich stehe
nicht drauf. ausserdem bin ich stark fluchtgefährdet. auch mal
wieder. ich hau einfach ab und steh das durch, ohne deine nähe.
dazu müsste ich dich aus mir rauskriegen können. und was muss
passieren, dass das der fall ist? dass sich etwas ändert? ich bleib
hier und steh das durch und ich weiss nicht was. ich habe dir seit montag
keine sms mehr geschrieben, dich nicht berührt (oops, hab ich doch
im element 5) und sowieso, im element 5, was war das denn? wie kann
bei einer kopfgeschichte ein kaffeelöffel in der luft schweben
zwischen unseren blicken? wieso so viele ja's und trotzdem kein, kein,
kein was? was will ich überhaupt? was ist mit meiner einstellung:
"ich werde es herausfinden" geworden? ach halts maul.
nun, ich möchte mit niemandem tauschen, finde mein leben spannend
und fahre jetzt nach hause, um auszuschlafen. werde dich anrufen, wenn
ich wach bin, wenn mir danach ist und sehen was passiert. wenn ich es
denn sehen kann.
oddysee (odd-i-see)
Stier ( 21.04. bis 20.05. ) Horoskop vom 06.08.2000
Alles, was Sie sagen, kann gegen Sie verwendet werden. Also plaudern
Sie nicht gleich wieder alles aus, was Ihnen gerade so in den Kopf kommt.
Heute haben Sie reichlich Zeit für eine kleine Innenschau; besser,
Sie halten sich mehr im Hintergrund. Wenn der Tag vorüber ist,
glätten sich die Wogen!
...es ist nicht alles gold was glänzt.
...es ist schon erstaunlich wie viele stimmungsphasen ein stier an einem
tag durchlaufen kann.
...jeder von uns hätte heute morgen drei mal aufstehen können
und einfach weggehen können.
wer traut sich selbst und damit dem anderen am wenigsten. was muss noch
alles passieren? bin ich blind? wer ist blauäugiger? selbstloser?
erwartungsleerer? zurückhaltender? vorsichtiger? ehrlicher? spontaner?
offener? verletzlicher? trampeliger? bin ich also ein blauäugiger
blinder, der in selbsloser erwartungsleere und zurückhaltender
vorsicht, seine spontane ehrlichkeit und verletzliche offenheit zertrampelt?
blauer dunst... ich habe diesen screenshot im herzen, der dich an diesem
schalter im flughafen zeigt. ich spürte das verlangen in mir, dich
festzuhalten, dir zu sagen: "geh nicht". wollte wissen wie
es sich anfühlt, wenn du weg bist, konnte die vorstellung nicht
ertragen. und diese schwäche machte mich wütend. ich spürte
wie sich mein gesicht zur maske erstarrt. die erleichterung, dass du
nicht wegfliegst schürte diesen ekel vor mir selbst. ich will es
mir nicht eingestehen. ich fühle mich mies, wie der letzte, der
letzte... und du lächelst mich an. dabei müsstest du mir ins
gesicht schlagen. du bohrst und stösst auf meinen widerwillen.
das ende dieser bohrung entpuppt sich als fiasko. ich habe es zuerst
geschafft, dir den tag zu versauen, dir die erkenntnis beschert, mir
nicht glauben zu können, dich verletzt zu haben, zu wissen wie
man mich verletzen kann, was mit uns nicht funktionieren wird - ein
paar messerstiche mehr im bauch.
ich hatte heute eigentlich geglaubt, als ich dich abholte, mir meine
stärke oder schwäche vor augen führen zu können.
zu erfahren, wie es sich anfühlt, dich hinter einer gangway-tür
verschwinden zu sehen. wie es sich anfühlt, dich tagelang (also
in der d-zeitrechnung wochenlang) nicht erleben zu können. aber
erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. und denken ist heute
glückssache. ich hätte auf meinem standpunkt beharren sollen,
dir das alles aufzuschreiben. so schön geordnet, am ende gar zensiert?
das ist der punkt. darum habe ich mich wohl auch nicht so genüsslich
gequält. besser die unfertigen brocken ausgespuckt, als... oh gott,
ich mache es schon wieder. was wirklich wichtig ist und was ich mir
nicht verzeihen, geschweige denn vergessen werde, ist die tatsache,
dass ich durch diese gedankenansätze wirklich etwas, was mich wirklich
nichts angeht, zerstört, entweiht, unter druck gesetzt habe. und
auch wenn du mir mit sicherheit vermittelt hast, dass das stimmungsspektrum
sich heute weitergedreht hat, so bleibt mir nichts anderes übrig
als von mir auszugehen, und das bedeutet, du wirst es auch nicht vergessen.
und ich fürchte mich vor den konsequenzen. was wird die essenz
dieses tages für dich sein? eine frage, die ich dir nicht zu stellen
brauche, da sie mir niemand beantworten kann, jetzt. und so sehe ich
auch diese anderen fragen, die sich an meine eigene glaubhaftigkeit
stellen. und auch wenn ich nicht dafür verantwortlich bin, dass
du in den letzten wochen eine ruhige, gelassene und entspannte zeit
hattest, so muss ich doch meinen beitrag dazu leisten, dies aufrecht
zu erhalten. wenn ich das nicht täte, wäre ich ein vampir.
wenn es zu den dingen gehört, die ich mir nicht "herausnehmen"
kann, darf, soll, muss, dann bin ich bei dir völlig deplaziert.
und ja, ich mache mir keine gedanken für dich, aber über
dich. du verteidigst vehement dein recht auf selbstbestimmung, wo es
gar keinen angriff gibt. säbelrasseln ist nicht nötig, dachte
ich, hielt ich mich doch für einen menschen, der dich nicht verbiegen
kann, da ich in dir meinen hermaphroditen gefunden habe.
ich glaube an etwas neues, unbekanntes, was den alten glauben einfach
dumm aussehen lässt:
"manchmal glauben wir, die drachen der alten märchen und sagen
seien längst ausgestorben und es gebe keine tapferen ritter mehr
und auch keine prinzessin, die durch verborgene wälder schwebt
und rehe und schmetterlinge mit ihrem lächeln verzaubert.
manchmal haben wir den eindruck, unsere zeit biete uns kein unerforschtes
land und keine abenteuer mehr. das schicksal - so meinen wir - liegt
weit jenseits des horizonts: ein leuchtender schatten, der schon vor
langer zeit vorübergehuscht und verschwunden ist.
wie schön, dass wir unrecht haben. prinzessinnen, ritter und drachen,
zauberei, geheimnisse und abenteuer gibt es immer noch, jetzt und hier
- ja, es hat auf der welt niemals etwas anderes gegeben!
natürlich stecken sie in unserem jahrhundert in anderen kleidern.
die drachen tragen heute die roben hoher regierungsbeamter oder haben
sich als misserfolge und katastrophen verkleidet. und die dämonen
unserer gesellschaft stossen kreischend auf uns herab, sobald wir es
wagen, unseren blick vom boden zu erheben oder an einer kreuzung rechts
abzubiegen, obwohl man uns befohlen hat, nach links zu fahren. der äussere
schein ist inzwischen so hinterlistig geworden, dass die prinzessinnen
und ritter einander manchmal verborgen bleiben - ja, dass sie sich selbst
nicht mehr erkennen. und doch erscheinen uns in unseren träumen
immer noch lehrmeister, die uns die wirklichkeit offenbaren. sie verraten
uns, dass wir den schild, den wir zum schutz gegen die drachen brauchen,
niemals verloren haben und dass wir von einer ungeheuren spannung erfüllt
sind, die uns dazu treibt, die welt nach unseren wünschen zu verändern.
unsere intuition flüstert uns zu (uns sie hat recht): wir sind
nicht staub, sondern magie!"
...und was ist meine essenz, die ich aus diesem tag ziehe? eine masse,
die alle spektralfarben beinhaltet und stark nach einem weissabgleich
ruft. was wird morgen sein? wir werden es sehen...
eigentlich wollte ich hier mit den worten beginnen: "ich fange
gerade an, mich in dich zu verlieben..."
doch jetzt muss ich mich der magie unterwerfen und etwas anderes, dringlicheres
in mir vorziehen: "es gibt keine zufälle." ich kam gerade
in der westadt an, parkte das auto, schloss die tür auf, ging ins
büro, ging zum fenster, welches auf die bar zeigt, und sah hinunter,
ob die tische denn noch stehen, oder gar besetzt sind. es war kurz nach
halb zwei, dunkel und angenehm warm. ich sah eine grosse gruppe um ein
paar zusammengestellte tische sitzen. dann schweifte mein blick zum
501er "mastertisch" (mein favorit), dort lagerten etwa 4-5
leute. in diesem moment betrittst du die szene, beugst dich vor um einen
der leute zu begrüssen, den rücken zu mir gedreht. du trugst
deine haare offen, ein schwarzes oberteil und die rote hose, die deinen
körper eben so betont, dass ein am fenster stehender, der sein
herz an dich verloren hat, die hand auf die fensterscheibe presst, um
dir sanft durch die haare zu streichen.
und schon schlendert diese prinzessin mit magischem schritte in die
bar hinein, glitzernde funken von sich sprühend, perlend, fliessend,
hinter sich herwehend, welche mit leisem blinken zu boden schweben und
noch ein wenig nachglimmen, bis sie in der nacht ersterben. es wurde
wieder dunkel auf dem platz und die szene wechselte zurück zu normalen
farben. ich stand noch am fenster und schaltete das licht ein. sah mich
um, verwundert. wo bin ich? träume ich? die bilder des tages wandern
durch mich hindurch. und eines davon umschliesst mich mit besonderer
wärme. ich habe heute einen engel gesehen, welcher in einem leichten,
weichen, roten kleid durch meinen blick getanzt ist, der sich auf zehenspitzen
stehend, regale mit dingen ansah, die nur darauf warteten verzaubert,
gerettet zu werden. dieser engel liess erblühen, was sein blick
streifte, liess passanten erstaunt erwachen, ohne selbst zu wissen was
geschieht. er sass dort zu meiner rechten und leuchtete mir. ich sehe
es vor meinem inneren auge, kann es fühlen, verstehen, geniessen.
tanze durchs büro zu der melodie in meinem kopf, höre die
worte, cloudy was the day.... when sunshine came into my life... and
made it brighter... she touched me with her warmness... and the light
shines from her smile... she makes me happy... i can never keep myself
away... cos when i'm next to her... i feel the warm rays reaching out...
for her love... she touched me with a smile that glows... i cant
go another day without my sunshine... she warms me with a heart of gold...
i can't go another day without my sunshine... my sunshine... my sunshine...
mittlerweile sitze ich hier träumend. lasse diese vielen essenzen
des tages wandern und kann mich nicht für eine entscheiden. und
doch. die essenz aus allen ist die eine: "ich habe heute angefangen,
mich in dich zu verlieben."
der nächste tag (dienstag):
auf dem nachhauseweg stellte ich dir die frage, was deine essenz dieses
tages wäre. die frage konntest du nicht beantworten und fragtest
mich, ob ich denn schon eine essenz dieses tages hätte. nach kurzem
schweigen musste ich auch verneinen. du fragtest, ob ich mich wohl gefühlt
habe und ich entgegnete ich hätte mich nicht nur wohl gefühlt,
sondern mir selten so wenige gedanken gemacht. du sagtest: "gut"
und ich sagte: "ich weiss nicht".
ich mag nicht aufzählen was heute alles passiert ist. was aber
unter das thema "magie" fällt, war die tatsache, dass
du heute nacht von diesem roten kleid geträumt hast. und als du
in der sauna geschlafen hast, hast du von der chilligen couch geträumt,
auf der ich sass, als du selbiges durchs "piu forte" trugst.
ich meinerseits habe eine schachtel vor meinem inneren auge, die mit
einer roten schleife zusammen gehalten wird. in dieser schleife steckt
eine wilde rose. und da es keine zufälle gibt, du dieses kleid
in den händen hieltst, davon geträumt hast, ich davon geträumt
habe...
meine essenz des tages? sie schlägt in meinem herzen und wird von
dort an jede stelle meines körpers gepumpt. und da ich das weiss,
macht mich das ruhig. verrückt, an solch einem tag nicht mehr festzuhalten,
auf papier. mein status ist einfach zu beschrieben: brust: du. bauch:
du. kopf: du. angefüllt von einem tag ohne gedanken zu sein, ist
ein traum, mit offenen augen.
du bist unvorstellbar weit von jeglicher oberflächlichkeit entfernt.
so tief, dass es mich schwindelig macht, beim versuch in deinen augen
bis zum grunde zu blicken. ich tauche täglich in dich ein, lasse
mich treiben, wenn du das zulässt. erfreue mich am glitzern der
sonne in deinen augen, der kraft, der strömung, die mich unweigerlich
mit sich zieht. tiefer. tiefer. ich lerne zu atmen, in momenten, in
denen mir du luft wegbleibt. schaue auf diesen schutzengel, der mit
weisem blick behütet, leitet. mein handeln mit einem warmen strahlen
belohnt oder mit schärfe tadelt.
aber alles egal. ausser der moment. der augenblick. wenn sich wie von
geisterhand der schleier lüftet, um wieder in sich zu versinken,
das bild unter sich verhüllend, schlafend. bis zum nächsten
moment. wenn ein schatten über die sonne huscht und eine neue schicht
entsteht. ein wimpernschlag der reinheit, ein aufleuchten im zwielicht.
welche bedeutung hat das rote kleid? nur diese, dass ich die vorstellung
mag, wenn du es trägst. und dabei das gleiche ausstrahlst, wie
in eben diesem laden irgendwo in der city von darmstadt. dies ist einfach
eine schöne erinnerung, die sich durch nichts trüben lassen
wird. und somit ist das rote kleid eine hommage an diesen augenblick.
mein ding.
ich möchte die gewissheit, dass du niemals gedanken über mich
verschwendest. dann hätte ich die gewissheit, dass du in fünf
jahren niemals auf die idee kommst, ob du die richtige entscheidung
getroffen hast. zumindest nichts was mit mir zu tun hat.
ich möchte die gewissheit, dass du weisst, dass es mir gut geht,
ich aus freien stücken handle, und eben ein gutes gefühl dabei
habe. keine gedanken in irgendeine richtung... und trotzdem nicht auf
der stelle stehend.
ich möchte die gewissheit, dass du all meine gründe verstehst,
ohne hinterfragen zu müssen. ohne zu wollen. nicht einmal auf die
idee zu kommen.
aber diese worte, gedanken kann ich dir nicht mitteilen. denn versuche
mal nicht in den nächsten zwei sekunden an einen rosa elefanten
zu denken.
ich öffne meine hände und sehe dort einen vogel
sitzen, der mich neugierig mustert, sein gewicht von einem fuss auf
den anderen lagert während er blitzschnell um sich schaut, mich
dabei nicht aus den augen lässt. ich sehe mir zu wie ich langsam
die arme hebe, die zu einem nest geformten hände dem himmel entgegen
strecke. "willst du fliegen?" noch bevor ich den gedanken
aussprach schnellte der vogel in die höhe, entfaltete seine flügel
und flog mit leichten schwüngen hinauf in ein schleiriges blau.
ich lächelte ihm nach und je weiter er sich entfernt desto deutlicher
kann ich erkennen wie schön er ist.
aber mein blick senkt sich nieder und fällt auf die leeren hände,
die noch zum nest geformt in meinen schoss gesunken sind. ich kann noch
fühlen, wie dieser vogel eben noch dort sass. es war ein austausch
von wärme, die nun langsam verfliegt. bin ich jetzt auch schon
zum fliegen bereit?
nun starre ich schon eine geraume zeit auf diesen langsam vor sich hinblinkenden
cursor und denke darüber nach, was ich für den heutigen tag
aufschreiben mag. es gibt nur ein ding, eine frage, die mir im gedächtnis
blieb. die ich dir nicht spontan stellen wollte oder konnte, weil eben
ständig ein anderes thema vorherrschte. aber nun, ich schreibe
sie hier auf, um mich selbst zu zwingen sie dir zu stellen. meine frage,
die mir schon am see heute in den sinn kam, bezog sich auf eine deiner
aussagen, eben an selbigem see, als es noch unmöglich schien die
finger vom anderen zu lassen. du hattest die befürchtung irgendwann
einmal, beim nächsten mal würde etwas anders sein, wenn wir
zusammen am see liegen. ich wollte wissen, was es denn war, was anders
sein würde. ob es heute "anders" war. nun, anders als
damals war es gewiss, die umstände, die vergangenheit, die perspektive,
alles ist anders. alles? grrr. etwas war nicht anders. ich hatte das
bedürfnis dich im arm liegen zu haben, dich zu streicheln, dir
durch die haare zu fahren, deinen körper an mich zu ziehen.
mittlerweile scheitere ich hierbei an meinem eigenen schutzschild. scheitere
an dieser merkwürdigen "geschwisterlichkeit". mir kommen
die bilder von einst in den sinn. sie ähneln denen von heute, bis
zu dieser jetzt weiter vorgezogenen grenze. ist es das was du meintest?
dass die grenzen sich enger zuziehen?
ich starre wieder nur auf den blinkenden strich hinter dem letzten wort.
aber der kann mir auch keine antwort geben...
ein paar tage sind vergangen, ich weiss nicht wie viele, zwei oder drei?
während dieser tage wurde mir bewusst, wie sehr ich ein direkt-ins-hirn-stöpselbares-diktiergerät
brauche. auf eine andere art und weise kann ich kaum all die gedanken,
die sich mir in den vielen stillen stunden durch die hirnwand drücken
festhalten. heute ist sonntag und gestern habe ich dich nur kurz im
stadion (schicksal) sehen können. ja, du hast mir gefehlt und ich
habe mich nicht sonderlich ins zeug gelegt, dich irgendwie zu erreichen.
später ging ich in den robert-johnson-club. dort hatte ich das
unumstössliche gefühl, du müsstest jeden moment strahlend
und lachend zur tür herein spaziert kommen. ich hörte der
musik zu, tanzte vor mich hin und jedesmal, wenn ich die augen öffnete,
erwartete ich dich zu sehen, habe manchmal deinen duft in die nase bekommen
und mich verwundert umgesehen. ganz gleich wo du gestern abend warst,
du warst auch im robert-johnson und hast getanzt, wie nur du das kannst.
lasziv und sprühend, wie eine flamme die sich durch die heisse
luft schlängelt, die dich verbrennen wird, wenn du sie berühren
willst. ich stehe da und tanze, sende dir dieses gefühl und stecke
tief in der musik, diesem gefühl, sich weit weg ziehen zu lassen
und dort wo man sich gerade befindet, sich zerfliessen lassen zu können.
jetzt ist es halb zwei uhr am mittag, ich spüre in meinem bauch,
dass du mir fehlst, träume mich zu dir hin, mag nicht anrufen,
dich nicht stören, höre der musik in meinem kopf zu, sehe
dich vor meinem inneren auge und will dich berühren. spüre
wie dieses gummiartige band der zeit sich in die länge zieht, sich
mein magen ebenfalls in die länge zieht um in einem strudel der
empfindungen...
heute ist also der zweite tag, an dem du dich nicht meldest. ich fuhr
mit floh zu "unserem" see, weil im stadion das dämliche
spass & kultur fest steigt. ich versuchte dich zu erreichen, um
dich zu fragen ob das ok für dich wäre, wenn ich mit floh
an diesen (für mich besonderen) see fahre. dein handy war aus und
ich erinnerte mich an deine worte, es gäbe keine besonderen ortschaften,
die man nur und ausschliesslich mit einer person besuchen dürfte.
(so ungefähr). am parkplatz angelangt stiegen wir aus und schlenderten
den weg zum see entlang. schon merkwürdig, dich nicht dabei an
meiner seite zu haben, die landschaft betrachten, in die ferne schweifen,
und nicht deine stimme, deine schritte neben mir zu hören. ich
vermisste dich vor mir, als wir den waldweg am ufer entlang gingen und
heute musste ICH durch die blätter spähen um ein stückchen
freies grün zu entdecken. schon sind wir an unserer lieblingsstelle
angelangt, aber da ist es auch überfüllt. ich sehe nur körper.
vor allem springt mir einer ins auge, der mir irgendwie sehr vertraut
vorkommt. nur der rest erscheint mir fremd. vielleicht lag es auch daran,
dass ich dich nie vorher mit einer baseballkappe gesehen habe. du warst
da und ich ging einfach weiter. wie an einem bild, dass mich nicht interessierte.
in der nächsten "bucht" fanden wir noch eine ecke und
breiteten unser lager aus. mein erster gedanke als ich dich sah? ich
war aufgeregt. weshalb? weil mir gerade bewusst wurde, dass ich heute
einen schönen tag mit dir hätte verbringen können und
du ihn und die damit verbundene freude deiner anwesenheit an jemand
anderen verschenkst. mir schiessen die dämonen in den kopf, die
mir kreischend etwas von ansprüchen eintrichtern wollen. habe ich
einen anspruch an dich? erwarte ich wirklich von dir, dass du... was?
hättest du den tag mit mir verbringen wollen, hättest du es
getan. so wolltest du ihn nicht mit mir verbringen und hast somit nur
normal gehandelt. normal, für einen menschen in deiner position.
du läufst vor etwas davon und suchst ablenkung. obwohl du etwas
suchst, etwas ordnen willst, es dir nicht gelingt und du doch eigentlich
nicht aufgeben willst.
du wirst dich solange nicht melden, bis niemand da ist, der dich ablenkt.
und dabei wird mir klar, dass ich dich heute ebensowenig wie gestern
sehen wollte. ja, ich habe dich ständig vor mir gesehen, dich herbei
gesehnt. aber ich glaube ich sehne mich nach der dani von vor zwei monaten.
als noch vieles unklar und noch mehr klar war. ich habe mich ein wenig
geärgert, als mich stefan erkannt hatte und meine anwesenheit verriet.
ich wollte nicht zu dir hingehen, wollte mich nicht zu dir hinunterbeugen,
mich der anziehungskraft deiner lippen entziehen, da ich diese kollega-nummer
nicht abziehen wollte. ich wollte dir so vieles erzählen, dich
mitnehmen von dort wo du lagst und spiele statt dessen das "weststadtbar-ist-überall-spiel".
und nein, du gehörst mir nicht, ich weiss das und ich wünschte
ich wäre kein stier. aber so zwinge ich mein freudiges lächeln
in die maske des kontroll-freaks. ich wollte dir meine nassen haare
auf den bauch klatschen, dich zum schreien bringen, mit dir lachen,
der sonne ins gesicht. der zweite tag ohne vernünftige kommunikation
mit dir stellt sich mir schon als kleine herausforderung dar. der grosse
kontroll-depp gegen den unbesiegbaren gefühls-bauer. beide gecoacht
vom weisen volks-philosophen mit meditations-support. let it flow...
take it easy... aber was habe ich zu verlieren? alles? und was habe
ich zu gewinnen? auch alles? wieso soll ich dann überhaupt mitspielen?
weil ich gerade feststelle, dass ich mich verändere? und den impuls
dazu schreibe ich dir zu. und ich fühle mich wohl dabei. und ich
werde es rausfinden? jaja.
als erstes auf dem weg des herausfindens, ab jetzt, werde ich mich auf
meinen lieblingsplatz vor der bar setzen und den sonnenuntergang geniessen.
ohne dich körperlich dabei zu haben. ich würde gerne wissen,
ob das was ich dir in gedanken sende, auch ankommt. die strahlen und
die stimmung der untergehenden sonne. in meinem gesicht, auf meiner
haut, in meinem herzen.
nach einem wirklich grossen milchkaffee, dem langen blick in die untergehende
sonne und einem kickboard-ausflug durch die stadt taumle ich zwischen
aufgeben und loslassen. bloss nicht mehr nur zuschauen. nicht mehr treiben
lassen. ich suche das ruder, welches mir den weg der sich nun vor mir
ausbreitet, sichern soll.
ich übergab dir dieses geschenk mit den worten: "dies ist
ein abschiedsgeschenk."
"abschied? von was?" "ich weiss auch nicht, ich habe
das nur gesagt, damit du einen grund hast es anzunehmen", log ich
mich selbst an. du sagst, du würdest mich ständig testen und
provozieren. anstatt darüber verärgert zu sein, finde ich
auch noch verständniss darin. ja, ich mag prüfungen, habe
keine angst davor. aber ich möchte mir selbst aussuchen können,
in welchem fach ich geprüft werde. denn, ich stehe doch erst am
anfang dieses menschwerdungsprozesses, bin anfänger, trainee. muss
mir selbst die frage stellen, ob ich das will. hmmm, es hat mich keiner
gefragt, also muss ich da eben durch. möchte mit dir an meiner
seite wachsen. ganz gleich wie das ergebnis ausfallen wird. ich werde
etwas daraus gelernt haben. eine erfahrung, hundert erfahrungen. sie
machen mich reicher. auch wenn sie schmerzen bereiten. reicher an narben?
aber es schlägt keine narben, wenn man auf dem weg zur schlachtbank
verhungert. es schlägt nur narben, wenn man seine eigenen bedürfnisse,
wünsche und sehnsüchte zusammendrischt, seine erwartungen,
träume und hoffnungen beschneidet. ...is this a game you playing...
...and i show you a sunset, if you stay with me 'til dawn...
FLASHBACK:
ich sehe mich in die bar hinein-sneakern. halte die font-cd in der hand,
die ich dir gebrannt habe. steuere auf dich zu und knall sie vor dir
auf den tresen. du schaust mich an und fängst an etwas zu stammeln
von wegen sonntag und du hattest keine zeit und hast, blabla. ich sehe
mich die arme in die luft heben, leicht in die knie gehen, beim weiterlaufen
und schaue dich verschmitzt an. du hälst beim reden inne und ich
kann an deinem gesichtsausdruck erkennen, dass du verstehst. dies ist
ein freies land, alles ist in ordnung, du bist ein souveräner mensch
und ich weiss das, obwohl ich dich noch garnicht kenne. das muss ende
mai gewesen sein. oder anfang juni? mir scheint es ein leben weit entfernt.
dass ich diese erkenntnis mit dem souveränen menschen hatte scheint
mir sogar noch ein paar leben länger her zu sein. das erste mal
als ich dich sah, irgendwann im oktober des letzten jahrtausends, habe
ich das schon gespürt. ich spürte, du bist ein besonderer
mensch. was ich in der zwischenzeit gelernt habe, ist dass man solchen
gefühlen, solchen "ersten gedanken" nachgehen muss. man
weiss nie was man alles verpasst, wenn man es nicht einfach mit offenen
augen und offenem geist ausprobiert. heute siegte mein alter, in eine
rüstung gepackter freund, der mich von solchen offenen dingen stets
bewahrte. ich sah dich am ufer dieses grünen sees liegen, dachte
an schicksal und wollte mich auf dich werfen, über dich herfallen.
egal vor wem. der erste gedanke ist der richtige? dann habe ich heute
das falsche getan. ein vergeudeter, wunderschöner sommertag.
fühle ich mich einsam? darf ich dich überhaupt in mir tragen?
warum bin ich heute morgen denn nicht einfach früher aufgestanden,
habe mich nicht um ein frühstück mit dir bemüht? selbst
schuld. ich scheitere an meinem "ich will dich nicht stören" wahn. will das risiko einer absage nicht eingehen. will kein nebenbuhler
sein.
bist du etwa wegen irgendetwas sauer auf mich? verunsichert? wieso gehst
du nicht ans telefon, oder beantwortest meine sms nicht? welches grundrecht
wird beschnitten, wenn ich dich das fragen möchte? das (meinige)
recht auf die wahrheit oder das (deinige) recht auf die freiheit. meine
angst dich zu stressen oder die angst einen fehler zu begehen. die hoffnung,
alles wäre ok, den traum, dir alles, zu jeder zeit sagen zu können?
am ende zählt nur die art und weise wie man damit umgeht. mit diesem
gefühl. ja, ich gebe zu, ich vermisse dich, mache mir unzählige
gedanken über dich, will in deiner nähe sein und will wissen
woran ich bin. jeden tag aufs neue. räumst du mir dieses recht
ein? ohne zu vergessen, wie ich ansonsten über dieses thema denke?
welches thema? vertrauen? also, in wie weit vertraue ich dir eigentlich?
ist es tatsächlich dieses spektakuläre, blinde vertrauen,
oder hast du dir bereits mein vertrauen verdient, so wie es stiermässig
eigentlich sein sollte? oops, und wie sieht es mit mir aus? traust du
mir? hast du heute mal an mich gedacht? plötzlich werden dinge
wichtig, die an all den tagen des zusammenseins unwichtig, weil nicht
existent erschienen.
vielleicht würde es mir besser gehen, wenn ich dich in diesen zwei
tagen garnicht zu gesicht bekommen hätte. aber hätte ich mich
einschliessen sollen, dir aus dem wege gehen? nein, das will ich garnicht.
wie hohl, so ein gedanke, dumme frage. grrr. das ganze problem an der
sache ist die unbeantwortbare frage: "was willst DU?" und
wieso fehlt mir der mut, dir diese frage zu stellen? gerade heute wäre
ein perfekter abend für ein solches gespräch. bei einer flasche
wein. das käme ganz gut heute.
vielleicht sollte ich aber auch einfach aufhören hier etwas zu
schreiben, diese reise beenden, bevor ich zu weit gewandert bin um noch
umkehren zu können. eine veränderung geht langsam von statten.
und du hast mich selbst vor dir gewarnt. vielleicht warst du in diesem
punkt wieder einmal weiser als ich. bleibt nur noch eine frage: "wofür
danke, dass ich da bin?"
hmmm, ich werde es wohl nicht herausfinden. dein telefon ist aus. ich
bin enttäuscht.
und mal wieder nur von mir selbst. ich komme mit abschieden einfach
nicht klar...
hast du wirklich alle schlüssel zu meinen schlössern? ich
schaue dich an, über die strasse hinweg, wie du auf dem bürgersteig
sitzt und dir von der sonne ein bezauberndes leuchten in die augen setzen
lässt. is this really just one of these moods? eine stimmung? die
stimme in mir sagt beharrlich: "nein!" ist es dann das tiefe
gefühl, der glauben jemanden gefunden zu haben, der durch seine
anwesenheit die gesetze der zeit ausser kraft setzen kann. in diesen
momenten, wenn mir bewusst wird, was du für mich bist, bekomme
ich angst vor der frage, was du für mich sein könntest. diese
furcht macht die besonderheit dieser beziehung aus. mein bezug zu dir,
der mit verstand nichts zu tun hat. dem verstehen, was in verbindung
mit dir nichts zu tun hat, taumle ich stetig hinterher, will den grossen
zusammenhang finden, den titel den das rad des lebens jetzt trägt,
erkennen können. just one of these moods, ist eine totale untertreibung,
eine verachtung dessen was ich in mir vorfinde, wenn ich es wage nachzusehen.
ich sehe meinem hermaphroditen zu, wie er vergnügt lächelnd
mit jemand anderem telefoniert. ich schaue dir in die augen und wünschte,
ich könnte ebensolche freude in dir wecken. meine schlüssel
scheinen nicht zu passen. muss ich noch an ihnen feilen? dazu brauche
ich allen mut den ich finden kann. denn dazu darf ich nicht davonlaufen.
der zweifel, die angst davor, einen von uns beiden zugrunde zu richten
steigt mir den hals empor.
fear can stop you loving, love will stop the fear. ein stückchen
text von einer der cd's die du mir als erstes mitgebracht hast. (mit
denen du dich "vorgestellt" hast, mit denen ich dich kennenlernte,
anfing dich zu definieren). alles hat seinen sinn, sein ziel. es gibt
keine zufälle. und wenn es die nicht gibt, dann möchte ich
wissen, warum du mir an diesem wochenende so scheinbar zufällig
über den weg gelaufen bist.
wieder schweift mein blick über die strasse zu dem menschen auf
dem all meine zuneigung magnetisch nahe ruht. ich weiss für mich,
dass ich nicht mehr brauche als diese nähe. und ich fühle
wie verrückt das klingt. und weil es eben nonkonformistisch verrückt
ist, kann ich es für mich akzeptieren. ich weiss, dass ich mit
dir fliegen könnte, eben deine mauern durchbrechen die mich als
einzelnen menschen, unwissend gefangen halten. es sind eben diese mauern
der vorstellungskraft, steine die wir selbst dort hin geleget haben.
die aufgetürmt zu unserem schutz, ein gefängnis geworden sind.
ich fühle mich wie ein winzig kleiner kern, der von einer sagenhaft
weiten hülle umgeben ist, eine hülle die sich füllt,
um eine ganzes zu ergeben.
ich schaue dich an, sehe dein potential, möchte dich erwecken.
meine hand streckt sich in gedanken aus, reicht zu dir hin und ich höre
mich sagen: "nein!" es ist noch viel zu früh. aber wie
soll man in einer zeitlosen zeit den unterschied zwischen "zu früh"
oder "zu spät" erkennen? ist das ein lichtfunke in der
zeit, der im moment seiner höchsten leuchtkraft erstarrte um ewig
zu glühen?
ich sitze inmitten eines fehlerhaften landes und sehe mich als fluchtgefährdet
an. aber wovor will ich fliehen? vor dem menschen, der ich gerade im
begriff bin zu werden. vor der bindung die ich niemals eingehen wollte,
obgleich ich das konnte. vor der wahrheit, die ich bloss noch nicht
sehen kann. und da ich die wahrheit von morgen heute nicht kennen kann,
muss ich hierbleiben um meinen neuen, unbekannten, abenteuerlichen weg
zu erleben. und da das alles in zeitloser, aber für mich atemberaubender
geschwindigkeit geschieht, kann ich mir verzeihen, wenn ich mich am
wegesrand ein wenig ausruhen mag, die eindrücke die ein reisetag
in mir hinterlässt, eben "eindrücke" werden lassen.
spuren die sich zu einer kontur herausbilden, die irgendwann ein klares
bild entstehen lassen.
so jetzt hat mich deine geistige bestellung eines ananassaftes aus der
schreibmuse geholt. aber was bleibt wenn die worte mich verlassen? ja,
das gefühl mit dir fliegen zu können, zu wollen. ich will
es versuchen. auf einer ebene die ich noch nicht kenne. das lustige
daran ist dies: ich sage dir, dass ich das gefühl habe, als verabschiede
ich mich von dir, dass ich viel mehr abstand brauche. und in dem moment,
wenn ich selbst meine worte höre, spüre ich, dass ich das
genaue gegenteil will. purer egoismus will mich aus dem stuhl zwingen,
dich an der hand nehmen und einfach mit dir weggehen. neu anfangen.
mit bestürzen stelle ich fest, wie weit ich mich schon entfernt
habe. wovon? vom punkt an dem ich noch hätte umkehren können.
wieso macht mir das keine angst? wohl weil mir klar geworden ist, dass
ich schon längst aufgewacht bin und alles somit gar kein traum
sein kann...
aber ich sehne mich nach etwas. ich sehne mich nach diesen langen momenten,
als die welt um uns versank. ich sehne mich nach dieser ungestörtheit.
nach der zeit, in der das telefon klingeln konnte. also habe ich einen
anspruch an dich entdeckt. ich möchte deine aufmerksamkeit nicht
teilen. dich nicht "gehen" lassen. ich weiss nicht wieviel
zeit vergangen ist, seitdem dein telefon klingelte. aber die sonne ist
schon so weit gewandert, dass sie mir nun im gesicht brennt, da wo vorher
schatten lag. auf der anderen strassenseite herrscht sonnenfinsternis.
just one of these moods? ich hebe den kopf, schaue dich an. und ich
weiss was mir fehlt: du.
ich glaube ich habe dir nur gesagt: "Ich möchte dich nicht
stören, will dass du mich nicht beachtest", weil ich mir insgeheim
wünsche ich würde dich stören, fände deine beachtung.
hätte einen stellenwert in dir, der diese äusserung absurd
erscheinen liesse. hätte mir gewünscht, es gäbe irgend
etwas, was ich dir geben könnte. jetzt.
ich zweifle, ob ich jemals tiefer in dich eintauchen darf, als das jetzt
der fall ist. ich krache beim aufschlag auf diesen zugefrohrenen see,
den ich einst als grün-weit-tief bezeichnete.
...und doch brauche ich einen noch grösseren abstand. will mir
nicht durch weitere störungen und dadurch mitangehörte notlügen
das bild von dir zerstören lassen. ich schrieb hier ein paar seiten
vorher, dass ich dich aus mir herausschaufeln muss, wenn einer von uns
einen rückzieher machen wird. ich will nur noch einen grund wissen,
einen ausschlaggebenden. irgendwas, womit ich etwas anfangen kann, worauf
ich aufbauen kann. denn es ist nunmal so, dass meine schublade in die
ich dich nun stecke (weil ich muss aber nicht will und nicht kann, die
ich eigens für dich geschaffen habe und in der es nur platz für
dich geben wird) viel "höher" angesiedelt ist, als jene
in der ich mich bei dir befinde. ich kann diese schublade nicht anders,
tiefer platzieren. und da ich demnach in einer anderen liga spiele als
du das tust, muss ich mich anpassen, mir ein handicap zulegen. deine
entscheidung (auch das habe ich mir schon hier vorweggenommen) empfinde
ich als hirnverbrannt. ich hörte dich so viele magische dinge sagen,
die du mir zusprachst, die mich das was ich jetzt weiss, erkennen liessen.
das ganze mystische um unsere beziehung zueinander. auch wenn du es
sagst, sie lässt sich trotzdem nicht in die weisse oder schwarze
ecke stellen, sie passt nicht in die normalen schemen. hast du angst
etwas neues zu lernen, einen unbekannten weg zu beschreiten? hast du
dir das licht das uns beide umgab nicht schon längst mit deiner
entscheidung zerredet? wie das eben so mit stieren ist. ich kann das
auch ganz gut. aber nur bis zum nächsten augenblick, der mich wieder
wachrüttelt. du läufst mit grossen schritten davon, in eine
richtung die du dir ausgesucht hast. lauf nur, am ende wirst du sehen,
dass du im kreis gelaufen bist. denn so schön dieser auspruch auch
ist: "der erste gedanke ist der richtige", so hat unser ding
im ersten moment nichts mit gedanken zu tun. und du redest von "diesem
gefühl" und kannst es immer noch nicht greifen. bin ich traurig,
weil ich hoffte, es würde alles schneller gehen? in fünf jahren
wirst du nicht auf den gedanken kommen, einen fehler begangen zu haben,
weil du entweder diesen fehler korrigiert hast, oder niemals wieder
dieses licht erblickt haben wirst und somit garnicht weisst worum es
hier gerade geht. letzteres ist etwas, was ich dir nicht wünsche.
du gehörst ans licht. du bist das licht. du weisst es nur noch
nicht. manchmal glaube ich, du kannst es ahnen. so wie du so vieles
von mir ahnst. manchmal muss man eben verstummen um gehört zu werden.
ich kann mir sagen, meine art ist nicht die art die dich zu mir bringt.
aber das ist nur gewäsch. du gehst nun irgendeinen weg, der dich
von mir wegführt. finds raus, wo du damit hinkommst. wieso soll
ich dich vor erfahrungen bewahren, die dich nur weiterbringen werden?
ich wusste schon zu anfang, dass ich dir nichts geben oder beibringen
kann. ich hatte lediglich gehofft, mit dir zusammen etwas neues zu lernen.
je weiter du auf deinem weg gehen wirst, desto weiter wirst du dich
von mir entfernen und somit irgendwann eine weitere grenze überschreiten.
die grenze, an der ich dich dann verloren haben werde. ich habe mir
sagen lassen ich soll um dich kämpfen, muss bei diesem spiel mitmachen.
ich spiele nicht mit. wenn etwas in meinem beisein funktionieren soll,
dann ohne spiel, ohne pokern und ohne täuschung. bin ich jetzt
abgeturnt? zu deutsch: enttäuscht? bis jetzt noch nicht. nicht
von dir und nicht von mir.
aber vielleicht habe ich auch nur angst vor der wahrheit. einer wahrheit
die aus lügen besteht, aus schauspiel und täuschung. sollte
ich deshalb meine hirnwichsereien sein lassen? damit ich, als definitiv
naiver mensch, menschlich ausgesaugt werde? mein verständniss steht
neben mir und schüttelt den kopf. werde ich hier etwa bedauert?
grrrr.
ich erinnere mich an eine deiner aussagen, ich sollte mal was machen,
mehr aktivität zeigen. auf was hast du das denn bezogen? aktiver
an dich herangehen? an mein anliegen, den rest meines lebens mit dir
verbringen zu wollen. in naher verbundenheit, ohne worte, ohne fragen
und ohne erwartungen. nur reinem (selbst)verständnis. ich bin vom
realisten zum träumer mutiert, habe meine prinzipien verletzt um
mich nun von schutzinstinkten umringt zu finden. du sagtest mir gestern,
nachdem du mir (dir) glauben machen wolltest, du hättest mich in
eine schublade stecken können, der erste gedanke sei eben der richtige.
unpassenderweise hat das ganze ding mit dir, mit mir, mit uns garnichts
mit gedanken zu tun. das denken war stehts im hintergrund. wenn es sich
zeigte, wurde es belächelt und zurückgeschickt. in den hintergrund.
weil das denken zu nichts führt. hättest du nicht soviel nachgedacht,
hättest nur aus dem gefühl gehandelt, wären wir jetzt
irgendwo auf einer insel, in der sonne. mit der sonne auf der haut und
im herzen. so aber ziehen gedankenwolken durch meine frisch gesähten
felder. wird der sturm die ernte vernichten?
Stier ( 21.04. bis 20.05. ) Horoskop vom 16.08.2000
Immer noch ist mit Ihnen nicht gut Kirschen essen! Sie wissen, dass
Sie eindeutig übertrieben haben. Nun wollen Sie Ihren Frust loswerden?
Ist OK! Aber Sie dürfen dabei nicht ungerecht werden. Man wollte
Ihnen wirklich nur helfen. Suchen Sie die Schuld also nicht nur bei
anderen!
es wird keine ernte geben, wenn nichts wächst. und es wird nichts
wachsen, wenn man den samen im boden hält, durch kontrolle. wo
ist meine schuld? mein verschulden war es, zu sehr auf dich rücksicht
zu nehmen. erschrocken zurückzuweichen, wenn du mir vorwarfst,
ich würde dich übergehen. zu sehr die kontrolle vor das tiefgreifende
meiner empfindungen zu schieben. mein fehler war der, dass ich dir den
leidenschaftslosen teil meines wesens zeigte. warum? um dich von diesem
unsichtbaren druck fernzuhalten. als ich beiläufig simone sagte,
ich wäre ja ein leidenschaftsloser mensch, spuckte sie spontan
in einem lachanfall ihren cappucino aus. wieso schaffe ich es nirgendwo,
das bild was ich von mir habe, auch richtig zu verkaufen? weil ich mich
gar nicht verkaufen will. und vielleicht weil ich nichts geben will.
weil ich nichts geben kann. weil ich nichts habe. ha, das einzige was
ich wirklich habe, ist zeit. zeit um über diese geschichte und
ihre verstrickungen nachzudenken. ich bin gespannt auf die essenz dieses
buches. ich werde sie nicht suchen, sondern irgendwann wissen. hat das
blatt sich gewendet? ich sagte einmal, ich hätte die besseren karten.
bluffst du besser? kann ich das spiel besser einschätzen, weil
ich es einfach besser kenne? weil du die letzten fünfeinhalb jahre
nicht mitspielen musstest? welche wahrheit ist die wahre wahrheit? ist
davonlaufen immer schlecht weil zu leicht? ich soll heute laut horoskop
nicht übertreiben. das sollte man generell nicht tun.
all diese spinnwebenartigen, feinen, leuchtenden verbindungen zwischen
uns, die sich langsam tastend oder schlagartig umschlingend aufgebaut
hatten, sind nun mit einem stiermässigen ruck zerrissen. die neuen,
die sich sachte nach dir ausstrecken finden keinen halt auf deiner glatten
oberfläche. der tiefe grüne see, ist erstarrt. kein eintauchen
möglich. ich werde nicht mit dem eispickel ein loch hineinbohren.
ich warte auf den frühling.
...ohne zu warten versteht sich. ohne mich verstellen zu müssen.
heute war ein see-tag und mir war zwar nach wildem sex zumute, aber
nach ein paar sprüngen ins kalte wasser konnte ich das ganz gut
unterbuttern. da aber ansonsten die gedanken-, und gefühlslosigkeit
herrschte, die ich im moment brauche, kann ich hiermit diesen tag als
gelungen einstufen. allerdings muss ich zugeben, gibt es aus ermangelung
an gedanken und gefühlen auch nichts was mich auf dem weg weitergebracht
hat. somit bin ich lediglich chronologisch in meiner reise weitergegangen.
und somit beende ich das schreiben für heute. ich muss mich ja
nicht in irgendwas reinsteigern.
Stier ( 21.04. bis 20.05. ) Horoskop vom 18.08.2000
Wer sagt es denn! Amor hat Sie heute kräftig im Visier. Singles
haben die besten Chancen auf eine Begegnung, die Sie und Ihr Herz berührt.
Auch verbandelte Stiere freuen sich über ein Liebeshoch in jeder
"Beziehung". Die Welt ist rosarot, und Sie sind sexy bis zum
Abwinken.
stimmt...
heute ist wieder ein samstag, an dem ich mich nicht bei dir melden werde,
an dem ich sogar das handy ausgeschaltet habe. auch wenn ich glaube,
die einbahnstrasse ins unglück selbst geschaffen zu haben, mit
all den zweifeln und ängsten die ich hatte, so bleibt mir doch
der glauben an die unumstösslichkeit dieser sicheren empfindung,
die ich mit all diesen provozierten zweifeln zu prüfen suchte.
habe ich dabei etwa meine positive energie verloren, verbraucht? eben
diese positivität, die den weg ins glück bereitet? da hatte
ich nun diesen unfassbaren zustand der erwartungs-, und gedankenlosgkeit
und habe ihn mit kontrolliertem sicherheitsdenken zerstört. ein
nachweislich dummes verhalten, was ich mir in zukunft nicht mehr zulassen
werde. es ist keine schande, einen anderen menschen zu übergehen,
zu überrennen. vor allem nicht, wenn man diesen anderen menschen
als souverän ansieht. beschwerden in diese richtung muss man als
erstes übergehen. wenn man sich wohl bei einer sache fühlt,
seine energie daraus zieht, dann ist das nichts schlechtes, kann nichts
schlechtes daraus entstehen. man ist kein vampir, wenn durch diese interaktion
eine energie oder gar eine synergie für beide entsteht. meine aktivität
in diese richtung wurde lediglich durch rücksichtnahme auf vermutungen
eingeschränkt. nun mangelt es mir an antrieb, diesen zustand, der
mich ausgeglichen und glücklich gemacht hat, wieder herzustellen.
ist denn zuviel passiert? liegen denn wirklich zu viele steine auf diesem
weg? wenn man es sich recht überlegt, dann gibt es kein einziges
problem und somit auch kein einziger stein dort. zumindest keiner, den
du da hingerollt hast. es liegt wie immer an einem selbst, man sieht,
was man sehen will und projeziert fleissig die eigenen ängste und
unzulänglichkeiten auf sein gegenüber. da du nunmal in dieser
zeit mein ständiger begleiter warst, hast du (unbewusst) all diesen
gedankenmüll abbekommen. das war unfair, und das hast du bestimmt
nicht verdient. aber wenn ich nun die möglichkeit hätte in
der zeit zurück zu gehen um diese fehler zu korrigieren, dann würde
ich es nicht tun, denn dann würde ich nichts gelernt haben. ich
bin zwar noch weit von der erkenntis oder der erleuchtung entfernt,
aber ich weiss, es gibt ein licht am ende des tunnels und ich gehe gelassen
darauf zu. ich werde nicht mehr die augen davor verschliessen und mich
nicht von all den gespenstern ablenken lassen.
sonntag, der 20. august. es ist 21 uhr und ich bekomme ein schlechtes
gefühl. vielleicht weil ich dich heute anrief, du nicht ans telefon
gingst und ich es bis eben nicht wieder probierte. und jetzt hast du
dein handy aus. was drängt sich mir für ein gedanke auf? dass
ich mir gewünscht hätte, du hättest bei unseren zusammenseins
in der letzten zeit dein handy ebenfalls ausgelassen? somit kommt der
folgegedanke, welcher lauten muss, du bist jetzt mit jemandem zusammen,
der dir wichtig genug ist, um dich von all den unwichtigeren fern zu
halten. ich hoffe, du bist dieser mensch selbst und nutzt diesen sonntag
für dich. willkommen beim hirnwichsen.
nichts von dir zu hören bedeutet nicht automatisch ein einschalten
der hirnwichs-kontrolle. ich muss mir eingestehen, dass ich kaum potential
zum wichsen habe, da ich selbst auf dem "ruhe-und-in-sich-gekehrt-sein-trip"
bin. was aber wäre, wenn ich völlig "durch" im hirn
wäre, dich versuchen würde zu erreichen? wäre dann die
regel, dass man seine realität selbst errichtet diese, dass du
mich womöglich selbst anrufen würdest? wie würde ich
mich fühlen, wenn du jetzt einfach zur tür herein spaziert
kämst, so wie früher, als ich dich einfach herbeigesehnt habe.
als ich noch den spruch loslassen konnte: "schön dass du da
bist." was war daran schön? die erfüllung eines wunsches?
was habe ich daraus gemacht? nichts. und was hast du daraus gemacht?
auch nichts. wieder mal ein punkt, in dem wir uns stillschweigend einig
waren und es wohl heute auch noch sind. die nähe, die es einmal
gab, wird nun immer ferner. von wem wird das so gemacht? was kann ich
dagegen tun. soll ich um etwas kämpfen, was ich als verloren ansehe?
ich habe im moment ein merkwürdiges deja-vu-gefühl und kann
es nicht einordnen. habe jeden tag einen traum, in dem du eine rolle
spielst, der sich wie ein alltag anfühlt, in dem du derzeit noch
nicht vorhanden bist. und was denke ich über all die träume
die ich schon in meinem leben hatte, von denen ich damals nicht wusste,
was sie zu bedeuten hatten, weil ich eben den weiblichen protagonisten
damals nicht kannte. und ja, ich habe viele unserer begegnungen schon
einmal geträumt, sie mit dir wieder erlebt. hätte ich dir
davon erzählen sollen? ja? wozu? um dich noch weiter unter druck
zu setzen? aber ich habe dich eigentlich garnicht unter druck gesetzt.
habe dich von anfang an gehen lassen und mich über dein freiwilliges
wiederkommen gefreut. deshalb fällt mir deine abwesenheit auch
so derb auf. nicht nur, weil ich nur an mir herunter zu schauen brauche
um an meinem handgelenk an dich erinnert zu werden. und überhaupt,
warum hast du dich so tierisch gefreut, dass es mir gefällt? in
der tat, ich hatte es am arm und es fühlte sich so an, als ob es
da schon immer war und da auch immer hingehören wird. eben das
gleiche gefühl, dass ich bei dir als mensch, als frau fürs
leben hatte und nun so langsam an meinem empfinden zweifeln muss. sind
es wirklich die kleinen fehler, die nun langsam zum vorschein kommen,
oder ist es ein globales, inkompatibles ding, welches nur von dir ausgeht.
etwas was ich ablehne? liegt es an mir, dass ich wissen will, wo ich
stehe? bei dir? liegt es an mir, dass ich meinen bindungswillen nicht
deutlich machen kann? meine träume, meine zukunft? siehst du in
meinen melancholischen, nachdenklichen und vorsichtigen phasen eine
mauer, die du nicht zu durchschreiten hast? gebe ich mir keine mühe,
durch deine grenzen zu stossen? wo ich das doch anfangs viel zu oft
tat? muss ich dich schütteln, damit du endlich aufwachst und siehst,
was gerade an dir vorbeisegelt? ist das alles nur ein dummer test?
es wird keine antwort geben. keine, die ich mir selbst geben kann. keine
die du mir geben kannst. wie immer muss ich das mit mir selbst ausmachen.
wie traurig.
hmm, das einzige was dir an diesem sonntag durch den kopf ging, war
wohl das essen der letzten tage. ich werde mir nun wirklich selbst unheimlich,
brauche ich doch nur etwas zu denken und schon passiert es. ich dachte
du müsstest im krankenhaus sein um dich nicht zu melden. und du
warst es. nun, ich wäre gern dein krankenpfleger, kopfkissen, medizin
und wohlfühlminister.
als du heute aus der tür kamst, schlangst du deine arme um mich
und liesst dich drücken, suchtest im ql meine nähe und als
du dich auf der bank hingelegt hattest sahst du einfach nur nach "knuddel
mich" aus. soll ich mir nun wünschen, du wärst öfter
so entkräftet oder wie? solltest du einfach diese schranke vor
dieser kleinst-körperlichkeit aufheben. schliesslich ist dies etwas,
was einem ganz gut tut und sich die frage zu stellen, ob das ok so ist,
ist doof. sowieso sind die aktionen über die man nicht nachdenkt
die ehrlichsten und somit auch die besten. also muss ich mir wünschen,
das dämliche denken soll verschwinden, die grenzen, die schranken,
die abers und die fragen. weg damit. du fühlst dich gut an.
das ganze ding ist eine sache des vertrauens. und des spektrums. wie
oft muss ich noch dieses spektrum der gemütszustände durchlaufen?
gefühle die mich ergreifen wenn du nicht da bist, und gefühle
die mich anfallen wenn du mir gegenüberstehst. hälst du dich
einfach nur von mir fern, weil du mich schützen willst, oder weil
du dich schützen willst? was soll das ganze überhaupt? mein
eingebauter schutzinstinkt streut zweifel über zweifel, die sich
nach und nach verhärten. was ist schauspiel? ist meine zeit zu
kostbar für den preis, den es zu gewinnen gibt? welchen preis?
eine krasse erfahrung, die ich am ende womöglich noch nichtmal
richtig einzuordnen weiss? werde ich und meine naivität ausgenutzt?
werde ich in eine stimmung hineingesteuert? der kontrollschalter klackert
zwischen "an" und "aus". no risk no fun und es ist nicht
alles gold was glänzt.
als gefühlsmensch und einer neigung zum philosophieren muss ich
mich nun der gegenfrage stellen. sie lautet: "womit habe ich das
verdient?" was habe ich verbrochen um nun so abgestraft zu werden?
ist das wirklich eine erfahrung, die ich unbedingt machen muss? eine
erfahrung, die mich in die absolute zurückgezogenheit zwingen wird,
die mich von allem vertrauen fernhalten wird. wenn ich es darauf anlege
enttäuscht zu werden, dann wird es passieren. nur dass ich es vorher
gewusst haben werde und somit der aufschlag mit einem eleganten schulterroller
abgeschlossen werden kann. muss ich denn wirklich diesen beweis antreten?
nun, ich weiss, ich bin dann doch zu oft ein krasser-kopf-durch-die-wand-depp.
eine sache, die ich wirklich brauche um mir selbst in den arsch zu treten.
und ja, du hast mir vor augen geführt, dass jeder mensch anders
ist. vielleicht sollte ich das beherzigen und dein verhalten nicht mit
meinem vergleichen. dann müsste ich dich an normalen massstäben
messen und dann schneidest du ziemlich schlecht ab. aus selbstschutz
muss ich also hier und jetzt (bald) einen krassen cut machen. ich MUSS
weggehen. auch auf die gefahr hin, niemals herauszufinden, was aus alle
dem geworden wäre. und an dieser stelle setzt gott sei dank mein
verstand wieder ein: WER BIN ICH DENN??? die besten schauspieler sind
die, die man nicht erkennt. guten tag, da habe ich wirklich übung
drin. was habe ich denn zu verlieren? alles? ha! NICHTS habe ich zu
verlieren, denn ich habe ja nichts. sehe ich das ganze doch einfach
als förderprogramm an. am ende kann ich ja immernoch nach indien
gehen und kindern englisch beibringen, oder mathe. als totaler weichkopf
kann ich auch sagen: "ich will nur, dass du glücklich bist..."
der punkt ist der: je weniger zeit wir zusammen verbringen und somit
je weniger austausch zwischen uns herrscht, desto mehr muss ich mir
selbst halt geben. kein halt von dir bedeutet mehr halt von mir. nenn
es hirnwichserei oder selbstschutz. ich sollte nicht mehr so weitermachen,
das ist totale selbstzerstörung. ich sollte wieder mehr meditieren.
hmmm, das werde ich auch gleich mal machen...
...habs doch nicht mehr geschafft. hab am nächsten morgen mal wieder
verpennt und dich im schwarz/weiss angetroffen, wo ich dann von zwei
harten nippeln daran erinnert wurde, dass ich dringendst an selbigen
lutschen mag.
jetzt habe ich gerade mit dir telefoniert und dir einen lockeren abend
bei backgammon und wein vorgeschlagen, was du mir als schöne idee
verkauftest. du betontest viermal, dass du gerade nach hause gekommen
seist und noch nicht geduscht hast, weil dir der sinn nun plötzlich
doch nicht mehr danach stand. am ende, als ich dich mehrmals fragen
musste, ob ich dich unter zeitdruck setze (was ich nicht will, nicht
beabsichtige und gänzlich ablehne), spucktest du aus, dass du gerade
"was aufnimmst" und du das erstmal machen willst, weil das
ist "schön". du sagtest, du würdest mich anrufen,
danach, wenn du dich entschieden hättest. jaja, bis später.
du nimmst ein tape auf und es ist dir mir gegenüber unangenehm.
was soll das? ich habe mal wieder das gefühl, du kennst mich überhaupt
nicht. wenn du ein interesse daran hast, eine "beziehung"
zu mir zu haben, dann sind diese "unangenehmen geheimnisse"
das, was mich an einem menschen interessiert. das unbequeme an einem
menschen, so wie er es sieht, sind eine art tür zum inneren ich.
vielleicht ist das aber ein zu intimes ding, dass du hiervor ebenfalls
ein schloss gehängt hast. vielleicht sollte ich auch endlich einmal
anfangen die dinge positiv zu sehen. nach diesem relativ nahen tag mit
dir, mit habtischer, körperlicher nähe und einer positiven,
weil sich gut anfühlend, essenz, wäre es doch auch ein hammer
(gutes zeichen), wenn das neue tape für mich wäre!
hier meine realisten-prognose:
du springst von ast zu ast, um dich wieder aufzubauen, selbstbestätigung
zu finden und wenn du erreicht hast was du willst, gehst du weiter.
jetzt ist stefan an der reihe.
was dran verwerflich ist? nichts! das habe ich (wenn ich ehrlich bin)
auch gemacht zu meiner zeit. ich hatte sogar eine ähnliche quote
und eine ziemlich gute masche. ein ständiger test der eigenen schauspielerischen
fähigkeiten. und ganz gleich, es gibt niemanden auf der welt, der
ein urteil über dieses verhalten fällen dürfte. ich zumindest
kenne das gefühl und finde somit auch verständnis.
und auf sowas kommt man, wenn man eine cd für dich zusammen stellt.
wo wir auch beim nächsten thema wären:
wozu nehme ich dir eine cd auf? was soll das? ertappe ich mich gerade
dabei, wie ich anfange mitzuspielen? in der tat, es fängt an mich
anzuregen. ich werde in den nächsten tagen zum letzten mal bei
fritz gewesen sein und ab dann habe ich zeit, den restsommer, einen
melancholischen herbst zu erleben. jobmässig kann ich mich noch
eins, zwei monate ausklinken und habe spätestens im november den
input um zwei projekte gleichzeitig aufzubauen.
ansonsten, wir sind ja nicht hirnfaul, gibt es da noch die möglichkeit,
dass du gut genug spielst und dieser "ich nehm grad was auf"-ausrutscher
nur teil einer taktik ist. immerhin bist du ja ein stier. vielleicht
sollte ich mir nochmals "sunzi" zu gemüte führen?
ich habe eben in einem anfall ein "l'esperanca" cd-cover und
posterdiary-plakat hingezaubert. ich bin zufrieden. stelle "die
cd" weiter zusammen und höre musik, tanze ab und an durchs
büro. oops, ich krieg hunger? ooooops! der erste (immer richtige)
gedanke will dich anrufen und fragen, ob du mit mir essen gehen magst?
der zweite ist der zweifel, dass du nicht ans telefon gehen wirst, wieder
dankend, mit einem vielleicht, ablehnen wirst.
hab gerade eine sms mit dem inhalt: "hunger!" an dich geschickt.
prognose: du wirst dich darauf hin nicht melden.
ich denke zu negativ und durch meinen sicheren zweifel wird meine realität
erschaffen. negativ eben.
du lässt so viele menschen so nah an dich heran und bist trotzdem
alleine. schon nur die aussage wird dich aufstehen machen und gehen.
wenn nicht, habe ich mich in dir getäuscht. oder ich sehe nur mehr
als du. (als du zugeben willst).
Stier ( 21.04. bis 20.05. ) Horoskop vom 23.08.2000
Stiere sind beruflich auf dem Absprung! Sie haben keine Lust mehr den
Deppen bzw. das Mädchen für alles zu spielen, schließlich
haben Sie mehr zu bieten als zwei gesunde Hände. Lassen Sie es
darauf ankommen, den Rest erledigen die Sterne. Viel Glück in der
Liebe: Sinnliche Abenteuer locken!
das mit dem beruflichen stimmt absolut und auch noch gerade heute.
bleibt nur zu sehen, was das mit der liebe und der sinnlichkeit bedeutet.
der tag fing ja schon eher sinnlich an, wenn ich mir so überlege,
wie sehr ich diesen roten body mag, der offensichtlich nicht sonderlich
warm hält.
nach dem besäufniss wieder ausgeschlafen und relativ nüchtern,
war das ein schöner abend mit dir und stefan und toni. wieder eine
facette mehr die meiner screenshotsammlung hinzugefügt wird. die
sonne geht unter, vorm fenster im büro und ich denke an dich, frage
mich, ob du heute als gast oder als service in der bar sein wirst. oder
überhaupt nicht und deine zeit mit etwas anderem verbringen wirst.
ich werde es sehen, oder auch nicht...
als ich mit stefan vorhin in der bar war und du dann zu uns stiesst,
kamst du mir ein wenig fremd vor. ein wenig fremd? was ist das denn
für eine merkwürdige aussage? was war denn so fremd an dir?
die rolle die du spieltest? für mich machtest du den anschein ein
wenig unlocker zu sein. ich spüre wie wenig interesse ich an diesem
spiel im moment habe, chille durch den tag und lasse mich von meiner
intuition leiten. diese führt mich geradewegs an dir vorbei. ich
kann ganz in deiner nähe stehen und sehe dich weit entfernt in
diesem kreis laufen, verliere den bezug zu dir, wenn du so bist. liegt
es an mir oder an stefan, oder dem was du mit ihm unternimmst, i donno...
so do i care? not really. ich hätte es mir nie träumen lassen,
dich aus dieser entfernung erleben zu müssen. wie wird das weitergehen?
wann wird deine umlaufbahn wieder an mir vorbeikommen? was werde ich
dann überhaupt tun? ich will nicht in dieser schublade stecken.
das ist etwas, was ich auf jeden fall wieder rückgängig machen
muss. die schublade ist nicht der platz wo ich sein mag. no way.
die liebe, das gefühl, es schlummert nicht in mir, es pocht durch
mich hindurch und es leidet dir dabei zuzusehen, wie du neue masken
trägst. masken die ich nicht als wahrhaftig empfinde. wohl weil
sie so aufgesetzt sind, die etwas zu kaschieren suchen. wieder muss
ich mir die frage stellen, ob du mich überhaupt kennst oder einzuschätzen
weisst. ich glaube nicht. obviously...
Stier ( 21.04. bis 20.05. ) Horoskop vom 25.08.2000
Crazy little thing called love ... Stiere werden von Mond und Venus
mit Liebe und Gefühl überrascht. Ein Freitag wie geschaffen
zum Verlieben (falls Sie es nicht schon sind ...)! Also nichts wie ran
an die kosmischen Highlights der Liebe, denn Sie wollen sich mal so
richtig gut amüsieren.
heute beim frühstück sagtest du mir, du hast das gefühl
(in stefan) verliebt zu sein. meine innere reaktion war freude. (meine
äussere wohl auch) nun, warum kann ich mich über solch eine
aussage von dir freuen? zum einen ist es einfach ein schönes gefühl,
dass du gerade hast und ich wünsche dir damit eine schöne
zeit. zum anderen freue ich mich darüber, dass du es mir sagst
und ich mich somit von diesem scheiss gedanken verabschieden kann, von
wegen du könntest mich nicht einschätzen. du gingst mit dieser
aussage ein risiko ein, und ich habe somit den schlüssel zur offenheit
wiedererlangt. danke!
ABER! da wir ja heute gelernt haben, dass ein hund (das wohl edelste
und sympatischste aller chinesischen sternzeichen) und ein drache sich
bestenfalls gemeinsam in den untergang manövrieren werden, spielt
das ja alles keine rolle mehr. metall wird vom feuer geschmolzen. mein
chinesische aszendent ist auch noch drache (kontrovers hoch zehn und
ich strebe, orientiere mich nach meinem aszendenten, also bin ich zum-davon-laufen-in-dich-rein-knallend),
du bist holz was vom metal besiegt wird und dein tiger aszendent schiesst
mit meinem krebs, der ja eigentlich eine waage ist quer und... ach,
wie spannend! muss ich mich nun vor nen zug werfen? ein positiver drachen-waage-metallhund-stier-krebs
gegen einen positiven tiger-widder-feuerdrachen-stier-stier. und plötzlich
ist alles ganz kompliziert?
wir werden sehn. ;-) amüsier dich mal gut.
Stier ( 21.04. bis 20.05. ) Horoskop vom 26.08.2000
Mordsgaudi für Stiere! Heute lassen Sie nicht einmal die Kirche
im Dorf und würzen den Tag mit Verrücktheit und erotischen
Zugeständnissen. In der Liebe sind Sie nicht mehr aufzuhalten.
Vor allem Singles turnen an und umgarnen potentielle Lover mit viel
Charme. Das schlägt wie eine Bombe ein.
...und ich bin total melancholisch und somit traurig. habe deinen duft
in der nase und kann dich nicht erreichen. will dich nicht stören,
bei deinem tag, den du mit demjenigen verbringen solltest, bei dem du
wie eine bombe einschlagen wirst.
meine verrücktheit für diesen tag war diejenige, dass ich
mich habe entführen lassen obwohl ich alleine sein wollte, habe
den tag auf dem rhein verbraucht, mit speedboot, wack-board und jetski
fahren. deine nachricht auf dem handy, dass ich mich ja melden kann,
wenn ich denn "bock" dazu hätte, war lustig. als ich
gegen elf wieder in darmstadt war, rief ich dich an, obwohl ich gar
keinen bock dazu hatte. das schicksal liess dich nicht ans telefon gehen
und ich brauchte nicht weiterhin das zu tun, was ich eigentlich nicht
wollte. schliesslich habe ich terrormässige kopfschmerzen bekommen,
die mich fast ins krankenhaus oder an den nächsten brückenpfeiler
getrieben hätten. entweder war ich zu lange im wasser oder das
war ein zeichen. welches zeichen? ich werds rausfinden. jetzt gehe ich
erst mal in schwarz/weiss und werde mir ein paar croissants einwerfen.
wahlweise mit marmelade und reichlich frischen o-saft. bis später.
der tag verlief so, dass ich keine ruhige minute (für mich) hatte,
ich dir das poster produziert habe und später mit dir essen war.
bei dieser gelegenheit hast du mir von deinem wochenende mit stefan
erzählt. amüsiert stelle ich fest, wie "durch" du
sein kannst. das wirkt beruhigend auf mich, hatte ich schon die befürchtung,
du wärst zu abgebrüht für diese, meine welt. ich weiss
nicht, aber irgendwie habe ich den eindruck, du hättest befürchtet
ich könnte die nachricht deines herzsprungs in stefans richtung
mit enttäuschung, eifersucht oder ablehnung aufnehmen. mal wieder
kommt mir mein matter zustand zugute, bei dem mir die kraft für
eine schauspielerische leistung fehlt. ich erinnere mich an deine frage
im auto auf dem messplatz, früh morgends, ein paar leben früher.
du fragtest, wie ich reagieren würde, wenn du mir plötzlich
sagen würdest, du hättest dich in jemand anderen verliebt.
ich hätte dir damals nicht die richtige antwort geben können,
da ich sowas (wie so vieles) noch nicht erlebt habe und es bestenfalls
rausfinden werde, so wie das jetzt der fall ist. ich bin ehrlicherweise
zufrieden mit mir und meiner reaktion. ausserdem, das habe ich dir aber
eben schon gesagt, bin ich stolz auf dich. keiner kann dir sagen wie
die zukunft sein wird. du musst es lediglich herausfinden. und dir nicht
allzuviele gedanken machen. du bist auserwählt das schicksal zu
zähmen. und das steht auch auf dem geschenk, dass ich dir überreichte,
als du in der dunkelheit auf stefans auto zuschlenderst. ich wünsche
dir viel glück. auf dass diese süsse rosarote brille, die
schmetterlinge im bauch und die weichmacher im kopf, dir nur süsse
stunden, tage, wochen bringen. vielleicht hast du ja jetzt schon einen
platz für dich gefunden, mal sehen ob ich dich da schubladenmässig
wirklich hinstecken kann.
nun neigt sich der august dem ende zu und ich sehe mir zu wie mein poster-diary
immer düstere bilder malt. ich amüsiere mich tagsüber
über deinen muskelkater in den schenkeln und spüre diesen
unerwarteten stich im herzen, als ich dich stefan berühren sah.
quite familiar? ja, das kommt mir allzu bekannt vor und deshalb bin
ich auch am zweifeln, ob das nur eine weitere blume auf dem flug des
schmetterlings geben wird. ich möchte dir wünschen es wäre
nicht so, aber das gefühl im bauch ist ein schlechtes. wieso? do
i sense danger? ich würde eher sagen, dass es sich hierbei um gekränkte
eitelkeit handelt. obgleich ich mir meiner "nichts-geben-können-sache"
doch so sicher war. jetzt habe ich endlich einen guten grund gefunden
kräftig in mir zu schaufeln und irgendwas stimmt trotzdem nicht.
ist das neid? eifersucht? aber auf was? vielleicht ist dieser aufsatz
besser geeignet im aon2 zu stehen. who knows? da das verdammte dsl im
büro heute eher nicht funktionierte kann ich noch nicht einmal
einen beruhigenden blick aufs tageshoroskop werfen. metallhund schmilzt
an seinem eigenen drachenaszendenten. kontrovers und nonkonform. zuviele
O's in einem satz, bin müde, war ein langer tag. montag, der 28.
august. du trugst ein oberverschärftes, japanisches, rotes teil,
als du dich für stefan zurecht gemacht hast und wieder im büro
auftauchtest. ist das so? fällt einem immer erst auf was einem
fehlt, wenn es einem fehlt? ojeee....
ich habe ein merkwürdiges stechen im herz, es ist 3.11 uhr auf
meiner mac-uhr die keine ahnung wieviel vor oder nach geht. ich glaube,
das mit dem cutten dieser unsichtbaren verbindungen war nur ein frommer
wunsch. ich kann mich nicht lösen und muss das mit zwanghaftem
schlafen gehen kompensieren. morgen ist ein neuer tag. für dieses
buch, für das poster-diary, für dich, für mich und all
die schmetterlinge dieses sommers, die nun zu boden sinken, und bald
sterben werden. grau. wie der regen der kommen wird. im september. im
herbst. ich kann ihn spüren.
gefühle sind scheisse, wenn man sie nicht ausleben kann...
aber man kann sie ja auch nutzen, um ein neues cover für dieses
buch zu machen. ich habe immer noch dieses unbestimmte gefühl im
bauch, möchte endlich aufwachen, in deinen armen. und dir lachend
von diesem merkwürdigen traum erzählen.
ich muss der realität ins auge sehen. ich bin alleine.
des weiteren wünsche ich mir eine grössere neutralität
für mich und mein empfinden. mein körper setzt signale wie
ich mich verhalten soll. wenn ich das richtig interpretiere, so sollte
ich mich gänzlich ausklinken, meine augen, ohren, mein herz und
verstand verschliessen. warum? mal wieder ein warum, auf das ich keine
antwort finden werde. es bleibt das gleiche wie immer zu tun. es-heraus-finden.
endlich ist es geschafft. der september ist angebrochen und ich spüre
seine melancholische kraft nach mir greifen. schon die ganze woche über
fühlte ich mich in die natur hinaus gezogen, getrieben zu langen
spaziergängen und weg von allen menschen. wenn ich denke, dass
ich keinen menschen sehen mag, so schliesst das dich mit ein. deine
herzmässige orientierung macht es mir umso leichter diesen abstand
zur welt (und somit zu dir) auszubauen. auch wenn deine sms, von wegen
du wolltest wissen was mit mir los ist, mich ein wenig in die ecke mit
dem schlechten gewissen stellen mag, so glaube ich, du wirst dich davon
nicht ablenken lassen. deine aufmerksamkeit sollte einzig und allein
auf meinen namensvetter gerichtet sein. wenn ich durch meinen seltsamen
(mir gewohnten) geistigen zustand dir zeit verschaffen kann, dein ding
durchzuziehen, so ist mir das durchaus recht.
gefühle, die mich beschleichen, werden zur zeit ausgekostet. der
tag hat nunmal nur 24 stunden und diese zeit ist nunmehr für mich
reserviert. ich will dich bei deinem praktikum nicht hängen lassen,
aber du bist sowieso nicht bei der sache und ich bin kein hampelmann,
der jederzeit verfügbar ist. unsere zeitlinie hat sich ohnehin
getrennt und ich habe den eindruck, dass die zeit der chronologischen,
zufälligen aufeinandertreffen auch vorbei ist. ich rede mir ein
totes gefühl in den magen und spüre dort auch nicht mehr als
hunger. dieser mystische magnetismus ist von bleimanteln umgeben, das
licht in lumpen gehüllt. ich sehe mich durch die wälder schleichen,
incognito, verschlossen, verschwiegen. ein räuber im zwielicht,
der sich nach einer ruhigen ecke umsieht um seine beute des sommers
zu begutachten. was haben wir denn da? eine erinnerung, belegt mit tausend
screenshots, an ein gefühl, welches mir einflüsterte, die
frau fürs leben gefunden zu haben. und das auch noch ohne zu suchen.
bin ich einer schauspielerin auf den leim gegangen? habe ich völlig
umsonst mein herz verloren? habe ich gelernt, dass das ablegen der kontrolle
lediglich in unkontrolliertes fallen und letztendlich zu einem unbeholfenen
aufschlag führen wird? du hast alle zeit der welt. also hast du
auch zeit, um diese prüfung zu durchlaufen. ob du sie bestehen
wirst, kann ich nicht beurteilen. ich bin nicht der prüfer, noch
der lehrer, bin lediglich stummer zeitzeuge und kann danach mein kommentar
zu allem abliefern.
so, jetzt war simone hier und hat einen kleinen heulanfall bekommen,
weil "alle welt" mich suchen würde, weil ich mich nirgends
gemeldet habe. genau das ist es, wovor ich gerade davonlaufe. ich will
niemandem rechenschaft ablegen, mich nicht melden müssen, rapport
geben, was, wie, warum und wo ich was mache. mein zustand verschlechtert
sich eher. fühle mich einfach nur scheisse. muss ich jemandem hierfür
die schuld in die schuhe schieben? aber mit nichten...
ich war heute auf dem weg nach frankfurt um rosi zu besuchen. ich wollte
sie fragen, wann sie das nächste mal nach bali fährt um ein
paar klamotten zu machen. ich wollte fragen, ob sie mich einfach mitnehmen
mag. wollte an irgendeinem balinesischen strand sitzen, styles entwerfen,
stoffe aussuchen, aufs wasser schauen und ein paar brocken balinesich
lernen und darüber nachdenken, ob ich wieder zurück will?
mimpi manis!
ein langer spaziergang im regen ist reinigender als ein bad in sonnigen
gefühlen. es regnete stundenlang und das gleich am ersten september.
quasi wie bestellt. ich wanderte durch die dampfenden felder, liess
das wasser mein gesicht herablaufen und spürte kaum die nassen
klamotten immer schwerer werden. ich liess die gedanken durch mich dringen
und sah ihnen beim verschwinden zu. mehr gibt es nicht zu berichten.
der freitag, der ein frei-tag war ist vorbei.
es regnet und ein drückendes gefühl zerrt an meinem magen.
es ist 3 uhr morgends am 2. september zwotausend. es läuft "to
have and not to hold" von madonna. ich werde diesen titel wohl
auf die juni-ausgabe der maclord2000 compilation packen müssen.
liegt es an diesem lied, dass mein magen verstärkt der erdanziehungskraft
nachgeben will? natürlich erinnert es mich an dich, an dein tape
und die geschehnisse, emotionen die wärend das stück lief
passierten. am intensivsten in erinnerung ist mir die fahrt vom see
nach hause. an jenem tage sagtest du mir du wünschtest dich in
die zeit vor dem büro-fall zurück, die bar soll überall
sein. ich rang mit mir beim fahren, klammerte mich am lenkrad fest,
als völlig unvermittelt, deine hand nach meiner griff. von diesem
augenblick an, schwebte der beetle über die strasse. ich wollte
niemals loslassen. in darmstadt musste ich schalten und der zauber war
vorbei. soll das alles gewesen sein? kleine gesten die womöglich
überbewertet wurden. mein naives streben nach liebe in dir war
zu diesem zeitpunkt vergebens. keine wort kann beschreiben welche trauer
dies in mir hervorruft.
heute ist mir klar geworden, dass ich dich in verbindung mit stefan
nicht sehen, nicht erleben mag. das ist ein problem. wie kann ich dir
verständlich machen, dass mich dein ding freut und ich gleichzeitig
nicht daran teil haben mag. in eurem system möchte ich keinen platz
haben und wenn, dann den des aussenstehenden. ich lasse mir gerne erzählen
was du erlebt hast. muss mich aber vor den bildern verschliessen, die
dich ihn berühren lassen. zu sehr habe ich dich hier im büro
schon mit diesen augen gesehen um diesen screenshot ertragen zu wollen.
das muss ich nicht. brauche ich nicht. verfärbt das bild. ist das
naiv, egoistisch oder dumm?
selbstschutz oder realitätsflucht?
weisst du noch, als du mir erzähltest, du hättest als kind
wahnsinnige angst davor gehabt, verrückt zu werden? nun, jetzt
bin ich in diesem stadium...
ich falle langsam in ein loch, dass ich womöglich selbst geschaufelt
habe. und sollte ich noch nicht am fallen sein, so strauchle ich auf
diese leere zu, will sie umarmen, das vergessen liebkosen, unwissend
schlafen. mit einer kalten kralle wird mir das herz zerdrückt,
wenn ich mit ansehen muss, wie fremd du mir wirst. ich sitze dir im
quartier gegenüber und starre auf eine unbekannte. finde bewunderung
in mir für ihre worte, die mich doch nicht erreichen. mein leben,
meine illusion von leben, bricht um mich herum zusammen und mit ihm
auch alle masken, die ich meinem umfeld ins gesicht gemalt habe. bin
ich schon wach? bin ich erwacht aus meiner matrix? ich fühle mich
beunruhigt und orientierungslos, kraftlos sogar. der herbst bläst
mir mit seiner ehrlichen kälte und nässe ins gesicht. welche
tragödie hier geschieht entzieht sich meiner kenntnis. es passiert
nichts von tragweite im moment, es ist zwar nicht belanglos, aber ist
letztendlich nur ein blitzlicht am wegesrand, morgen verziehen und bald
vergessen. wieso schreibe ich also hier? um es zu entmystizieren, zu
versachlichen, zur randnote verdammend.
7. september 2000 - 1:38 uhr.
ich liebe dich und kann es gar nicht. no loop. no fate.
16. september 2000 - 6:13 uhr
ich habe entweder verlernt zu schlafen oder muss irgend etwas abschliessen
im hirn um wieder auf einen normalen (ahem normaleren) lebensrythmus
zu finden. dieses schriftwerk wird zur chronologie einer liebe degradiert.
deshalb zieht es mich wohl auch nicht mehr so oft zum schreiben. aber
der inhalt fehlt ja ohnehin. also sieht es so aus, als ob das buch zuende
wäre. dann hat das teil aber ein schlechtes ende. liegt das daran,
dass das leben bislang noch kein ende gefunden hat und somit die realität
als author nichts taugt? ach, ist mir auch egal, ich habe diese woche
so wenig geschlafen, dass ich nächste woche nicht mehr aus dem
bett kommen sollte. genug lalaa.
epilog:
aber vielleicht sollte ich das als endbezeichnung für meinen, unseren
zustand so einfach stehen lassen.
ich bin müde und du bist wide away.
ich werde morgen das lied abmischen und das arrangement und mastering
checken. und letztendlich den text auswählen. dann ist dieses buch
am ende ein richtiges, analoges multimedia-werk.
leider nicht mehr. |
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